An den Rändern der Wel Do, 31.1. – Mi, 6. Feb. 20:30 Uhr
Indigene Völker / weltweit
An den Rändern der Welt
Dokumentarfilm von Thomas Tielsch mit Markus Mauthe, D 2018, 90 Min.
Der Filmemacher Thomas Tielsch begleitete mehrere Jahre den Fotografen und Greenpeace-Aktivisten Markus Mauthe in den entlegensten Orte der Erde und dokumentierte die Lebensweise der letzten indigenen Gemeinschaften. Die Reisen führen vom Südsudan und Äthiopien zu den Seenomaden nach Malaysia und den Indios im brasilianischen Mato Gross. Sie alle leben noch immer mehr oder weniger wie ihre Vorfahren, in meist nomadischen Gemeinschaften am Rande ‚unserer Welt‘, von dem, was ihnen die Natur gibt.

In betörend schönen Bildern zeigen die Autoren alte Kulturen mit ihren traditionellen Bräuchen in einer weitgehend unberührten Natur. Zugleich wird die Bedrohung dieser Lebensweisen und der ökologisch fragilen Lebensräume durch brutale Verdrängungsmechanismen des ‚globalen Westens‘ sichtbar.

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Genesis Do 7. – Mi 13. Feb. 20:30 Uhr
Sibirien / Mammuts / Bioengineering
Genesis 2.0
Dokumentarfilm von Christian Frei, Co-Regie: Maxim Arbugaev, CH 2018, 114 Min.
Auf den unbewohnten Neusibirischen Inseln Jakutiens gibt der Boden, bedingt durch den Klimawandel, seit einigen Jahren Knochen und Stoßzähne von Mammuts frei. In den Sommermonaten machen sich Jäger auf und graben nach dem Weißen Gold, das Jahrtausende lang im Permafrost eingeschlossen war. Es herrscht eine Art Goldrauschstimmung, denn die Preise für das 'weiße Gold' sind so hoch wie noch nie. Doch der auftauende Permafrost gibt nicht nur wertvolles Elfenbein frei.

Manchmal finden die Jäger auch ein fast vollständig erhaltenes Mammutkadaver mit Fell und Muskelgewebe. Solche Funde rufen hochtechnisierte amerikanische und südkoreanische Klonforscher auf den Plan auf der Suche nach Mammutzellen mit möglichst intakter DNA. Sie wollen die Sprache der Natur lernen, Lebewesen klonen und künstliche biologische Systeme erschaffen. Als die jakutischen Mammutjäger Bluttropfen eines Wollhaar-Mammut finden, erwirbt die Sooam Biotech Research den sensationellen Fund – eine Firma, die unter anderem Klone verstorbener Lieblingshunde anbietet, deren Firmenchef Woo Suk Hwang wegen Forschungsbetrugs verurteilt wurde.

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Grand Bals Do 14. – Mi 20. Feb. 20:30 Uhr
Tanz / Lebensgefühl
Le Grand Bal (Das große Tanzfest)
Dokumentarfilm von Laetitia Carton, F 2018, 90 Min, OmU
Am Freitag mit musikalischem Vorprogramm der Mainzer Leineweber
Dies ist die Geschichte eines Tanzballes. Eines großen Balles. Jeden Sommer kommen mehr als 2000 Menschen aus ganz Europa in eine kleine Stadt in Frankreich. Sieben Tage und acht Nächte lang tanzen sie ununterbrochen – verlieren das Gefühl für die Zeit, trotzen ihrer Müdigkeit und ihren Körpern. Alle drehen sich, lachen, wirbeln umher, heulen und singen. Und das Leben pulsiert.

Ein Film der puren Lebensfreude über und mit Menschen, die sich der Musik und dem Tanz hingeben und über MusikerInnen, die diese Menschen in den Tanz spielen. Seit 30 Jahren treffen sich diese Tanzbegeisterten in Gennetines in der Auvergne und feiern beim Grand Bal ein Fest des Lebendig seins.

Der Film zeigt das große Tanzfest und stellt dazu persönliche und philosophische Überlegungen zum Tanzen im Allgemeinen an.
Der Film ist ein Beispiel für Folkfestivals in Frankreich. Auch in Deutschland finden Folk-Tanz und  -Musik zunehmende Begeisterung. In der Alten Ziegelei in Mainz-Bretzenheim bietet die 'Musik- und Tanzwerkstatt' seit über 35 Jahren in VHS-Kursen die Möglichkeit zum Tanz und Musizieren. 4 Musiker/innen der 'Mainzer Leineweber' geben am Freitag, 15.2. vor Filmbeginn den Kinobesuchern eine kleine lebendige Hörprobe des aktuellen Repertoires.

