Palmyra Do, 1. – So, 04.11. 20:30 Uhr
Syrien / Kulturerbe
Palmyra
Essayfilm von Hans Puttnies, D 2017, OmU, 90 Min.
Im Sommer 2015 wurden die berühmten Tempel von Palmyra in Syrien durch den IS zerstört. Die meisten Menschen begriffen nicht, dass nun ein viel größeres Verbrechen begann: das Assad-Regime bombardierte rücksichtslos die direkt daneben liegende moderne Stadt Tadmor und machte die Familien, die von den Denkmälern gelebt hatten, zu Flüchtlingen in Europa.

Im Jahr 2008 war Hans Puttnies privat in Palmyra und filmte alles, was ihn menschlich berührte: die grandiosen Tempel und Grabtürme, die Skulpturen im Museum, aber auch die Menschen, die von der einzigartigen Ruinenlandschaft lebten. Nach der Zerstörung der Anlage verarbeitete er seine Handkamera-Aufnahmen zu diesem Essayfilm. Als ehemaliger Philosophiestudent bei Horkheimer und Adorno interessierte in das Nachleben der Antike in Palmyra und wie Achäologie und Diktatur im Einlang mit Bildungstourismus stehen. Puttnies verwendet sein einmaliges Filmmaterial in Kombination mit anderen Dokumenten dazu, kritisch den Weg nachzuzeichnen, der zu dem überhöhten "Weltkulturerbe" führte, das im Krieg allen Parteien als Propaganda dienen konnte - und das doch die geliebte Heimat vieler Menschen war. Die Bewohner, die oft nur noch als Souvenirhändler überleben konnten, stehen im Mittelpunkt.

»Palmyra« wirbt damit am Beispiel der zerstörten Denkmäler für einen anderen Kulturbegriff. Nicht die seltenen Dinge sind wertvoll, sondern die Menschen, die sie mit ihrem Leben überliefern.

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FILMZ-Symposium "Streben gen Westen"

Bild aus Das finstere Tal Mo, 5. Nov. 20:00 Uhr
Das finstere Tal
Spielfilm (Alpenwestern) von Andreas Prochaska, D/A 2014, 115 Min.
Ein düsteres Geheimnis, ein entlegenes Hochtal und ein schweigsamer Fremder. Greider kommt bei der Witwe Gader und ihrer jungen Tochter Luzi für den Winter unter. Luzi, die kurz vor der Heirat mit ihrem Lukas steht, ist voller Furcht. Denn eine Hochzeit ist in diesem Dorf mit einer furchtbaren Tradition verknüpft. Als dann auch noch die Brenner-Brüder auf mysteriöse Weise umkommen, wird klar, dass es sich wohl nicht um einen Zufall gehandelt hat.
Filminfo, Reservierung und Eintrittskarten: FILMZ/
Offizielle Filmseite: www.dasfinsteretal.x-verleih.de


Bild aus Gold Di, 6. Nov. 20:00 Uhr
Gold
Spielfilm (Berliner Schule/ Western) von Thomas Arslan, D/CAN 2013, 113 Min.
Sommer 1898, Kanada zur Zeit des Klondike-Goldrauschs. Emily Meyer schließt sich einer Gruppe deutscher Amerika- Auswanderer an, um sich auf den langen Weg nach Dawson zu den kurz zuvor entdeckten Goldfeldern zu machen. Angetrieben von ihrem Traum und der Hoffnung auf ein besseres Leben, kämpft sich die Gruppe durch das weite Land, jedoch scheint sich ihr Ziel mit jedem Schritt weiter von ihnen zu entfernen.
Filminfo, Reservierung und Eintrittskarten: FILMZ/
Offizielle Filmseite: www.gold-im-kino.de


