Piripkura Do, 10. – So, 13. Jan 20:30 Uhr
Indigene Völker / Amazonas
Piripkura
Dokumentarfilm von Renata Terra, Bruno Jorge, Mariana Oliva, BR 2018, 81 Min., OmU
Das Amazonasgebiet wird nach und nach von unkontrollierten Abholzungen zerstört. Um das Regenwaldgebiet des indigenen Volkes der Piripkura zu beschützen, muss Jair Candor, Koordinator der brasilianischen Indigenenschutzbehörde (FUNAI), beweisen, dass die letzten beiden überlebenden Männer noch existieren.
Gemeinsam mit einer Film-Crew und mit Rita, der letzten Verwandten der Beiden, begibt er sich in die Tiefen des Tropenwalds auf die Suche nach Pakyî und Tamandua. Eine seit 1998 von ihnen entzündete, und seitdem ununterbrochen brennende, Fackel ist ihr wertvollster Besitz und der Schutzstatus des von ihnen bewohnten Waldgebiets beruht auf ihrem Überleben.

Piripkura wirft ein Licht auf die Tragödien, die der im Amazonasgebiet lebenden indigenen Bevölkerung widerfahren. Trotz der beeindruckenden Widerstandsfähigkeit und Beharrlichkeit der letzten Piripkura liegt eine unausweichliche Frage in der Luft: Wie lang kann das noch weitergehen?

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REY Mo, 14. – Mi, 16. Jan 20:30 Uhr
Indigene Völker / Patagonien
Rey
Spielfilm von Niles Atallah, Chile/F 2017, 90 Min., Mapudungun-spanOmU
Eine unglaubliche Geschichte aus Lateinamerika: 1860 reiste der französische Anwalt und Abenteurer Orélie-Antoine de Tounens durch die Wälder Südchiles und Argentiniens, um die Königreiche Araucanía und Patagonien zu gründen – mit sich selbst als König! Als es ihm – ohne Soldaten, Waffen und internationale Hilfe – gelingt von Führern der Mapuche zum König gewählt zu werden, bekommt er gravierende Probleme.

De Tounes wird von der chilenischen Regierung, die koloniale Interessen in der Region hat, festgenommen und ins Gefängnis geworfen. Trotz Verhaftung, Gefangenschaft, Deportation und öffentlicher Demütigungen, versuchte er den Rest seines Lebens, zurückzukehren. Er hat es aber weder geschafft, sein Königreich zu verteidigen, noch wurde es vom Rest der Welt anerkannt.

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AKTIV Do, 17. Jan 20:30 Uhr
Engagement / Film und Diskussion
Aktiv für Flüchtlinge
Doku, Paul Schwarz, D 2018, 94 Min.
Anschließend Diskussion mit Dr. Paul Schwarz (Autor) und Pfarrer Siegfried Pick (Ausländerpfarramt Bad Kreuznach).
Für seinen Film Aktiv für Flüchtlinge – Die Brückenbauer von Bad Kreuznach hat der Autor Paul Schwarz ein Jahr lang die Arbeit des Pfarramtes für Ausländerarbeit in Bad Kreuznach begleitet. Er zeigt die ganze Bandbreite alltäglicher Flüchtlingsarbeit des Ausländerpfarramtes. Diese Arbeit beschränkt sich nicht nur auf das Gebiet der Stadt Bad Kreuznach, sondern bezieht auch die Dörfer des Landkreises ein.

Der Film stellt die verschiedenen Arbeitsbereiche vor, indem er Begegnungen der Haupt- und Ehrenamtlichen mit den Geflüchteten zeigt. Die Flüchtlinge kommen dabei meist selbst zu Wort und schildern, wie ihnen geholfen wurde sich in einem neuen, für sie fremden Land, zurecht zu finden. Dazu gehören der Sprachunterricht genauso wie das gemeinsame Essen oder der gemeinsame Sport.

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HINWEIS: die Veranstaltung mit dem Film DAS SCHWEIGEN ist ausverkauft !!!
Wir erwägen eine Wiederholung.
Wenn sich genügend Interessenten finden, wird die Veranstaltung am Fr, 12.4. stattfinden. Bitte senden Sie bei Interesse eine E-Mail an kino(at)cinemayence.de und Sie werden informiert.