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ora legale Do 21. – Mi 27. Feb. 20:30 Uhr
Cinema Italia / Komödie
L'ora legale (Ab heute sind wir ehrlich)
Spielfilm von Salvo Ficarra & Valentino Picone, I 2017, 92 Min., OmU
Die Kleinstadt Pietrammare in Sizilien leidet unter der Misswirtschaft des langjährigen korrupten Bürgermeisters Gaetano Patanè, der alle Tricks kennt und politische Gegner rechtzeitig auszuschalten versteht. Bei den anstehenden Wahlen traut sich einzig der integre, aber unerfahrene Lehrer Pierpaolo Natoli als Außenseiter gegen ihn anzutreten.
Patanè ist siegessicher, doch das Wunder geschieht: Die Einwohner haben die Nase voll vom Sumpf der Korruption und wählen Natoli zum neuen Bürgermeister. Der hält sein Wahlversprechen und regiert die Stadt ab sofort kompromisslos nach den Prinzipien von Ordnung, Ehrlichkeit und Gesetzestreue. Das hatte natürlich niemand erwartet. Schon bald ebbt die Begeisterung der Wähler ab und die ersten Bürger fordern die Rückkehr zum alten, bequemeren System…

Das sizilianische Komikerduo Ficarra e Picone, stets gemeinsam als Autoren, Regisseure und Hauptdarsteller ihrer Filme tätig, ist in Italien ungemein populär. Mit der frechen politischen Satire "L'ora legale" (Sommerzeitumstellung) haben die beiden wieder einmal voll ins Schwarze getroffen: der Film verzeichnete schon am Startwochenende über 500.000 Besucher und wurde zum größten Komödienerfolg dieses Jahres.
Mit flottem Tempo, gelungenem Timing sowie hübscher Situationskomik präsentiert sich eine Polit-Komödie der amüsanten Art. .., dank der OmU-Version fühlt man sich prompt wie beim Italiener. (Dieter Oßwald, programmkino.de)

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Wegen Fastnacht ab 28.2. bis 8.3. geschlossen!



Sa 9. – Mi 13. März 20:30 Uhr
Musik / Von Fukushima bis Async
Ryuichi Sakamoto: Coda
Dokumentarfilm von Stephen Nomura Schible mit Ryuichi Sakamoto, J/USA, 2017, 102 Min., OmU
Der in Japan aufgewachsene Regisseur Stephen Nomura Schible hat den Komponisten Ryuichi Sakamoto fünf Jahre mit der Kamera begleitet. Sakamoto zieht vor dem Hintergrund der ökologischen Situation seines Heimatlandes und einer persönlichen Lebenskrise Resümee. Für sein Album ªAsync´ arbeitet der Komponist mit einem Klavier, das durch die Tsunami-Katastrophe von 2011 beschädigt wurde.

Der Film stellt Archivmaterial aus dem vielgestaltigen Künstlerleben neben aktuelle Bilder und zeigt Sakomoto bei der Suche nach Klängen, die der Wahrnehmung unserer Welt neue Wege eröffnen und zu einem neuen musikalischen Ausdruck führen...

Sakamoto ist einer der bedeutendsten Künstler unserer Zeit. In den 70ern erfindet er den japanischen Techno-Pop, veröffentlicht als Solo-Künstler erste Alben zwischen elektronischer, klassischer und Weltmusik und wird als Shooting Star gefeiert. In den 80er und 90er Jahren komponiert er legendäre Soundtracks für „Merry Christmas, Mr. Lawrence“, „Little Buddha“ und erhält einen Oscar für "Der letzte Kaiser". Nach dem Unfall in Fukushima am 11. März 2011 engagiert er sich als Umweltaktivist.

"Ryuichi Sakamoto: Coda" von dem in Japan aufgewachsenen Dokumentarfilmer Stephen Nomura Schible, ist eine wunderschöne Hommage, fast ein autobiographisches Selbstportrait des berühmten Komponisten. (...) Einer der sensibelsten und unerwartetsten Künstler-Dokumentarfilme seit langem. Ein kluger bewegender Film, nicht nur interessant für alle, die sich für Sakamoto oder das Kino interessieren. (Rüdiger Suchsland, SWR2)

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VORSCHAU
Wdh. Programm vom 18. Jan wegen grosser Nachfrage:
Fr 12. April 20:30 Uhr
Psychoanalytiker stellen Filme vor
Das Schweigen
Ingmar Bergman S 1963, 94 Min, DF
Referent: PD Dr. Alf Gerlach
Als Ingmar Bergmans Film Das Schweigen 1962 erstmals gezeigt wurde, löste er einen Skandal aus: Die unverhüllte Konfrontation mit weiblichem Begehren konnten viele Zuschauer damals nicht ertragen.

Alf Gerlachs Vortrag zentriert auf eine andere, bisher wenig beleuchtete Perspektive. Er betrachtet die im Zuschauer unbewusst auftretende Identifikation mit dem 9-jährigen Jungen, der neben den beiden Schwestern der dritte Protagonist des Filmes ist. Warum guckst Du mich immer an?¨ fragt ihn seine Mutter – hier wird sein Blick explizit zum Gegenstand gemacht, seine Neugier, die Rätsel, die er zu entschlüsseln versucht. Sind es die Rätsel der kindlichen Sexualität, genauer: Die kindlichen Sexualphantasien? Es ist das Schweigen zwischen den Erwachsenen und zwischen Erwachsenem und Kind, das von Sprachlosigkeit zeugt, von der Unfähigkeit, vielleicht auch Unmöglichkeit, etwas in Sprache zu übersetzen, fassbar und begreiflich zu machen, was im Unbewussten der Protagonisten des Films und in uns angesiedelt ist.
In Kooperation mit dem Mainzer Psychoanalytischen Institut (mpi)
Eintritt: 6,50 (normal), 4,50 (ermäßigt)
mpi Mainz: mpi-mainz.de