Bild aus Western Mi, 7. Nov. 20:00 Uhr
Western
Spielfilm (Drama/ Western) von Valeska Grisebach, D/BG /A 2017, 121 Min.
Eine Gruppe deutscher Bauarbeiter macht sich auf den Weg zu einer Auslandsbaustelle in der bulgarischen Provinz. Das fremde Land und die raue, wenig erschlossene Landschaft wecken die Abenteuerlust der Männer und konfrontieren sie gleichermaßen mit ihren eigenen Vorurteilen und ihrem Misstrauen. Das nahe gelegene Dorf wird für zwei der Männer zur Bühne eines Konkurrenzkampfs um die Anerkennung und die Gunst der Dorfbewohner*innen.
Filminfo, Reservierung und Eintrittskarten: FILMZ/
Offizielle Filmseite: www.western-der-film.de



Oppenheimer Bester Dokumentarfilm HESSISCHER FILMPREIS 2018
Do, 8. Nov. 20:30 Uhr
Jüdische Kulturtage / Film und Diskussion
Joseph Süsskind Oppenheimer - ein Justizmord
Dokumentarfilm von Ina Knobloch, D 2018, 60 Min. Anschließend Gespräch mit der Regisseurin – In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz und der Landeshauptstadt Mainz
Er war Finanzmakler und Bankier im frühen 18. Jahrhundert und wurde als einer der größten Verbrecher aller Zeiten hingerichtet, weil er einen „Fehler“ hatte: Er war Jude. Es ist die Geschichte von Joseph Süsskind Oppenheimer, der vom umworbenen Geheimen Rat durch antisemitische Intrigen zum geächteten „Jud Süß“ wird.

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cessez-le-feu Fr, 9. Nov. 20:30 Uhr
100 fois 100 ans: La grande guerre au cinéma
Cessez-le-feu
Spielfilm von von Emmanuel Courcol, F 2015, OmU, 103 Min.
D: Romain Duris und Céline Sallette
Eine Veranstaltung des Institut français Mainz mit Unterstützung der Mission du Centenaire
1923. Der heldenhafte Kriegsveteran Georges suchte nach Kriegsende einen Neustart und lebte vier Jahre lang als Nomade und Abenteurer in Afrika. Nun ist er zurück in Frankreich bei seiner Mutter und seinem Bruder Marcel, einem Kriegsinvaliden, der verstummt ist. Georges findet nur schwer seinen Platz in diesem Nachkriegsfrankreich, wo das Leben ohne ihn seinen Lauf genommen hat. Er lernt die Gebärdensprachlehrerin Hélène kennen, auf die er sich aber auch nicht leichten Herzens einlassen kann.


Poesie-der-Liebe Sa, 10. – Di, 13. Nov. 20:30 Uhr
Französische Woche / Film français / Vorpremiere
Die Poesie der Liebe (Monsieur & Madame Adelman)
Spielfilm von Nicolas Bedos, F 2017, 115 Min., OmU
D: Nicolas Bedos, Doria Tilllier u.a.
im Rahmen der Französischen Woche des Institut français
Sarah und Victor lernen sich Anfang der Siebzigerjahre in einem Pariser Nachtclub kennen. Für Sarah ist es Liebe auf den ersten Blick, während Victor sich anfangs noch nicht zu entscheiden wagt. Bald trennen sich ihre Wege wieder und es deutet zunächst nichts darauf hin, dass sie am Ende beinahe ein halbes Jahrhundert zusammen durchs Leben gehen werden. Doch Sarahs Charme und Intelligenz kann sich der ambitionierte Victor nicht lange entziehen. Sie heiraten schließlich und gründen eine Familie.

Gemeinsam durchleben sie Jahrzehnte voller Leidenschaft, Geheimnisse, Nähe und Distanz. Victor steigt schnell zum gefeierten Schriftsteller auf, während Sarah in seinem Schatten ein scheinbar unspektakuläres Leben führt. Victors Erfolg verdankt die Familie ein sorgenfreies Leben und gesellschaftliche Anerkennung. Doch nach und nach stellt sich heraus, wer tatsächlich hinter dem raketenhaften Aufstieg des Schriftstellers Adelman stand.

