Bild aus DIE ROTE LINIE Do, 23. Mai – Di 28. Mai 20:30 Uhr
Klima und Kohle / Hambacher Forst
Die rote Linie
Dokumentarfilm von Karin de Miguel Wessendorf, D 2019, 115 Min.
In Kooperation mit BUND Kreisverband Mainz und Klima Aktiv Mainz
am Do anschl. Diskussion mit Tiffi Hübener
Der Kampf um den Hambacher Forst, das Ringen um den Ausstieg aus der Kohleverstromung und der wachsende öffentliche Widerstand – DIE ROTE LINIE – Widerstand im Hambacher Forst zeigt eine lokale David-gegen-Goliath-Geschichte: Clumsy, der junge Waldbesetzer, Antje Grothus, Anwohnerin aus Buir und Mitglied einer Bürgerinitiative, Lars, ein Familienvater, der in einem Geisterort ausharrt und der Umsiedlung trotzt.

Seit 2015 begleitet die Regisseurin Karin de Miguel Wessendorf diese und weitere Protagonisten in ihrem anfangs einzelnen Aufbegehren bis hin zum später bundesweit bekannten gemeinsamen Protest gegen die Rodung des Hambacher Forstes. Gerade die Auseinandersetzungen im Herbst 2018 haben gezeigt, wie dringend eine öffentliche Diskussion zum Ausstieg aus der Kohle ist.
Trailer: Vimeo

mehr...→




Bild aus TRIUMPH DES GUTEN WILLENS Mi 29. Mai 20:30 Uhr
Erinnerungspolitik
Triumph des guten Willens
Dokumentarfilm von Mikko Linnemann, D 2016, 95 Min
Protagonisten: Klaus Bittermann, Henryk M. Broder, Alex Feuerherdt, Hermann L. Gremliza u.a.
In Kooperation mit Gruppe Kritik in Gesellschaft
Der Film setzt sich mit den Texten des Publizisten Eike Geisel auseinander. Im Zentrum stehen Geisels Kritiken an der deutschen Erinnerungspolitik und seine These über die "Wiedergutwerdung der Deutschen". Texte Geisels aus den 1990er Jahren unter anderem über die Neue Wache und das Holocaust-Mahnmal kontrastieren die heutigen Bilder der beschriebenen Gedenkstätten. Sie zeigen eine Normalität, die es eigentlich nicht geben dürfte.

Zudem analysieren ausführliche Interviews mit Alex Feuerherdt, Klaus Bittermann, Hermann L. Gremliza und Henryk M. Broder Geisels Thesen in Hinblick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse heute. Von der politischen Biografie Eike Geisels ausgehend, zeichnet TRIUMPH DES GUTEN WILLENS ein Bild erinnerungspolitischer Debatten der letzten Jahrzehnte und fragt schließlich nach der Möglichkeit von Kritik in unmöglichen Zeiten.
Trailer:Vimeo

mehr...→




Bild aus MIR IST ES EGAL Do, 30. – Di, 4. Juni 20:30 Uhr
Erinnerungspolitik reenacted / Neues rumänisches Kino
„Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen"
Spielfilm von Radu Jude, Rumänien/BUL/D/F/CZ 2018, 139 Min., OmU
Die junge Regisseurin Mariana Marin plant eine groß angelegte, radikale Theateraufführung zu Rumäniens Beteiligung am Holocaust. Unter General Antonescu wurde der massive Antisemitismus in der rumänischen Gesellschaft zur offiziellen Vernichtungspolitik erklärt, seine Rolle und die seiner Regierung im Zweiten Weltkrieg wird aber bis heute glorifiziert. Vom damaligen Massenmord will niemand mehr etwas wissen.

Mit einem Reenactment der damaligen Ereignisse soll das Theaterstück das Publikum aufrütteln, doch bereits vor der Premiere zeigen sich zahlreiche Probleme: es gibt Unmut unter den Komparsen, ein Abgesandter der Stadtregierung möchte das Stück zensieren und auch in Marianas Privatleben läuft nicht alles glatt. Die als Weckruf konzipierte Performance gerät Schritt für Schritt zur Farce...
Trailer: Vimeo

mehr...→





Beyond the red lines Sa 1. Juni 17:45 Uhr
Klima / Film und Diskussion
Beyond the red lines – Systemwandel statt Klimawandel
Dokumentarfilm von Cine Rebelde, D 2016, 90 Min., OmU
anschl. Diskussion mit Rise for Climate Mainz, Extinction Rebellion Frankfurt, KlimaAktiv Mainz, Fridays for Future in Kooperation mit attac Mainz
Eine Veranstaltung von KlimaAktiv Mainz
Ob im rheinischen Braunkohlegebiet, am Hafen von Amsterdam oder auf den Straßen von Paris während des Weltklimagipfels, die Kämpfe für Klimagerechtigkeit werden an immer mehr Fronten geführt. BEYOND THE RED LINES (Jenseits der roten Linien) ist die Geschichte einer wachsenden Bewegung, die zivilen Ungehorsam leistet und die Transformation hin zu einer klimagerechten Gesellschaft selber in die Hand nimmt.

