Der marktgerechte Patient Sa 1. - Di 4.12. 20:30 Uhr
Gesundheitspolitik / Film und Diskussion
Der marktgerechte Patient
Dokumentarfilm von Leslie Franke & Herdolor Lorenz, D 2018
am Samstag anschl. Diskussion mit Leslie Franke
In Kooperation mit Fachstelle Gesellschaftliche Verantwortung des Evangelischen Dekanats Mainz
Seit der Umstellung der Krankenhausfinanzierung auf sogenannte Fallpauschalen steht für deutsche Klinken nicht mehr der kranke Mensch, sondern der Erlös aus seiner Behandlung im Vordergrund. Der Film deckt die gefährlichen Auswirkungen dieser Ökonomisierung auf Patienten und Klinikbeschäftigte auf.

DER MARKTGERECHTE PATIENT handelt von den Ursachen und fatalen Folgen der Fallpauschalen. Leslie Franke und Herdolor Lorenz („Wer rettet Wen?“, 2015; „Water Makes Money“, 2011) haben sich dazu mit Mediziner_innen, Pflegepersonal und Patient_innen getroffen, mit Krankenhausmanagern und Gesundheitsaktivist_innen. Auf der Basis einer scharfen Ursachenanalyse liefert ihr Film Argumente für alle, die sich für eine menschenwürdige und soziale Gesundheitsversorgung für Patienten und Beschäftigte einsetzen wollen.
Zuvor von Leslie Franke & Herdolor Lorenz im CinéMayence: "Wer rettet wen? Die Krise als Geschäftsmodell" (2015)

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Filmbild Mi 5.12. 20:00 Uhr
Zeitzeugen 1933 / Film und Diskussion
My Life in Hitler’s Germany (Ma vie dans l’Allemagne d’Hitler)
Dokumentarfilm von Jérôme Prieur, Roche Productions u. ARTE France 2018 (avant-première), 104 Minuten, englische Fassung (Stimme: Ute Lemper)
Einführung Prof. Dr. Detlef Garz, anschl. Gespräch mit dem Regisseur
Eine Veranstaltung des Zentrum für Interkulturelle Studien (ZIS) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Eintritt frei!

Im Sommer 1939 initiierten drei Wissenschaftler der Harvard University, ein Soziologe, ein Psychologe und ein Historiker, ein ‚wissenschaftliches Preisausschreiben‘ unter der Überschrift ‚Mein Leben vor und nach dem 30. Januar 1933‘. Angesprochen wurden Emigrantinnen und Emigranten, ‚die Deutschland (und Österreich) vor und während Hitler 'gut kennen‘. An dem Wettbewerb, der mit 1.000$ honoriert wurde, beteiligten sich mehr als 250 Personen, darunter über 60 Frauen, mit teilweise sehr ausführlichen autobiographischen Manuskripten. Die Verfasser sind Juden, Intellektuelle und religiös Verfolgte.

Diese umfangreichen Autobiographien, die aus allen vier Himmelsrichtungen des Globus eingesandt wurden, so aus nicht nur aus den USA, sondern auch aus Australien, Shanghai, Japan oder auch Brasilien, sind bis heute weitgehend übersehen worden. Dieser Film lässt uns zum ersten Mal die Stimmen dieser Frauen und Männer vernehmen, denen es gelang, aus ‚Nazi-Deutschland und Österreich' zu fliehen, und er gibt uns durch historische Amateurfilmaufnahmen die Gelegenheit, uns ein Bild dieser Zeit zu machen.
URL Ankündigung Fondation pour la Mémoire de la Shoah: http://www.fondationshoah.org/memoire/ma-vie-dans-lallemagne-dhitler-de-jerome-prieur
URL ZIS: https://www.zis.uni-mainz.de/

Achtung: wegen Überlänge beginnt die Veranstaltung bereits um 20:00 Uhr



Bild Kurzfilmpreis

Do 6.12. 20:30 Uhr
Kurz.film.tour
Deutscher Kurzfilmpreis
5 Filme, D 2017, 100 Min
Die AG Kurzfilm und der Bundesverband kommunale Filmarbeit organisieren auch 2018 die Kinotournee der Preisträger und Nominierten des Deutschen Kurzfilmpreises und freuen sich sehr, die Zuschauer zu einer ganz besonderen Kurzfilmveranstaltung einladen zu können.
Das CinéMayence zeigt (alphabetische Folge):