Der Film über Liebe und künstlerische Kreativität entfaltet ein Karussell der Eifersucht, Affären und des geteilten Lebens von Monsieur und Madame Adelmann.

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visiting the past Mi, 14. Nov. 20:30 Uhr
Filme aus Rheinland-Pfalz / Kinopremiere
Visiting the Past - Von New York nach Essenheim
Dokumentarfilm von Barbara Trottnow, D 2018, 56 Min.
Anschl. diskutiert Horst Wenner (Referat Medien/Medienkompetenz, LpB) mit Barbara Trottnow (Regie)
In Kooperation mit Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz
Der Film begleitet Joan Salomon aus New York bei einem Besuch in Essenheim (bei Mainz). Ihre jüdische Familie musste das rheinhessische Dorf 1934 verlassen, die Anfeindungen waren nach der Machtergreifung durch die Nazis zu groß geworden. Nur ihrer Mutter gelang es, nach Amerika auszuwandern, ihre Großmutter und ihre Tante kamen im Konzentrationslager ums Leben. Auf den Spuren der Vergangenheit trifft sie alte Essenheimerinnen, die ihre Familie gekannt haben.

In dem Ort, der auch der ihre hätte sein können, wird sie freundlich aufgenommen. Die älteste Einwohnerin, geboren 1920, ist mit der jüngeren Schwester ihrer Mutter zusammen zur Schule gegangen, sie waren gut befreundet. Eine andere Essenheimerin erzählt ihr, wie es nach der Reichskristallnacht in der Synagoge aussah.

Joan Salomon wurde 1945 in New York geboren, aber die Vergangenheit hat auch ihr Leben bestimmt. Ihre Mutter hat sich nie verziehen, dass es ihr nicht gelungen war, den Rest der Familie nach Amerika zu holen. Ihrer Tochter erzählte sie daher kaum etwas über ihr Leben in Deutschland. Und dennoch empfindet Joan Salomon eine große Nähe zu dem Weindorf und freut sich über jede Kleinigkeit, die sie über ihre Familie erfährt.

Der Film beschreibt den Wunsch nach Heimat, die Suche nach der Herkunft, aber auch den Umgang mit der Vergangenheit bei denen, die nie weg waren. Er erzählt Geschichte und Geschichten, die bald verloren sein werden, weil niemand sie mehr erzählen kann.
Offizielle Filmseite: www.bt-medienproduktion.de



Filme aus Israel / Israel im Film 15. – 21. November 2018

Auch dieses Jahr veranstaltet das CinéMayence wieder die Reihe „Filme aus Israel – Israel im Film“ in Kooperation mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und der AG Israel an der JGU und dem Israelischen Generalkonsulat.

Der Norden Do, 15. Nov. 20:30 Uhr
Filme aus Israel / Israel im Film
Israel – der Norden/Israel – der Süden
2 Dokumentarfilme von Michael R. Gärtner, D 2018, 2 x 43 Min
Eine Produktion von K22 (Mainz) im Auftrag des ZDF in Zusammenarbeit mit ARTE Redaktion: Petra Boden, ZDF/ARTE
anschließend Gespräch mit dem Regisseur
Gäste: Michael Gärtner (Autor), Wolfram Giese (Produzent), Ralf Blasius (Produzent), Wolfgang Bergmann (Koordinator ARTE im ZDF)*, Marita Hübinger (Redaktionsleitung Wissen/ARTE), Birgit Kurz (Pressekoordination ZDF/ARTE), Petra Boden, betreuende Redakteurin (Redaktion Wissen/ARTE)
*Teilnahme noch nicht bestätigt
Israel – der Norden
Der Norden Israels erstreckt sich von Tel Aviv über den See Genezareth bis in die Golanhöhen. Intensive Landwirtschaft auf fruchtbaren Böden macht die Region zum Brotkorb Israels. Der Film lädt ein zu einer Entdeckungsreise durch eine kulturell vielfältige Landschaft, die auch mit reicher Natur überrascht. So haben Wölfe in den Golanhöhen eine sichere Heimat gefunden, Goldschakale bevölkern die Parks der Städte und große Haiarten wandern ins Mittelmeer ein. Forscher vermitteln zwischen Landwirten und Tierschützern, um die letzten Wildnisgebiete zu erhalten.
Israel – der Süden
Bild aus Der Sueden Der Süden Israels umfasst das Gebiet zwischen Jerusalem und Eilat am Roten Meer. David Ben-Gurion hatte, als erster Ministerpräsident des jungen Staates, die Vision die Region, die größtenteils aus Wüste besteht, zum Blühen zu bringen. Heute sind israelische Obst- und Gemüsefarmer dank innovativer Technologien sogar in der Lage, Überschüsse zu produzieren. Die Wüste ist zum Kreativlabor geworden. Trotz intensiver Nutzung bietet sie seltenen Tieren noch immer wertvolle Nischen: Millionen Zugvögel folgen auf ihrem Weg zwischen Afrika und Europa der Route mitten durch die Wüste. In unberührten Gegenden sind Wölfe, Hyänen und Sandfüchse unterwegs. Und am Roten Meer kämpfen Forscher für den Erhalt eines der längsten, intakten Korallenriffe der Erde.
URL der Produktion: http://www.k22film.de/



