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Liebe BesucherInnen!

Im CinéMayence geht wieder der Vorhang auf! Zum Neustart veranstaltet das Kommunale Kino vom 5. bis 29. September die "Natur/Im/Filmtage Mainz".

Für Oktober planen wir Teil 2 unseres Kultursommer-Programms mit Filmen aus dem Norden.

Logo cinemayence.online Parallel dazu bieten wir auf unserer Website CineMayence.online weiterhin ein Zusatzangebot mit Beiträgen rund um Film- und Medienkultur. Die Website dient auch als Plattform für Streaming Videos und kuratierte Online-Filmprogramme.

Für einen sicheren und reibungslosen Kinobesuch bitten wir um Ihre Mitwirkung. Bitte informieren Sie sich hier über unser Hygienekonzept. Aktuell gilt Anmeldepflicht mit Kontaktaden und die 3G-Regel. Beachten Sie, dass sich behördliche Auflagen und Regeln kurzfristig ändern können – aber das weiß ja inzwischen jeder;-)

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Ihr CinéMayence-Team




Natur/Im/Filmtage Mainz

Die Filmtage reflektieren die vielen Facetten in der Beziehung zwischen Mensch und Natur. Gezeigt werden Naturfilme, Tierfilme und thematische Filme zu aktuellen Fragen wie Ökologie und Klimaschutz.

Banner In "Die Stimme des Regenwaldes" geht es um die Folgen der Ausbeutung natürlicher Ressourcen für indigene Völker und den Regenwald. Der Spielfilm erzählt die wahre Geschichte des Umweltschützers Bruno Manser, der in den 80er Jahren Ureinwohnern im Dschungel von Borneo beim Kampf gegen Abholzung hilft. "Becoming Animal" ist eher ein philosophisches Essay als ein klassischer Tierfilm. Den Gedanken von David Abram, dem bedeutendsten Theoretiker der modernen Umweltbewegung, folgend geht es um den Zusammenhang von Mensch, Natur und Technik, von Verbindung, Sinnlichkeit und Einfühlung. "Die Rückkehr der Wölfe" beleuchtet die Interessenslagen im Konflikt zwischen Tierschutz und Viehwirtschaft. Schießen oder schützen? Der Wolf spaltet die Meinungen und seine Rückkehr lässt die Ablehnung des Menschen neu aufleben. Der Film behandelt das polarisierende Thema fair und sachlich.
In "The Whale and the Raven" zeigt die Welt der Wale aus dem Blickwinkel von Tierbeobachtern und Forschern. Ein Biotop für Orcas und Buckelwale an der nord-kanadischen Küste wird von einer neuen Route für Gastankschiffe bedroht. "Der Atem des Meeres" zeigt kontemplativ und ohne belehrende Kommentare die Schönheit des Wattenmeers in der Nordsee. Anläßlich des bundesweiten Klima-Streiks folgt "Now", ein neuer Film über Klimaktivisten und ihre Ziele von Jim Rakete.

Eingerahmt wird das Programm am Anfang und Ende von zwei tier- und naturbeobachtenden Filmen, die von der Heinz Sielmann Stiftung herausgebracht beziehungsweise gefördert wurden. Den Anfang macht der Filmklassiker "Galapagos – Trauminsel im Pazifik" des Tierfilmpioniers Heinz Sielmann über die in ihrer Evolution einzigartigen Tierarten der isolierten Inselgruppe. Von Heinz Sielmann zeigen wir außerdem zwei Kurzfilme als Vorfilm ("Zimmerleute des Waldes" und "Quick, das Eichhörnchen"). Abgeschlossen werden die Filmtage von "Heimat Natur" – ein neuer Film des renommierten Naturfilmregisseurs Jan Haft, der mit seinem Panorama deutscher Naturlandschaften das Programm abrundet.

Alle Filme sind Mainzer Erstaufführungen.




Filmbild So 5. 20:30 Uhr
Klassiker / Pionier der Tierdokumentation
Galapagos – Trauminsel im Pazifik (WA)
Dokumentarfilm von Heinz Sielmann, BRD 1961 , OF, 93 Min.
Vorfilm: Zimmerleute des Waldes, 1954, 18 Min.
Die Galápagosinseln sind durch Charles Darwin bekannt geworden, dessen Evolutionstheorie dort eine Reihe von Denkanstößen erhielt. Wegen der isolierten Lage ohne Landbrücke entstanden auf dem Archipel einzigartige Tierarten. Neun Monate lang filmte Heinz Sielmann dort die Tierwelt. Es entstanden atemberaubende Bilder von Riesenschildkröten, Meerechsen, Seelöwen, Fregattvögel und Galápagos-Pinguinen.