SCHWEIGEN Fr, 18. Jan 20:30 Uhr
Psychoanalytiker stellen Filme vor
Das Schweigen
Ingmar Bergman S 1963, 94 Min, DF
Referent: PD Dr. Alf Gerlach
Als Ingmar Bergmans Film Das Schweigen 1962 erstmals gezeigt wurde, löste er einen Skandal aus: Die unverhüllte Konfrontation mit weiblichem Begehren konnten viele Zuschauer damals nicht ertragen.

Alf Gerlachs Vortrag zentriert auf eine andere, bisher wenig beleuchtete Perspektive. Er betrachtet die im Zuschauer unbewusst auftretende Identifikation mit dem 9-jährigen Jungen, der neben den beiden Schwestern der dritte Protagonist des Filmes ist. Warum guckst Du mich immer an?¨ fragt ihn seine Mutter – hier wird sein Blick explizit zum Gegenstand gemacht, seine Neugier, die Rätsel, die er zu entschlüsseln versucht. Sind es die Rätsel der kindlichen Sexualität, genauer: Die kindlichen Sexualphantasien? Es ist das Schweigen zwischen den Erwachsenen und zwischen Erwachsenem und Kind, das von Sprachlosigkeit zeugt, von der Unfähigkeit, vielleicht auch Unmöglichkeit, etwas in Sprache zu übersetzen, fassbar und begreiflich zu machen, was im Unbewussten der Protagonisten des Films und in uns angesiedelt ist.
In Kooperation mit dem Mainzer Psychoanalytischen Institut (mpi)
Eintritt: 6,50 (normal), 4,50 (ermäßigt)
mpi Mainz: mpi-mainz.de



KLANG DER STIMME Sa, 19. – Mi, 23. Jan 20:30 Uhr
Musikfilm / Gesang
Der Klang der Stimme
Dokumentarfilm von Bernard Weber, CH 2018, 82 Min.
Was geschieht, wenn wir singen? Kann Singen Glücksgefühle erzeugen? Was erlebt ein Sänger bei einer magischen Performance?

Der Klang der Stimme erzählt von vier Menschen, die mit Leidenschaft die Grenzen der menschlichen Stimme neu ausloten. Andreas Schaerer experimentiert mit seiner Stimme, um Klänge zu finden, die ihn bei Live-Auftritten verwandeln. Schaerer steht in der langen Tradition von Stimmakrobatik zwischen Ernst Jandl und Al Jarreau – er kann einen Laubbläser oder das Rattern von Rollkoffern mit seinen Lippen nachahmen.

Die Sopranistin Regula Mühlemann sucht den perfekten 360-Grad-Rundum-Klang, der frei im ganzen Raum schwebt. Bei Gesangsübungen macht die Flamme einer Kerze das Phänomen sichtbar.
Der Freiburger Phoniatrie-Facharzt und Chorsänger Matthias Echternach forscht mit ausgeklügelten wissenschaftlichen Methoden nach dem Geheimnis der menschlichen Stimme. Und die Stimmpädagogin Miriam Helle begleitet mit unkonventionellen Klängen in Workshops und Stimmmeditationen Menschen auf dem Weg zu sich selbst.

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WO BIST DU Do, 24. – Mo, 28. Jan 20:30 Uhr
Musikfilm / Bossa Nova / Saudade
Wo bist Du, João Gilberto?
Musikdokumentarfilm von Georges Gachot, CH/D/F 2018, OmU, 106 Min.
Girl from Ipanema, Chega de Saudade oder Corcovado – diese Klassiker der Bossa Nova sind nach wie vor Welthits der lateinamerikanischen Musik. Erfunden wurde ihr einzigartiger, leiser Klang von einem Mann, dessen Gitarre und Gesang alle kennen, mit dem aber seit langem kaum jemand gesprochen hat, weil er sich seit dreissig Jahren in einem Hotelzimmer in Rio de Janeiro versteckt: João Gilberto.

Jahrelang hatte der deutsche Journalist Marc Fischer geradezu obsessiv sein Idol João Gilberto gesucht und darüber in seinem Buch Hobalala berichtet. Nun hat sich der französische Filmemacher Georges Gachot der Geschichte angenommen. Mit dem Buch wie einen Reiseführer unter dem Arm streift Gachot durch die Welt der Bossa Nova.