Ein Tag wie kein anderer Fr 16. – Sa 17. Nov 20:30 Uhr
Filme aus Israel / Israel im Film
Ein Tag wie kein anderer (Shavua Ve Yom)
Spielfilm von Asaph Polonsky, IL 2016, OmU, 98 Min.
Vor sieben Tagen haben Eyal (Shai Avivi) und Vicky (Evgenia Dodina) ihren 25-jährigen Sohn beerdigt. Die Shiva, das jüdische Trauerritual, ist nun beendet, die Besuche und Beileidsbekundungen ebben ab. Während Vicky schnellstmöglich zur Normalität eines geregelten Lebens zurückkehren möchte, geht Eyal den entgegensetzten Weg und konserviert seinen momentanen Ausnahmezustand mit allen Mitteln: Er freundet sich mit dem Nachbarsohn Zooler an. Zusammen verbringen sie einen unvergesslichen Tag voller absurder Situationen und finden gemeinsam einen Weg aus der Trauer.

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Dil Leyla So 18. Nov. 11:00 Uhr
SI-Star Frauenfilmpreis / Matinee und Film
Dil Leyla
Dokumentarfilm von Asli Özarslan, D 2016, 71 Min.
anschl. Mittagsbuffet und Diskussion
(Teilnahme nach Anmeldung beim Veranstalter)
Die 26-jährige Leyla Imret, eine türkische Kurdin aus Bremen, wird in ihrer Heimatstadt Cizre zur jüngsten Bürgermeisterin der Türkei gewählt. Die Berliner Regisseurin Asli Özarslan begleitet die junge Frau und ihre Familie auf ihrem Weg in die Politik, durch Kämpfe, Krisen und und bei ihrer Begegnung mit der unberechenbaren türkischen Staatsgewalt, durch Erinnerungen an eine traumatische Kindheit auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft.

Mit dem Filmportrait gewann die Regisseurin den Frauenfilmpreis SISTAR 2018.
Stifter des mit 10.000 € dotierten SI Star sind das Frauennetzwerk Soroptimist International, Club Mainz und die rheinland-pfälzischen SI-Clubs. Eine weitere Regisseurin wird mit einer Lobenden Erwähnung ausgezeichnet, die von den Berliner SI-Clubs gestiftet ist. Schirmherrin des SI-STAR ist die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz Malu Dreyer.



Distanz So 18. Nov 20:30 Uhr
Filme aus Israel / Israel im Film
Aus nächster Distanz (Mistor)
Spielfilm von Eran Riklis, D/F/IL 2017, 93 Min.
Die israelische Mossad-Agentin Naomi soll die libanesische Informantin Mona beschützen, bis Mona eine Gesichtsoperation überstanden und eine neue Identität bekommen hat. Zwei Wochen lang leben beide in einem vermeintlichen Safehouse in Hamburg.

