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Liebe Filmfreund/Innen,

im Mai zeigen wir interessante Spiel- und Dokumentarfilme, die noch nicht in Mainz zu sehen waren, zu aktuellen Themen. Ein Fokus liegt auf Filmen, die verführerische Narrative von Gemeinschaften satirisch aufs Korn nehmen. Endlich haben wir auch mal wieder einen Film in spanischer Sprache (mit Untertiteln) i Programm: UN POETA - ein heiter-satirischer Film vom kolumbianischen Regisseur Simón Mesa Soto.

Besonders aufmerksam machen, möchten wir auf folgende Veranstaltungen mit Gästen und Gesprächen: Am 7. Mai präsentiert die Europa Union e.V. mit dem Ko-Regisseur Lukas Steinbrecherden den Film SURF ON, EUROPE! vor. Am 8. Mai stellt der Dipl.Psych. Lohmeiner-Zenz den Spielfilm THE ZONE OF INTEREST vor (die Veranstaltung ist übrigens bald ausverkauft!) Außerdem kommt am 27. Mai der in der Mainzer Partnerstadt Haifa geborene Regisseur Offer Avnon und stellt seinen Film DER RHEIN FLIESST INS MITTELMEER vor.

Mit besten Empfehlungen

Ihr CinéMayence-Team

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Filmbild
Do, 28.5. Di, 2.6.(außer Sa 30.5.) 20:00
Zusammenhalt und Gemeinschaft / Satire / Queerness
Sehnsucht in Sangerhausen
Spielfilm von Julian Radlmaier, D 2025, 90 Min, FSK ab 6
Ein Beitrag zu den queeren Lesennächten
Zwei Frauen begegnen sich in Sangerhausen: Ursula, eine Kellnerin mit gebrochenem Herzen und Neda, eine iranische YouTuberin mit gebrochenem Arm. An einem Sommerabend verliebt sich Ursula in eine geheimnisvolle Musikerin aus der Großstadt, während Neda überzeugt ist, in einer ebenso rätselhaften Straßenkehrerin eine alte Freundin aus Teheran wiedererkannt zu haben. Die verschlungenen Wege des Zufalls führen die beiden Frauen zu einer Geisterjagd in den Bergen zusammen…
»Kann romantische Sehnsucht einen Ausweg aus dem tristen Alltag bieten? In seiner Komödie verbindet Radlmaier sehr lakonisch seine stets gegenwärtige Kapitalismuskritik mit Ikonen der deut­schen Romantik: der Blauen Blume des Dichters Novalis sowie dem Kyffhäuser mit seiner Barbarossa-Legende. Der Geist, der den Protagonistinnen Ursula und Neda stattdessen erscheint, hat allerdings einen eher pragmatischen Ratschlag parat: Hört auf zu jammern!« (Lars Penning, Viennale) »Einen leichten, verschroben humorvollen Film hat Radlmaier inszeniert« (FAZ)



Filmbild
Mi, 3.6. 20:00
Afrika / Ruanda
The Bride
Spielfilm von Myrian Uwiragiye Birara, Ruanda 2023, 73 Minuten, OmU
Partnerschaftsverein Rheinland-Pfalz/Ruanda, unterstützt von der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz
Eva, eine junge Frau in Rwanda, träumt nach dem Genozid an den Tutsi von einer medizinischen Ausbildung. Doch sie wird Opfer des traditionellen Heiratsrituals „Guterura“ und muss mit einem Mann leben, den sie nicht gewählt hat. Von ihrer Familie im Stich gelassen, findet sie Trost in einer engen Freundschaft mit dessen Cousine. Während sie gemeinsam den Alltag bewältigen, sprechen sie über ihre Familien und die traumatische Vergangenheit. Als Eva vom Schicksal der Familie ihres Mannes erfährt, steht sie vor der Entscheidung zu bleiben oder zu fliehen. Der Film beeindruckt durch seine sensible Darstellung einer Zwangsehe, einer wachsenden Freundschaft und die leise Thematisierung des Genozids – umgesetzt in einer minimalistischen, melancholischen Ästhetik.