Heinz Sielmann (1917 - 2006) war der deutsche Pionier der Tierdokumentation. Neben unzähligen Unterrichts- und Fernsehfilmen und seiner beliebten Sendung "Expeditionen ins Tierreich" drehte er auch abendfüllende Kinofilme. "Galapagos" kam 1962 in die Kinos und erhielt unter anderem auf der Berlinale einen silbernen Bären und den Deutschen Filmpreis im Gold.
In Kooperation mit der Heinz Sielmann Stiftung und dem Bundesverband kommunale Filmarbeit e.V.



Filmbild Mo 6. – Mi 8. 20:30 Uhr
Indigene Umwelt- und Menschenrechte
Die Stimme des Regenwaldes
Spielfilm von Niklaus Hilber, CH/A 2019, OmU, 142 Min.
Dies ist die wahre Geschichte von Bruno Manser. 1984 reist Manser erstmals in den malaysischen Teil des Dschungels von Borneo. In einem der ältesten Regenwälder der Welt ist er auf der Suche nach den letzten Nomaden der Erde.

Manser trifft auf eine Penan-Sippe und folgt dieser in respektvoller Distanz. Häuptling Along Sega nimmt Manser wie einen Sohn unter seine Fittiche. Eine junge Penan-Frau, Ubung, verliebt sich in den weißen Besucher, doch Manser hält sich zurück, da er weiß, dass er Ubung früher oder später wieder verlassen muss.

Als die Penan von massiver Abholzung des Waldes in ihrem Jagdgebiet bedroht werden, ändert sich auch Mansers Situation. Manser erfährt, dass der größte Teil der Penan-Gebiete durch die Regierung zur Rodung freigegeben wurde. Mit dem Export von Tropenholz nach Europa soll Malaysia zu einer Industrienation aufsteigen. Manser überzeugt Sega und die Penan, für ihr Land zu kämpfen. Er selbst interveniert in Europa. Bei der Europäischen Gemeinschaft fordert er einen Importstopp von Tropenholz und verhandelt mit den Tropenholzhändlern. Obwohl er in Malaysia inzwischen Staatsfeind Nr. 1 ist, entschließt er sich, für ein Kartierungsprojekt heimlich in den Dschungel Sarawaks zurückzukehren. Er ist voller Hoffnung, dass die Penan mit der Kartierung ihrer Gebiete ihre Rechte durchsetzen werden. Als sich Manser zu anderen Penan-Sippen aufmacht, um sie über das Kartierungsprojekt zu informieren, verschwindet er spurlos im Dschungel ...
Statement des Regisseurs
»Bruno Manser war der bekannteste Umwelt- und Menschenrechtsaktivist der 1980er und 1990er Jahre. Trotzdem ist seine Geschichte auch heute – fast 20 Jahre nach seinem Verschwinden – so relevant wie noch nie: Die zunehmende Globalisierung und der steigende Bedarf an natürlichen Rohstoffen machen den Schutz des Regenwaldes und seiner indigenen Bevölkerung zu einem noch dringlicheren Thema. Faszinierend an Mansers Geschichte war für mich, dass er selbstlos für eine Sache gekämpft hat, die moralisch gerecht ist, obwohl er immer wieder sabotiert wurde, zuerst von den Behörden in Malaysia und später von denen Europas. (Niklaus Hilber)




Filmbild Do 9. – Sa 11. 20:30 Uhr
Natur-Mensch-Technik-Beziehungen / Ökologie
Becoming Animal
Essayfilm von Emma Davie u. Peter Mettler, CH/UK/CAN 2019, OmU, 78 Min.
Visuell faszinierend plädiert der Film für ein direktes und achtsames Naturerlebnis mit allen Sinnen. Gemeinsam mit dem Philosophen und Ökologen David Abram begeben sich die schottische Dokumentarfilmmacherin Emma Davie und ihr kanadisch-Schweizer Kollege Peter Mettler auf eine faszinierend sensorische Entdeckungsreise in die Natur.
Dahinter steht der Wunsch, sich vollständige auf die Natur einzulassen.