Zwei schöne Frauen, die zum Spielball politischer Machtinteressen werden: Die libanesische Informantin Mona (Golshifteh Farahani) und die israelische Mossad-Agentin Naomi (Neta Riskin), die Mona beschützen soll, bis diese sich von einer Gesichtsoperation erholt und eine neue Identität bekommen hat. Zwei Wochen lang leben die beiden Frauen, die weit mehr teilen, als es zunächst den Anschein hat, gemeinsam in einer vermeintlich sicheren, geheimen Hamburger Wohnung. Niemand ahnt, dass sich diese beiden Wochen in einen wahren Alptraum verwandeln werden. In einem komplexen Vexierspiel aus Hochverrat, Loyalität und Entscheidungen, die nicht ihre eigenen sind, werden die Beziehung der beiden Frauen, ihre Versprechen und ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt: Wofür lohnt es sich zu leben, und wem kann man am Ende noch trauen?

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Muhi Mo 19. – Di 20. Nov 20:30 Uhr
Filme aus Israel / Israel im Film
Muhi – Generally Temporary
Dokumentarfilm von Rina Castelnuovo & Tamir Elterman, D/IL 2017, 89 Min., OmU
Muhi, Sohn eines Hamas-Aktivisten, wird als Säugling zur Behandlung einer lebensbedrohlichen Krankheit aus dem Gazastreifen in ein israelisches Krankenhaus verlegt um sein Leben zu retten. Begleiten darf ihn nur sein Großvater Abu Naim. Mit zwei Jahren verschlimmert sich sein Zustand dramatisch und die Ärzte sind gezwungen, seine Gliedmaßen zu amputieren. Muhi richtet sich ein: mit künstlichen Armen und Beinen, im Kreis seiner liebevollen Betreuer, zwischen seiner Heimat und seinem Zuhause. Seine Rückkehr nach Gaza wäre auf Grund der desolaten Gesundheitsversorgung sein sicheres Todesurteil, das Betreten israelischen Bodens ist ihm und seinem Großvater jedoch durch die israelischen Sicherheitsvorschriften untersagt. Monate werden zu Jahren und Muhi, heute sieben Jahre alt, verbringt sein ganzes bisheriges Leben in diesem Krankenhaus. Liebevoll betreut von Abu Naim, seinem Großvater und Buma Inbar, einem israelischen Kriegsveteran, der seinen eigenen Sohn im Krieg verlor.

Muhi, kurz für Mohammed, wächst unter paradoxen Umständen auf – gerettet, behandelt und aufgezogen vom „Feind“ seines Volkes, während seine eigentliche Familie in Gaza lebt. Ein Dilemma für alle Beteiligten, das eine schwere Entscheidung fordert: wird Muhi in Israel ohne seine Familie aufwachsen oder, unter Lebensgefahr nach Gaza zurückkehren?

Beim Tauziehen um Muhis Zukunft üben verschiedene Seiten Druck aus: das israelische Krankenhaus, seine Familie im Gazastreifen, seine zwei „Ersatzväter“ und die Politik, von der das Kind unweigerlich umgeben ist. Von innen heraus und aus einer sehr persönlichen Erzählperspektive bildet die Dokumentation ab, wie komplex die Situation ist, wie sehr sie das Leben der Menschen bestimmt und selbst auf diejenigen Einfluss nimmt, die wie Muhi unfreiwillig in sie hineingezogen werden. Aber auch, wie es trotz scheinbar unlösbaren Situationen immer weiter geht. Wir verfolgen, wie Muhis Weg verläuft, wie sich sein Leben entwickelt und welche Zukunft sich auftut.