Filmbild
Do, 4. bis Mi, 10.6.20:00
Literatur / Pippi Langstrumpf
Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren
Dokumentarfilm von Wilfried Hauke, SWE/DE 2025, 103 Min., OmU, FSK ab 12
ASTRID LINDGREN - DIE MENSCHHEIT HAT DEN VERSTAND VERLOREN erzählt mit dokumentarischen und szenischen Bildern aus der Sicht von Astrid Lindgren und ihrer Tochter Karin, ihrer Enkelin Annika und ihrem Großenkel Johan anhand der Kriegstagebücher die wahre Geschichte hinter dem Erfolg der Weltautorin. Dabei gehen die Nachkommen bei der Lektüre und in Gesprächen miteinander auch den schmerzhaften Ereignissen im privaten Leben Astrid Lindgrens nach.

Filmkritik
»Es ist nicht besonders überraschend, dass Astrid Lindgren ein mitfühlender, politisch denkender Mensch war, der auf seine Familie achtete und sich über Verbrechen, die Menschen einander antun können, entsetzte. Aus dieser Perspektive hat der Film wenig Neues beizutragen. Aber er versammelt die unterschiedlichen Bilder und vor allem Worte für Lindgrens Menschenfreundlichkeit mit einer ruhigen Selbstverständlichkeit, die sich jeder Aufregung entzieht. Das setzt einen Kontrapunkt zu aufgeregten Zeiten, damals wie heute, in denen womöglich ein wenig untergehen könnte, was wichtig ist. (Der Film) stellt die ruhige Haltung dieser beeindruckenden Person dagegen: Vernunft, Gelassenheit, Empathie.« (Rochus Wolff, filmdienst.de)

Hintergrund
Astrid Lindgren erfand für ihre Tochter Karin um sie während einer Krankheit abzulenken, Geschichten über ein merkwürdiges rothaariges Mädchen, das Karin Pippi Långstrump nannte.



Filmbild
Do, 11. bis So, 14.6.20:00
Afrika
Nawi - Dear Future Me
Spielfilm von Tobias & Kevin Schmutzler, Kenia/D 2024, 104 Min., OmU, FSK ab 12

Nawi ist eine Jugendliche in der ländlichen Region Kenias. Dank Bestnoten steht ihr der Weg ins Gymnasium offen. Doch ihr Traum, die High School zu besuchen, wird zerstört, als sie erfährt, dass ihr Vater Eree plant, sie an einen Fremden, Shadrack, zu verheiraten. Trotz der Notwendigkeit ihrer Familie, das Brautgeld zu erhalten – eine beträchtliche Menge an Vieh – weigert sich Nawi, ihr Schicksal zu akzeptieren, und wehrt sich gegen diese arrangierte Kinderehe. Ihr unerschütterlicher Verbündeter in diesem Kampf ist ihr Bruder und engster Freund, Joel. Doch Nawis Vater ist tief in Stammestraditionen verhaftet, beeinflusst von den Ratschlägen von Onkeln, Stiefbrüdern und den Ältesten des Clans.
Auch ihre drei Mütter, selbst durch ihre Rollen als Frauen geprägt, glauben, dass das Leben als Ehefrau der vorbestimmte Weg für Nawi ist. In einem mutigen Schritt flieht Nawi in der Nacht ihrer Hochzeit. Von ihrer eigenen Familie verfolgt, begibt sie sich auf eine Reise nach Nairobi, fest entschlossen, ihren Traum von einer vielversprechenden Zukunft zu verwirklichen. Doch ihr Verantwortungsbewusstsein stellt sie auf die Probe, als sie erfährt, dass ihre neu geborene Schwester an Nawis Stelle in die Ehe eintreten soll.

Filmkritik
»Es ist eine harte Coming-of-Age-Story, die „Nawi - Dear Future Me“ erzählt. Gleichwohl wohnt dem Film auch eine zauberhafte Leichtigkeit inne. Sie rührt von der Solidarität zwischen den Jugendlichen, aber auch von den wenigen Erwachsenen her, die Nawi auf ihrem Weg helfen. (...) Dem Regie-Quartett ist mit „Nawi - Dear Future Me“ ein beeindruckender Film gelungen, der in einer idyllischen Kindheit einsetzt, sich zum dramatischen Flucht- und Road Movie steigert und in der ernüchternden Einsicht endet, dass der Kampf eines einzigen Mädchens nicht ausreicht, um das Problem der Kinderehen aus der Welt zu schaffen.« (Irene Genhart, filmdienst)