"Becoming Animal" versucht mit seiner artenübergreifenden, mehr als menschlichen Perspektive, die Wahrnehmung zu sensibilisieren und zu öffnen. Gleichzeitig ist die Natur im Film (gedreht wurde in Nationalparks in den USA und Kanada und in einem Schweizer Wald) stets als medial vermittelte erkennbar.

Lässt sich das Paradox der Trennung von Natur und Mensch überwinden? Die ökologische Krise, so eine der Prämissen des Films, ist auch eine Krise der Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung.





Filmbild Mo 13. – Mi 15. 20:30 Uhr
Tier-Mensch-Beziehung / Interessenskonflikt
Die Rückkehr der Wölfe
Dokumentarfilm von Thomas Horat, CH 2019, dtOmU, 90 Min.
Der Wolf polarisiert und fasziniert, und er bringt Unordnung in unser System. 150 Jahre nachdem der Wolf in Mitteleuropa ausgerottet wurde, erobert er sich unaufhaltsam seinen Platz zurück. Sind Wölfe gefährlich für den Menschen; ist ein Zusammenleben möglich? Der Wolf spaltet die Meinungen, seine Rückkehr lässt die Ablehnung des Menschen neu aufleben.

Ausgehend von der Rückkehr der Wölfe in die Schweiz begibt sich der Film auf Spurensuche nach Österreich, nach Deutschland in die Lausitz, nach Polen, Bulgarien und nach Minnesota (USA), wo frei lebende Wolfsrudel keine Seltenheit sind.

"Die Rückkehr der Wölfe" ist ein aktuelles politisches Thema in Mitteleuropa und wird uns noch eine Weile beschäftigen. Der Wolf ist geschützt, er besiedelt wieder seine früheren Gebiete und er wird bleiben. Es geht nicht mehr darum für oder gegen den Wolf zu sein, es geht darum wie wir mit dem Wolf in Zukunft umgehen. Deshalb bin ich auch nicht auf die Diskussion von Pro und Kontra eingegangen und habe ganz einfach einen Film über den Wolf gemacht und was er mit sich bringt. (Thomas Horat)
In Kooperation mit BUND






Filmbild Do 16. – Sa 18. 20:30
Uhr Tier-Mensch-Beziehung / bedrohte Biotope
The Whale and the Raven
Dokumentarfilm von Mirjam Leuze, CAN 2019, OmU, 101 Min.
Sind Wale Individuen mit der Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung und Intelligenz? Janie Wray und Hermann Meuter sind fest davon überzeugt. Seit 15 Jahren dokumentieren die beiden Wal-Forscher das Verhalten von Orcas, Buckel- und Finnwalen an der Westküste Kanadas.

70 Meilen von ihren Forschungsstationen entfernt liegt die kleine Küstenstadt Kitimat. Hier wird eine giganti¬sche Exportanlage für Flüssiggas geplant. Die Gitga'at First Nation haben sich nach einem zehnjährigen Kampf dem Druck von Industrie und Regierung gebeugt und zugestimmt, dass zukünftig Hunderte von Supertankern durch die Fjorde ihres Territoriums fahren werden. Was dies für die Wale bedeuten wird, ist nicht absehbar.

In wunderschönen Bildern, darunter vielen Luftaufnahmen, sieht man den faszinierenden Tieren zu, die in den Gewässern rund um Gil Island ihre Bahnen ziehen; für die Kamera zeichnet unter anderen auch die Regisseurin Mirjam Leuze verantwortlich. Diese optischen Schauwerte, die berührende und höchst brisante Thematik und die sympathischen Protagonisten auf der Tier- wie auf der Menschenseite gewährleisten einen fesselnden Film . (epdFilm)




Filmbild Mo 20. – Mi 22. 20:30 Uhr
Liebeserklärung an das Wattenmeer
Der Atem des Meeres
Dokumentarfilm von Pieter-Rim de Kroon, NL/D 2020, OF, 105 Min.
Im Rhythmus von Ebbe und Flut erzählt der Film vom Wattenmeer, von den Menschen und der Natur, die diese außergewöhnliche Region formen. Von Den Helder in den Niederlanden über die ostfriesischen Küsten bis nach Skallingen in Dänemark erstreckt sich eine Ansammlung von Inseln und Gemeinden, wovon jede ihren eigenen Charakter, ihre eigenen Besonderheiten hat.