Dieser Film porträtiert drei Initiativen im Vorfeld und während des Weltklimagipfels. Er zeigt uns, wie 1.300 Menschen in den Rheinischen Braunkohletagebau eindringen und ihre Körper in den Weg von gigantischen Kohlebaggern stellen, um Europas größte CO2-Quelle für einen Tag lahmzulegen („Ende Gelände“). Im Film kommen Menschen zu Wort, die den Import fossiler Brennstoffe am Hafen von Amsterdam blockieren (Klimacamp „ground control“ & „Climate Games“). Er zeigt uns Menschen, die eine 5.000 km lange Fahrradtour nach Paris machen, um unterwegs unzähligen lokalen Initiativen eine gemeinsame Stimme für eine klimagerechte Welt zu verleihen (Alternatiba).

mehr...→





Foto: Im Vorhof der Geschichte Mi 5. Juni 20:30 Uhr
200 Jahre Karl Marx / Film und Diskussion
Im Vorhof der Geschichte – Celebrating Marx
Essayfilm von Mikko Linnemann, D 2019, 94 Min.
mit Beiträgen u.a. von Felix Bartels, Michael Hüther, Reinhard Kardinal Marx, Lars Rensmann
anschließend Diskussion mit dem Regisseur
Auch 200 Jahre nach Karl Marx Geburt wird um die Deutungsmacht seines Werkes gestritten. Der Kampf gegen die Ideen von Marx findet dabei hauptsächlich in Form ihrer Aneignung statt. Sehr unterschiedliche Akteure und Strömungen unternehmen jeweils den Versuch, die historische Person und das Werk Marxens für sich zu vereinnahmen.

Eine Beschäftigung mit Karl Marx und eine entschiedene Bezugnahme auf die emanzipatorische Stoßrichtung seines Denkens bedeutet, sein Werk nicht den tauben Verächtern und blinden Verehrern zu überlassen. Es geht um ein Denken, das keinen Halt kennt vor den Irrtümern und Schwachstellen der Marx’schen Theorie und darüber hinaus das Verständnis um Gesellschaft und deren Strukturbedingungen weiterentwickelt..

mehr...→




Logo Visionär



Foto LA-POINTE-COURTE Do, 6. Juni 20:30 Uhr
Eröffnung / Hommage
La Pointe Courte
Spielfilm von Agnès Varda, F 1954, 90 Min., s/w, OmenglUT
Montage: Alain Resnais, D: Philippe Noiret (Er), Silvia Monfort (Sie) und die Einwohner von La Pointe Courte (Herault)
August 1954: Am Thau-Teich in einem Ortsteil von Sète (Herault), der La Pointe Courte genannt wird, kehrt ein Mann in den Ferien an den Ort seiner Kindheit zurück. Er hofft mit seiner jungen Ehefrau seine Liebe zu dieser Landschaft zu teilen. Das Paar, von Unverständnis ergriffen, interessiert sich kaum für die Existenz und die Probleme der Bewohner der Nachbarschaft.

La Pointe Courte ist ein verarmtes Küstenfischerdorf in Südfrankreich, in dem die Fischer um ihr Überleben mit der Suche nach Schalentieren kämpfen. Im Sommerlicht erkunden Silvia Monfort und Philippe Noiret ihre zerbrechliche Liebe.
Ausgewählte zeitgenössische Pressestimmen
« Premier ouvrage d’une femme de talent, ‘’La Pointe Courte’’ est également le premier son de cloche d’un immense carillon. »
J. DE BARONCELLI, Le Monde, Juni 1955

« LA POINTE COURTE est un film miraculeux. Par son existence et par son style (…). »
A. BAZIN, Le Parisien Libéré, Januar 1956

« Documentaire romancé ? Essai-cinéma ? Poème en images ? C’est un film, en tout cas, qu’il ne faut pas seulement voir, mais dont il faut parler. »
J-L BORY, L’Express, Januar 1956)

mehr...→



Foto: Bad Bad Winter Fr, 7. Juni 20:30 Uhr
VISIONÄR Film Festival
Bad Bad Winter (Tak sebe zima)
Spielfilm von Olga Korotko, Kasachstan/F 2018, 116 Min., OmenglUT
Dinara, die Tochter eines Unternehmers aus Astana kehrt in die Stadt ihrer Kindheit zurück um das Haus ihrer Großmutter zu verkaufen. Überraschend bekommt sie dort Besuch von ehemaligen Klassenkamerad*innen, doch die anfänglich freundliche Stimmung des Treffens kippt, als sie ihr erzählen, dass sie gerade einen Mord begangen haben und nun Geld brauchen, um sich davon rein zu waschen. Dinara Verweigerung sie zu unterstützen bringt ihre einstigen Freund*innen dazu, nur noch brutaler darauf zu drängen und bald sind sie nichts weiter als eine Gruppe Menschen unterschiedlicher sozialer Klassen, die keine Sympathien füreinander mehr hegen.