Hintergrundinformationen
NAWI – DEAR FUTURE ME basiert auf wahren Ereignissen, auf der preisgekrönten Geschichte eines landesweiten Schreibwettbewerbs der kenianischen Teenager-Beraterin Milcah Cherotich. Der Film wurde als offizieller kenianischer Oscar-Beitrag 2025 ausgewählt, gewann einen African Academy Award für die Hauptdarstellerin Michelle Lemuya sowie 25 internationale Auszeichnungen, darunter Raindance, das Beijing International Film Festival und das LA Pan African Film Festival. Die Erzählung spielt in der filmisch unerkundeten Region Turkana im Norden Kenias. Der Spielfilm beleuchtet das komplexe Thema der Kinderehen in ländlichem Afrika und folgt einem Mädchen, das sich uralten sozialen Traditionen widersetzt. NAWI – DEAR FUTURE ME ist ein Film über Hoffnung, Opfer und Träume, der wichtige Gespräche über Bildung und Geschlechtergerechtigkeit anstoßen möchte.
In enger Zusammenarbeit mit der in Turkana ansässigen N.G.O. „Learning Lions“ und „Girls Not Brides“ als globalem Impact-Partner kann NAWI einen nachhaltigen Einfluss schaffen, da die begleitende NAWI-Initiative den Mädchen in der Region, die von Kinderehen bedroht sind, Unterstützung bietet.
Filmseite des Verleihs und Trailer: https://filmperlen.com/filme/nawi-dear-future-me/




Filmbild
Mo, 15. bis Do, 18.6.20:00
Afrika
Cotton Queen
Spielfilm von Suzannah Mirghani, Sudan/Deutschland/Frankreich/Saudi-Arabien/Katar 2025, 95 Min, OmU, FSK ab 12
In einem sudanesischen Baumwoll-Dorf wächst Nafisa mit den märchenhaften Geschichten ihrer Großmutter auf. Als ein Geschäftsmann aus dem Ausland mit genetisch verändertem Saatgut und großen Entwicklungsplänen erscheint, wird sie zur Schlüsselfigur im Machtspiel um die Zukunft des Dorfes und entdeckt dabei ihre eigene Stärke.

Nafisa (15) lebt in einem traditionellen Baumwolldorf im Sudan. Sie hat Sommerferien und muss mit ihren Freundinnen bei der Baumwollernte ihrer Großmutter helfen. Außerdem ist sie zum ersten Mal verliebt – in einen Jungen aus dem Dorf.
Ihre Großmutter Al-Sit, die geachtete Matriarchin, hält die Fäden des Dorfs fest in ihren Händen und gibt ihr Wissen an Nafisa weiter.
Die Ankunft von Nadir, einem jungen sudanstämmigen Geschäftsmann aus dem Ausland, droht das Leben des Dorfs mit genetisch verändertem Saatgut im Baumwollanbau zu erschüttern. Nafisas Eltern wittern die Chance, ihre Tochter mit Nadir zu verheiraten und so den Wohlstand der Familie zu vergrößern.
Hin- und hergerissen zwischen den Forderungen ihrer Familie und ihrem Wunsch nach Unabhängigkeit muss Nafisa ihren eigenen Weg zwischen Tradition und Moderne finden.

Filmkritik
»COTTON QUEEN ist ein ausdrucksstarkes Filmdebüt, das weibliche Perspektiven ins Zentrum rückt und gelegentlich das ­Faible der Regisseurin für den magischen Realismus erkennen lässt. Spielfilme aus dem Sudan sind eine Rarität. COTTON QUEEN ist der erste von einer Frau gedrehte und geschriebene sudanesische Spielfilm (...) mit ihrem Film hat die Regisseurin den Sudan auf der mentalen Landkarte des westlichen Publikums eingetragen. Ihr poetischer Film denkt das Land neu, und es gelingt ihr, Lebensfreude auszustrahlen und Hoffnung zu geben.« (Margrit Frölich, epd-film)