Mal richtet sich der Blick auf kleine Details, mal auf das große Ganze. Zugvögel und Touristen, die jedes Jahr kommen und gehen, die Veränderung der Farbgebung von Watt und Wasser und der faszinierende Wechsel der Gezeiten sind ein sich wiederholender Zyklus. Es gelingt dem Film, ganz ohne erklärende Worte oder Interviews, aber mit einem ausgefeilten Sound, in eine Welt im stetigen Wechsel von Wasser und Land einzutauchen. Der Atem des Meeres gehört zu den Filmen, die nur im Kino ihre Kraft entfalten können.

Der Atem des Meeres ist eine beeindruckende, souverän inszenierte, poetische Liebeserklärung an das Wattenmeer, deren Bilder zum Teil von geradezu unwirklicher Schönheit sind und dennoch nichts verklären. (filmdienst)




Filmbild Do 23. – Sa 25. 20:30 Uhr
Klimaaktivisten / Klimapolitik
Now
Dokumentarfilm von Jim Rakete, D 2020, OmU, 79 Min.
Protagonist*innen: Vic Barrett, Felix Finkbeiner, Marcella Hansch, Zion Lights, Nike Mahlhaus, Luisa Neubauer, Greta Thunberg, Patti Smith, Wim Wenders, Heiko Maas
Donnerstag anschl. Gespräch mit Fridays for Future
Zornig appelliert die Generation junger Klimarebellen an die Vernunft der Erwachsenen und macht 2019 zum Jahr ihres Protests. Der Grund: unser aller Zukunft ist bedroht durch die globale Erwärmung. Die schwedische Schülerin Greta Thunberg steigt zur Leitfigur einer weltweiten Bewegung auf, die mit zivilem Ungehorsam, Streiks und Demos die breite Öffentlichkeit wachrüttelt und rasant an Einfluss gewinnt.

Die Drehbuchautorin Claudia Rinke und der Regisseur Jim Rakete waren seit den ersten Klimademonstrationen in Berlin dabei und haben die jungen Aktivist*innen bis vors Weiße Haus in Washington und nach New York zu den Vereinten Nationen begleitet. Er dokumentiert, wie eine entschlossene junge Generation innerhalb eines Jahres Geschichte geschrieben. In "Now" erzählen einige der prominentesten Gesichter der Klimarebellion über ihre Motive und Arbeit, Herausforderungen und Erfolge, Hoffnungen und Zweifeln.

So sehr also "Now" sich dem aktivistischen Gestus seiner ProtagonistInnen anschmiegt, so redlich informiert der Film doch auch über neue Denkansätze und praktische Konzepte, die helfen könnten, das Ruder vielleicht doch noch herumzureißen. (filmdienst)



So 26. – 18:00 Uhr
10. Jahrestag Großes Ostjapanisches Erdbeben
Film und Konzert
Am 11. März, dem 10. Jahrestag des Großen Ostjapanischen Erdbebens befanden wir uns im Lockdown. Nun sechs Monate später holen wir das Gedenken nach.

Wir präsentieren Kurzfilme von zwei Künstlern (Koji Yamamura und Yuki Hayashi ), die seit langem in Japan künstlerische Filme machen. Und die musikalische Deutschlandpremiere von Sanriku - Fantasia quasi Sonata for Violin and Piano von einem Komponisten (Kazuo Kikawa) aus der Präfektur Miyagi. Sanriku ist der Name des Gebiets auf der Pazifikseite, das vom Tsunami getroffen wurde.

Piano: Mina Nagata, Violine: Reiko Ishihara
Konzept: Yumi Machiguchi
Eintritt frei!



Filmbild Mo 27. – Mi 29. 20:30 Uhr
Biologische Vielfalt in Deutschland
Heimat Natur
Dokumentarfilm von Jan Haft, D 2021, OF, 100 Min.
Musik: DJ Dominik Eulberg
Vorfilm: Quick, das Eichhörnchen, 1952, 13 Min.
Eine bildgewaltige Reise durch Deutschlands Biotope, von den Alpen bis an die Küsten und in die Tiefen von Nord- und Ostsee. Dazwischen liegt ein filmischer Streifzug durch dampfende Wälder, flirrende Moore, über rosablühende Heiden und die bunte Kulturlandschaft rings um Dörfer und Städte.