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Bild Mi 21. Nov 20:30 Uhr
Filme aus Israel / Israel im Film
Foxtrot
Spielfilm von Samuel Maoz, D/F/IL 2017, 113 Min., OmU
Ein Klopfen an der Tür verändert das Leben des wohlsituierten Tel Aviver Architekten Michael und seiner Frau Dafna. Ihr Sohn Jonathan ist als Soldat «im Dienst des Landes gefallen». Dafna bricht zusammen und erhält ungefragt ein starkes Sedativum vom Militärsanitäter. Die Nachricht vom Tod ihres 19-jährigen Sohnes Jonathan wirft Leben, Psyche und Ehe des Paars aus der Bahn. Getrieben von tiefer Trauer und Verständnislosigkeit gerät der verzweifelte Vater in einen Sog von Wut und Schmerz. Doch plötzlich nimmt die Geschichte eine unvorhersehbare Wendung, die das Schicksal der ganzen Familie in eine neue Richtung lenkt.
»Mit FOXTROT adressiert Maoz die Tabuthemen seines Heimatlandes neuerlich: den Schuldkomplex der Holocaust-Überlebenden; die blinden Flecken in den Herkunfts- und Familiengeschichten; die Sprachlosigkeit über vergangenen Schrecken und die undenkbaren Analogien, die daraus für die Gegenwart folgen. Dabei denkt Maoz in psychosozialen Dimensionen, die er um den politischen Kontext erweitert.« (Alexandra Seitz, epd Film)

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Bild Do, 22. Nov 20:30 Uhr
Film als interkulturelle Verständigung
Das Arc Film Festival lädt ein
Kurzfilmprogramm, Einlass und Wein ab 20 Uhr
Filmsprache ist über Grenzen hinweg verständlich. Das Arc Filmfestival tritt 2019 zum 3. Mal ans Mainzer Firmament und schlägt Bögen zu anderen Kulturen und Denkensweisen. 2018 hatten wir Filmschaffende aus 24 Ländern der Welt eingeladen. Allem im Zentrum steht der Dialog. Am 22. November laden wir alle Mainzer recht herzlich ein sich von unserer Kurzfilmauswahl inspirieren zu lassen.




Unser Saatgut Fr, 23. – Mi 28. Nov. 20:30 Uhr
Ökologie / Saatgut
Unser Saatgut – Wir ernten was wir säen
Dokumentarfilm von Taggart Siegel, Jon Betz, USA 2016, OmU, 94 Min.
Wenige Dinge auf der Erde sind so kostbar und lebensnotwendig wie Saatgut. Geschätzt seit Beginn der Menschheit, sind die Samen unserer Kulturpflanzen die Quelle fast allen Lebens. Sie ernähren und heilen uns und liefern Rohstoffe für unseren Alltag. Doch diese wertvollste aller Ressourcen ist bedroht: Mehr als 90 Prozent aller Saatgutsorten sind bereits verschwunden. Biotech-Konzerne wie Syngenta und Bayer/Monsanto kontrollieren mit gentechnisch veränderten Pflanzen längst den globalen Saatgutmarkt. Daher kämpfen immer mehr passionierte Bauern, Wissenschaftler, Anwälte und indigene Saatgutbesitzer wie David gegen Goliath um die Zukunft der Sortenvielfalt.

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Bigger than life Do, 29. Nov. 20:00 Uhr
Kurzfilm-Wettbewerb / Fach- und Publikumsjury
Lange Nacht des politischen Kurzfilms
6 Kurzfilme aus BR, D, I, Macedonia, PL im Wettbewerb + Sonderprogramm
Der Kurzfilm ist ein beliebtes Medium, um ein Thema anzureißen und damit Anlass für Diskussionen zu geben. Er kann prägnant informieren, provokant Widerspruch herausfordern oder einfühlsam ein Stimmungsbild vermitteln. Doch oft sind Filme in der politischen Bildung veraltet oder langweilig. Wir stellen in dieser Veranstaltung deshalb die Frage: Was ist ein guter Kurzfilm zu aktuellen politischen Themen? Unterscheidet er sich überhaupt von einem guten “unpolitischen” Kurzfilm? Wir stellen diese Frage ganz praktisch, indem wir Filme zeigen.