+++ Johannisfest vom 19. - 22. Juni geschlossen +++



Filmbild
Di, 23.6. 20:00
Körper zwischen Assoziation und Unterdrückung
Fleisch und Freiheit
Mittellanger Film von Lilian Fee Würth, D 2026, OF
Abschlussfilm der Kunsthochschule Mainz
»Der Film zeigt eine Frau im Patriarchat. Durch verschiedene Outfits und Szenenwechsel werden Rollenbilder hinterfragt und verschoben. Dabei wird ein Schmerz spürbar, der sowohl Frauen als auch Männer innerhalb dieses Systems betrifft. Der Film wird aus der Perspektive der Frau erzählt, doch auch Männer nehmen darin eine wichtige Rolle ein. Es entsteht ein Spiel zwischen Natur und Kultur, zwischen Zuschreibung und eigenem Ausdruck.
Eine fragile Ordnung, die sich einschreibt, die formt, die begrenzt.
Mann und Frau. Beide im System. Beide im selben Gefüge gefangen. Eine merkwürdige, fragile Symphonie.

Ein Spiel aus Kontrolle und Auflösung, aus Rolle und Bruch, aus Inszenierung und Entzug. Angelehnt an die performative Bildsprache von Mara Mattuschka.« (Lilian Fee Würth)



Filmbild
Do, 25.6. bis Mi, 1.7. 20:00
Film français
Nur für einen Tag (Partir Un Jour)
Spielfilm von Amélie Bonnin, F 2025, 96 Min., OmU, FSK ab 12
Musik: Céline Dion u.a.
Als die junge, ehrgeizige Köchin Cécile kurz vor der Erfüllung ihres Lebenstraums zu ihrer chaotischen Familie in die französische Provinz zurückkehren muss, gerät ihr perfekt durchgeplantes Leben gehörig ins Wanken – für einen Tag, der alles verändern könnte.

Wäre Céciles (Juliette Armanet) Leben ein Kochrezept, es hätte viel zu viele Zutaten! Die aufstrebende Gourmetköchin und ihr Lebensgefährte Sofiane (Tewfik Jallab) stehen zwei Wochen vor der Eröffnung ihres ersten eigenen Restaurants in Paris. Was ihr noch fehlt, ist der eine, entscheidende Signature Dish. Mitten in den Vorbereitungen erreicht sie die Nachricht vom dritten Herzinfarkt ihres Vaters Gérard (François Rollin). Kurz entschlossen reist sie – zumindest für einen Tag – zurück in das verschlafene Provinznest ihrer Kindheit. Doch der Besuch verläuft anders als geplant. Ihre Mutter Fanfan (Dominique Blanc) kämpft mit der familieneigenen Truckerkneipe an der Schnellstraße, in der Pommes frites fester Menübestandteil sind. Gérard, wie seine Tochter leidenschaftlicher Koch, hat sich selbst aus dem Krankenhaus entlassen. Und dann ist da noch Raphaël (Bastien Bouillon), Céciles Jugendliebe, der alte Gefühle aufwühlt.
Zwischen Fritteuse, Erinnerungen und neuen Fragen gerät Céciles Leben ins Wanken. Ein einziger Tag – und nichts ist mehr ganz so klar wie vorher. Außer vielleicht, dass das Leben selten nach Rezept verläuft.

Filmkritik
»Ein um Generations- und Klassenkonflikte kreisendes Drama, in dem die Figuren ihre Gedanken immer wieder in Liedern aus dem Repertoire der Populärkultur vortragen, was die Provinztristesse übertüncht. Zwar lösen sich manche der Konflikte etwas einfach auf, doch in seiner Bescheidenheit, die auch die bewusste Nichtperfektion der Musical-Elemente umfasst, erscheint der Film sehr einfühlsam und herzlich.« (Marius Nobach, filmdienst)
»NUR FÜR EINEN TAG ist bei aller Verortung in der ostfranzösischen Provinz und trotz vieler kleiner Witzeleien, die sich vor allem Franzosen und Französinnen erschließen, ein universeller Film, der genauso in den USA wie auch in Deutschland oder nahezu jedem anderen Land spielen könnte. Und genau das macht aus diesem sichtbar kleinen einen viel größeren Film. (Joachim Kurz, kino-zeit.de)



anschließend "Zwanziger Zeitenwenden"
Ein Programm zum Kultursommer-Motto "Die goldenen Zwanziger"





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Online Tipp || Filmgeschichte: Animationsfilmklassiker aus der Mainzer Partnerstadt Zagreb jetzt online

Das 1956 gegründete Zagreb Film Studio produzierte bis in die 70er Jahre bahnbrechende Animationsfilme, die sich als satirisch, parodistisch und politisch verstanden.
Das Studio hat mehr als 700 kurze Animationsfilme produziert, für das es annähernd 400 Auszeichnungen erhielt. Seine Blütezeit hatte das Studio in den 70er Jahre. Seitdem sind die Filme schwer zu finden und kaum zu sehen. Das ändert sich jetzt!