Der Mikrokosmos, den uns die Regisseurin Olga Korotko aufzeigt, markiert den Übergang zum Erwachsenenleben der ehemaligen Klassenkamerad*innen. Die unerbittliche Kamera durchkreuzt die Stille, Gesten und Blicke dieser modernen Dostoewski’schen Charaktere, die das Gewicht und das Erbe der sowjetischen Utopie auf ihren Schultern tragen.
Unbewusst ihrer Privilegien versucht Dinara vergeblich ihre Unschuld zu retten. Bad Bad Winter richtet den Fokus gekonnt auf das Verdrehen der Rollen. Die Opfer werden zu Tätern, die sich ihrer letzten moralischen Bürden entledigen: Die Wölfe schlafen nur.

mehr...→



Foto: One Day Sa, 8. Juni 20:30 Uhr
VISIONÄR Film Festival
One Day (Egy Nap)
Spielfilm von Zsófia Szilágyi, H 2018, 99 Min., OmenglUT
Als dreifache Mutter hastet Anna durch ihr Leben: von der Arbeit zum Kindergarten, zur Schule, zum Ballet und zum Fechten. Und als wäre das alles nicht genug, vermutet sie auch noch, dass ihr Mann sie betrügt. Unaufhörlich wachsen die Probleme weiter an und Anna droht daran zu zerbrechen. Um weiter zu machen braucht sie mehr Kraft als sie aufbringen kann. Wird sie es schaffen, das Einzigartige in ihrem Leben zu retten?

Zsófia Szilágyi erzählt uns von Annas Welt ohne einen explizit feministischen Impetus oder Anspruch und erreicht damit perfekt ihr Ziel. Sie beschreibt die Stärke und Zerbrechlichkeit einer Frau, die sich anscheinend nie verändert. Sie schafft ein Bewusstsein bei den Frauen, die ihr zusehen und ihr (und sich selbst) helfen wollen sich von den überholten Rollenbildern zu befreien um einfach sie selbst zu sein. Es ist eine zugleich zarte und brutale Anprangerung, begleitet von einer ebenso feinfühlig wie intensiven Kameraarbeit, die sich wie ein Schleier über die Realität legt. Minimalistisch, tiefgründig und wahrhaft authentisch. Gewinner des FIPRESCI Best First Feature Awards der Woche der Kritik in Cannes.

mehr...→



Foto: Too Late to Die Young So, 9. Juni 20:30 Uhr
VISIONÄR Film Festival
Too Late to Die Young (Tarde para morir joven)
Spielfilm von Dominga Sotomayor, Chile 2018, 110 Min.
Im Sommer 1990 kehrt die Demokratie nach Chile zurück. In einer abgelegenen Gemeinde bereiten sich Sofía (16), Lucas (16) und Clara (10) auf die Silvesternacht vor und werden mit der ersten Liebe und ihren Ängsten konfrontiert. Auch wenn sie weit weg von den Gefahren der großen Stadt leben, sind sie nie weit entfernt von den Gefahren der Natur.

Dominga Sotomayor Castillo, die Regie geführt und das Drehbuch geschrieben hat, erzählt die kraftvolle Coming of Age- Geschichte von zwei Teenagern und einem Kind, wobei sich eine vierte dazu gesellt: die des neuen Chile. Die Inszenierung zeugt von einem beeindruckenden Talent der Regisseurin und erzeugt ein nahezu sensorisches Erlebnis: Fast scheint es, als könne man die Schwüle dieser Sommertage mit der Hand fassen und die Luft riechen. William Faulkner schrieb in “Licht im August”: “Die Erinnerung glaubt noch bevor das Wissen sich erinnert.” Tarde Para Morir Joven beschreibt genau das. Sotomayors Film ist eine poetische Abhandlung über die Nostalgie. Mit einem nachdenklichen, feinfühligen und sensiblen Blick erschafft die Regisseurin Bilder und Szenen, die wie Postkarten aus der ländlichen Idylle einer nostalgischen Vergangenheit zu kommen scheinen – eine längst vergangene Zeit, die nie wieder zurückkommt aber die glaubt, noch bevor sie etwas weiß.

mehr...→




VORSCHAU

Mo, 10. – Mi, 12. Juni 20:30 Uhr
Grundrecht auf Wohnen / Immobilienkrise
PUSH - Für das Grundrecht auf Wohnen
Dokumentarfilm von Fredrik Gertten, S 2019, 92 Min., OmU
mit Leilani Farha, Saskia Sassen, Joseph Stiglitz, Roberto Saviano

Do, 13. Juni 17:00 Uhr
Protestkulturen im Wandel / Film und Diskussion
Eine deutsche Jugend (Une Jeunesse Allemande)
Essayfilm von Jean-Gabriel Périot, F/D/CH 2015, 93 Min., OmU
Anwesend: Karl-Heinz Dellwo (als RAF-Zeitzeuge, Dokumentarfilmer und Publizist beratend tätig gewesen).
Moderation: Tom Ullrich (Institut für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft JGU Mainz)

Fr, 14. – Mi, 19. Juni 20:30 Uhr
Natur- und Tierschutz
Die Wiese - ein Paradies nebenan
Dokumentarfilm von Jan Haft, D 2019, 90 Min.
nach oben