Bild Kurzfilmpreis
Nominierung Kategorie Animationsfilm bis 30 Minuten Laufzeit
Call of Cuteness
Animationsfilm von Brenda Lien, D 2017, 4 Min.
Während wir gesund und munter die neueste Katzen Fail Compilation anschauen – holt uns alles, was außerhalb unseres Sichtfelds gehalten wird, in diesem konsumistischen Albtraum wieder ein. Auf einem globalen Spielplatz ohne Regulierungen wird der Katzenkörper verzehrt, ausgenutzt und kontrolliert. Die Angst vorm Schmerz ist größer als der Wille zur Freiheit. Objekte werden fetischisiert und Subjekte zu Dingen gemacht - quantifizierbar und einsatzbereit. Sie sind der natürliche Rohstoff für einen Luxus, den sie nie kennen werden. Wir sind hier, weil ihr dort wart - und Abfall wird im Meer entsorgt. Am Ende offenbaren die Körper die Ursachen und Wirkungen von Macht, Lust und Hass.
Bild Kurzfilmpreis
Deutscher Kurzfilmpreis für Spielfilm von mehr als 10 bis 30 Minuten Laufzeit
Gabi
Spielfilm von Michael Fetter Nathansky, D 2017, 30 Min.
In Gabis Leben hat sich eine zähe Leere eingeschlichen. Ihr Ehemann betrügt sie, doch sie regt sich nicht einmal mehr auf. Ihre Schwester ist hochschwanger und gestresst. Statt Zeit für Gabi zu haben, drückt sie ihr ständig Aufgaben auf. Zu allem Überfluss übernimmt Gabi, nach einem Rohrbruch im Altersheim, auch noch die Pflege ihres senilen Papas. Einzig in ihrem Job als Fliesenlegerin gibt es jemanden, der sie beachtet, der sie anschaut und mit ihr redet, ja fast schon in übertriebenem Maße. Es ist ihr Azubi Marco. Marco schafft es nicht, sich von seiner untreuen Freundin zu trennen. Deshalb hat er beschlossen in den Arbeitspausen das Schlussmachen zu proben: mit Gabi in der Rolle seiner Freundin. Auf diese Weise kommt es ebenso zu Wutausbrüchen wie Zärtlichkeiten zwischen Marco und der Figur, die Gabi spielt.
Bild Kurzfilmpreis
Deutscher Kurzfilmpreis für Experimentalfilm
Landstrich
Experimentalfilm/Animation von Juliane Ebner, D 2017, 29 Min.
Eine Geschichte über das Schweigen, Erinnern und Erzählen. Der halbstündige, auf hunderten Zeichnungen basierende Kurzfilm „Landstrich“ handelt vom Schicksal einer deutschen Familie zwischen Kriegsende und Mauerfall. Er beginnt mit den Sätzen: „Nach dem Krieg hatte meine Großmutter schlechtes Gewissen, weil sie noch lebte. Ihr Mann hatte ihr eine Pistole gegeben und gesagt, wenn der Russe käme solle sie zuerst die Kinder und dann sich selbst erschießen, und das hatte sie nicht getan.“ Der Film ist wie alle Filme der Künstlerin Juliane Ebner biografisch inspiriert und nicht auf die offizielle Geschichtsschreibung, sondern auf die individuelle Wahrnehmung gerichtet.
Bild Kurzfilmpreis
Deutscher Kurzfilmpreis für Dokumentarfilm bis 30 Minuten Laufzeit
Oh Brother Octopus
Dokumentarfilm von Florian Kunert, D 2017, 27 Min.
Im Glauben der indonesischen Seenomaden besitzt jedes neugeborene Kind einen Zwillingsbruder in Form eines Oktopus. Rituale sollen den Bruder im Wasser besänftigen und Unheil abwenden. Nach Bruch mit der Tradition, wird das Stadtbild Jakartas zur apokalyptischen Rache des Oktopus-Bruders erklärt.
Deutscher Kurzfilmpreis für Spielfilm bis 10 Minuten Laufzeit
Bild Kurzfilmpreis
PIX
Spielfilm von Sophie Linnenbaum, D 2017, 9 Min.
Ein Vater schießt ein erstes Foto seines Neugeborenen und setzt einen unaufhaltsamen Kreislauf in Gang. Im Schnelldurchlauf zieht das Leben des Jungen an uns vorbei, reduziert auf die fotogenen Momente des Lebens: das erste Weihnachtsfest, die Einschulung, Kindergeburtstage, die erste große Liebe, die Hochzeit, die Geburt des eigenen Kindes... der Junge selbst bleibt Statist, während um ihn herum sein Leben als Kulisse auf- und wieder abgebaut wird.



Fr 7.12. - Mi 9.1.2019

+++ Spielzeitpause +++