Dafür wählen wir Filme aus, die zugleich auch im Kino funktionieren, also anspruchsvoll unterhalten und künstlerisch herausragend sind.
Die Antwort geben eine Fachjury sowie das Publikum mit seinen Stimmzetteln. Die Voten dienen als Ankaufsempfehlungen für den Einsatz in der politischen Bildung.
Zu dem etwa dreistündigen Programm gehören Filme aller Genre und Gattungen: vom Dokumentarfilm über den Spiel- und Animationsfilm. Während der Jury-Beratungen zeigen wir außerdem aktuelle Videos aus dem Internet.

Die Veranstaltung beginnt um 20.00 Uhr und endet etwa um 00.00 Uhr. Eintritt: 5,00 Euro (Einheitspreis inkl. Pausensnack und Getränke). Reservierungen empfohlen!
Es laden ein: die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz in Kooperation mit dem CinéMayence.

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Happy End Fr, 30. Nov. 20:30 Uhr
Psychoanalytiker stellen Filme vor
Happy End
Spielfilm von Michael Haneke, F/A/D 2017, 107 Min, DF
D: Isabelle Huppert, Jean-Louis Trintignant u.a.
Referent: Dipl.-Psych. Dr. Udo Porsch Eintritt 6,50/4,50€
Der gewählte Titel des Films hat initial verführerische Qualität, weil er das ubiquitäre Bedürfnis, dass alles gut werden soll zu bedienen verspricht. Aber zugleich überführt er anachronistisch, wenn der Film den Werteverfall einer großbürgerlichen französischen Großfamilie in Calais demaskiert, d.h. auch an einem Ort, an dem die westliche Welt mit dem Elend der Flüchtlinge konfrontiert wird. Ähnlich wie Eve, die 13-jährige Protagonistin, die die Welt um sich herum mittels Smartphone sieht und aufzeichnet und damit auch eine notwendige Distanz herstellen muss, bleiben auch die Zuschauer bei der Betrachtung des Unglücks und des Zerfalls in der Idylle häufig außen vor. Damit wird ihnen aber auch gespiegelt und kann Bewusstsein dafür schaffen, wie sehr Dissoziation, Entfremdung und die emotionale Neutralisierung von Bedeutungen als zentrale Abwehr- und Bewältigungsstrategien aktuell notwendig zu sein scheinen.



Vorschau:



Sa 1. - Di 4.12. 20:30 Uhr
Gesundheitspolitik / Film und Diskussion
Der marktgerechte Patient
Dokumentarfilm von Leslie Franke & Herdolor Lorenz, D 2018
am Samstag anschl. Diskussion mit Leslie Franke
In Kooperation mit Fachstelle Gesellschaftliche Verantwortung des Evangelischen Dekanats Mainz
Seit der Umstellung der Krankenhausfinanzierung auf sogenannte Fallpauschalen steht für deutsche Klinken nicht mehr der kranke Mensch, sondern der Erlös aus seiner Behandlung im Vordergrund. Der Film deckt die gefährlichen Auswirkungen dieser Ökonomisierung auf Patienten und Klinikbeschäftigte auf.

DER MARKTGERECHTE PATIENT handelt von den Ursachen und fatalen Folgen der Fallpauschalen. Leslie Franke und Herdolor Lorenz („Wer rettet Wen?“, 2015; „Water Makes Money“, 2011) haben sich dazu mit Mediziner_innen, Pflegepersonal und Patient_innen getroffen, mit Krankenhausmanagern und Gesundheitsaktivist_innen. Auf der Basis einer scharfen Ursachenanalyse liefert ihr Film Argumente für alle, die sich für eine menschenwürdige und soziale Gesundheitsversorgung für Patienten und Beschäftigte einsetzen wollen.
Zuvor von Leslie Franke & Herdolor Lorenz im CinéMayence: "Wer rettet wen? Die Krise als Geschäftsmodell" (2015)

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