Online Tipp || Filmfriend-Bibliothek der Öffentlichen Bücherei Mainz

Die Anna Seghers Bücherei ist dem Video-on-Demand-Netzwerk filmfriend angeschlossen! Mit dem Bibliotheksausweis kann man kostenlos aus mehr als 3.500 Titeln z.T. preisgekrönte Filme und Serien auswählen – mit Suchfunktionen und sorgsam kuratierten Themen-Kollektionen.



Aktueller Bericht || Diskussion um Reform der deutschen Filmförderung
Seit Monaten wird eine Reform der deutschen Filmförderung diskutiert. Im Februar stellte Kulturstaatsministerin Clauda Roth ihre Schwerpunkte der Reform vor: ein Steueranreizmodell, Investitionsverpflichtungen und ein neues Filmfördergesetz (FFG). Diesen Monat hat das BKM einen Referentenentwurf für ein neues FFG zur Diskussion gestellt.


Analyse || Mythos Programmkino

»Nach dem Kinoboom der 50er Jahre machte in den 60er Jahren insbesondere die Verbreitung des Fernsehens mit Spielfilmangeboten den innerstädtischen Einzelhäusern das wirtschaftliche Überleben schwer. Die meisten Kinounternehmer reagierten mit baulichen Änderungen: sie setzten kleine Kinos, wie Schachteln, in ihre inzwischen überdimensionierten Häuser (...)
Als Reaktion auf den Wandel entstanden in den 70er Jahren aber auch alternative Kinos, die ein festes Monatsprogramm anboten und sich deshalb als Programmkino bezeichneten.(...)
Aber schon in der nächsten Kinokrise in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts – mediengeschichtlich zeitgleich mit der Einführung des Videorekorders und der TV-Fernbedienung – war der Betrieb von Programmkinos wirtschaftlich nicht mehr tragfähig. Der Kult um sie blieb aber bis heute ...«



Filmbild
Online Beitrag || Filmwissen: umfangreiche Beiträge zum Experimental- und Avantgardefilm auf cinemayence.online veröffentlicht

Nach fast einem Jahr Arbeit hat das CinéMayence eine umfangreiche Beitragssammlung online gestellt, in der systematisch wichtige Strömungen und ästhetische Strategien des Avantgarde- und Experimentalfilms bis zur zeitgenössischen Video- und Medienkunst dargestellt werden. Im Mittelpunkt stehen Filme, die auf einer Metaebene selbstreflexiv sind, also auch Aussagen über ihr Medium treffen. Insofern das Medium reflektiert und analysiert wird, sind Experimental- und Avantgarde-Filme hervorragend geeignet Filmwissen und Medienkompetenz zu vermitteln.

Filmbild Das Thema wird – einem eigenen Curriculum folgend – in drei übergeordneten Blöcken mit neun Kapiteln in Text, Bild und Video behandelt. Beispielhaft werden herausragende Filme und Medienarbeiten von filmgeschichtlich bedeutenden Pionieren bis zu renommierten zeitgenössischen KünstlerInnen auf mehr als 30 Internetseiten analysiert und interpretiert.

Filmbild Unter anderem geht es um Experimentalfilm als Metafilm (Raum und Zeit im Surrealismus, Dada, Strukturellen Film), Found-Footage-Film als Metafilm (Kompilation, Collage, Aneignung) und Medienkunst als Selbstreflexion (von Nam June Paik bis Dara Birnbaum).

Das von der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur geförderte Projekt dient der Vermittlung von Filmwissen und Medienkompetenz. Die Verbreitung und Vermittlung von Filmwissen und Medienkompetenz ist eine Kernaufgabe Kommunaler Kinos.

Verfasser der Beiträge ist der Leiter des CinéMayence, Reinhard W. Wolf.