Auf Basis von Fischers Begegnungen, Aufzeichnungen, Tagebucheinträgen, Fotos, sowie Bild- und Tonaufnahmen bricht Gachot auf eine tragikomische, musikalische Reise zu den Ursprüngen und Wegbereitern der Bossa Nova auf und kommt dabei dem legendären, verschollenen Musiker unerreicht nahe.

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Aus dem Nichts Di, 29. Jan 20:00 Uhr
Zum NSU-Prozess / Film und Gespräch
Aus dem Nichts
Spielfilm, Fatih Akin, D 2017, 106 Min.
Anschließend Podium und Diskussion
Aus dem Nichts zerbricht das Leben von Katja Şekerci, als ihr Mann und ihr Sohn bei einem terroristischen Bombenanschlag ums Leben kommen. Sie stürzt in eine tiefe Krise, bis die Polizei zwei Verdächtige verhaftet: Ein junges Neo-Nazi-Paar. Katja will Gerechtigkeit.

In fiktionaler Form verarbeitet Fatih Akin in seinem Film die rassistischen Morde des ›Nationalsozialistischen Untergrunds‹ (NSU). Im Jahr 2012 versprach Angela Merkel den Opfern und Opferfamilien des NSU, dass alles getan werde, um diese Morde aufzuklären und alle Täter ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Sieben Jahre später, nach diversen Untersuchungsausschüssen, einem langen Gerichtsverfahren und dem Urteil im NSU-Prozess ist die Frage: Was ist von diesem Versprechen geblieben?

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LOMO Mi, 30. Jan 20:30 Uhr
Social Media / Film und Diskussion
Lomo
Spielfilm von Julia Langhof, D 2017, 101 Min.
Anschl. Gespräch mit Prof. Dr. Kugelmann, Landesbeauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit
Karl lebt mit seiner Zwillingsschwester bei wohlhabenden Eltern in Berlin. Schule und Familienleben öden ihn an. Motivation und Bestätigung findet er als LOMO in seinem Blog ›The Language of Others‹. Dort postet er auch persönliche Aufnahmen seiner Familie, was zu Streitigkeiten mit seinem Vater führt. Als Karls sich in seine Mitschülerin Doro verliebt und diese ihn nach einer kurzen Affäre fallen lässt, postet er in betrunkenem Zustand ein Rachevideo, das ihn und Doro beim Sex zeigt – mit fatalen Folgen: Die Follower seines Blogs beginnen sich in sein reales Leben einzumischen.

Der Film erfindet für die beiden Welten von Karl und LOMO, die sich zunehmend überschneiden, überraschende Stilmittel. Phänomene der sogenannten sozialen Medien werden überzeugend visualisiert und thematisiert.
Trailer: www.youtube.com
Offizielle Filmseite: www.lomo-derfilm.de
Medienpädagogische Tipps: www.visionkino.de/filmtipps/
Datenschutz RLP: /www.datenschutz.rlp.de/.../termine-veranstaltungen/



An den Rändern der Wel Do, 31.1. – Mi, 6. Feb. 20:30 Uhr
Indigene Völker / weltweit
An den Rändern der Welt
Dokumentarfilm von Thomas Tielsch mit Markus Mauthe, D 2018, 90 Min.
Der Filmemacher Thomas Tielsch begleitete mehrere Jahre den Fotografen und Greenpeace-Aktivisten Markus Mauthe in den entlegensten Orte der Erde und dokumentierte die Lebensweise der letzten indigenen Gemeinschaften. Die Reisen führen vom Südsudan und Äthiopien zu den Seenomaden nach Malaysia und den Indios im brasilianischen Mato Gross. Sie alle leben noch immer mehr oder weniger wie ihre Vorfahren, in meist nomadischen Gemeinschaften am Rande ‚unserer Welt‘, von dem, was ihnen die Natur gibt.

In betörend schönen Bildern zeigen die Autoren alte Kulturen mit ihren traditionellen Bräuchen in einer weitgehend unberührten Natur. Zugleich wird die Bedrohung dieser Lebensweisen und der ökologisch fragilen Lebensräume durch brutale Verdrängungsmechanismen des ‚globalen Westens‘ sichtbar.

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