Jan Hafts Dokumentarfilm bietet grandiose Bilder, gut recherchierte Informationen und spannende Geschichten aus der Welt der Pflanzen und Tiere und darüber hinaus eine Momentaufnahme des Gesundheitszustandes der heimischen Natur. Positive und negative Entwicklungen werden gegenübergestellt, und das Ergebnis gibt zumindest ansatzweise Grund zu leisem Optimismus. Was der Film mit dem Appell verbindet, dass es an den Menschen ist, Vielfalt und die Qualität der Umwelt und damit die eigene Lebensgrundlage zu erhalten. (filmdienst)
Der Film wurde von der Heinz Sielmann Stiftung gefördert. Von Regisseur Jan Haft zeigten wir zuletzt 2019 DIE WIESE.




Filmbild Do 30. 20:30 Uhr
goEast Festival / RheinMain Kurzfilmpreis 2021
goEast Kurzfilmrolle
8 Kurzfilme aus Osteuropa, 2020-21
Falls möglich anschl. Gespräch mit der Preisträgerin Alla Churikova (Ural)
Das Wiesbadener Festival goEast präsentiert die Filme im Wettbewerb um den RheinMain Kurzfilmpreis, die pandemie-bedingt online gezeigt wurden: In impressionistischen Bildern porträtiert BAD NIGHT STORY (Polen, Regie: Nawojka Wierzbowska) das nach Zuneigung suchende Mädchen Julka. Ganz anders die rotzig-punkigen und wilden Bilder einer (anti-)feministischen Gruppe in SISTERS (Ukraine, Regie: Anna Scherbyna, Valentyna Petrova). Die beiden Animationsfilme URAL (Deutschland, Russland, Regie: Alla Churikova), Gewinnerfilm des RheinMain Kurzfilmpreises, und MY GALACTIC TWIN GALACTION (Russland, Regie: Sasha Svirsky) könnten unterschiedlicher nicht sein: einmal poetisch nachdenklich und einmal als wilder Animationstrip. Faszinierende Einblicke in die außergewöhnliche Wasserversorgung Warschaus bietet FAT KATHY (Polen, Regie: Julia Pelka) und nicht weniger eindrücklich führt MAN (Lettland, Regie: Yulia Timoshina) an eine Raststätte in der lettischen Einöde. Mysteriös wird es in HAVE YOU SEEN THAT MAN? (Rumänien, Regie: Yotam Ben-David), bei dem sich alles um die Geschichte eines rumänischen Dorfes dreht, während sich Denis Lavant in FIGURANT (Tschechische Republik, Regie: Jan Vejnar) plötzlich in einem (realen?) Kriegsgefecht wiederfindet.
In Kooperation mit goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films (Wiesbaden).
Nach dem Preisträgerfilm URAL führt Dominik Streib (Programmkoordinator goEast) ein Gespräch mit der Regisseurin Alla Churikov



Vorschau Oktober

Kultursommer-Programm "Hei, Hej! Filme aus dem Norden (2)"



Online-Empfehlung:

Bild Zombies
Vorgestellt: Baloji – Film, Musik, Poesie, Tanz aus Afrika
Essay / Online-Videos
Text und 6 Kurzfilme 2009-2020
Baloji machte zuerst als Rapper und Hip-Hop-Musiker in Belgien Karriere. Auf der Suche nach seiner Mutter begann er sich für die Kultur seines Herkunftslandes Kongo zu interessieren. Erste filmische Erfahrungen machte er mit eigenen, in Kinshasa gedrehten, Musikvideos. Bald folgten Kurzfilme, die erstmals 2019 auf internationalen Filmfestivals Erfolg hatten.

Balojis Filme sind bezüglich Themen, Stil und Bildstrategien so polymorph wie seine Musik, die verschiedene afrikanische Afrobeat-Stile und traditionelle Tanzmusik mit westlicher Elektrotanzmusik verbindet. Visuell sind seine Filme schillernd und farbenprächtig. Die meist handgemachte Ausstattung und die Kostüme seiner Protagonisten aus upgecycelten Materialien verbinden traditionelle ethnische Elemente mit urbaner Streetfashion. Thematisch handeln seine Filme – von pointierten Liedtexten begleitet – vom Kolonialismus, digitalen Social Media und urbaner afrikanische Kultur.

Hintergrund: Der Film ZOMBIES von Baloji wurde von der Publikumsjury unserer letzten Langen Nacht des politischen Kurzfilms auf Platz 3 gewählt