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FILME AUS ISRAEL / ISRAEL IM FILM – 25. Nov. bis 1. Dez 2021

Nachdem sie letztes Jahr vom Lockdown betroffen war, freuen wir uns dieses Jahr wieder in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und der Israel AG der Universität Mainz die Filmreihe FILME AUS ISRAEL / ISRAEL IM FILM anbieten zu können.

Die ausgewählten Spiel- und Dokumentarfilme, alles Mainzer Premieren, handeln auf unterschiedliche Weise von Identitätsfragen, die von der Migration in ein anderes Land ausgelöst werden. Im Fokus des Programms stehen die Beziehungen der Generation, die aus Europa vertrieben wurde und in Israel eine neue Heimat fand, zur dritten Generation, der in Israel geborenen. Viele junge Israelis, insbesondere säkulare mit einer liberalen Einstellung, die sich zuhause nicht mehr wohlfühlt, drängt es nach Europa. Insbesondere die Hauptstädte Deutschlands und Österreichs sind als Auswanderungsziel beliebt. Dies führt zwangsläufig zu Konflikten oder Meinungsverschiedenheiten zwischen Großeltern und Enkeln.

Die Auseinandersetzung findet formal und stilistisch vielfältig statt: als Screwball-Comedy, als Tragikomödie oder bei den Dokumentarfilmen als historische Recherche und in Diskursform.

Vielen der ausgewählten Filmen ist außerdem gemeinsam, dass sie auf persönlichen Erfahrungen der RegisseurInnen beruhen, die sie in ihren Filmen be- und verarbeiten. Manche unter Ihnen haben bereits ihr Land verlassen oder haben enge Beziehungen zu Europa. Dies ist auch einer der Gründe für die Mehrsprachigkeit der Filme und für die auffällig vielen länderübergreifenden Koproduktionen.

Bitte beachten Sie für die Israel-Woche gilt die 2G-Regel mit der Option auf dichtere Platzbelegung (1 freier Sitz zwischen jedem belegten Platz und keine Paarsitze) für stark nachgefragte Veranstaltungen.




Do, 25. + Fr, 26. November 20.30 Filmbild
Filme aus Israel / Israel im Film
Kiss Me Kosher
Spielfilm von Shirel Peleg, IL/D 2020, 102 Min., dt/engOmU
Darsteller: Moran Rosenblatt, Luise Wolfram, Irit Kaplan, Rivka Michaeli, Juliane Köhler, Bernhard Schütz
Die quirlige jüdische Großmutter Berta und ihre nicht weniger leidenschaftliche Enkelin Shira streiten inniglich über die Liebe und darüber, was Frau darf und was nicht. Vor allem als sich ihre geliebte Enkeltochter ausgerechnet für Maria, eine Deutsche, entscheidet. Die beiden jungen Frauen machen richtig ernst – sie wollen heiraten. Das Chaos ist perfekt als die Eltern von Maria aus Deutschland auf die Mischpoke in Jerusalem treffen.
So unterschiedlich beide Familien sind, so einig sind sich alle in einem Punkt: Die Hochzeit muss geplant werden! Nur eine versucht mit allen Mitteln diesen Bund des Lebens zu verhindern – Berta. Für sie ist eine Ehe zwischen einer Israelin und einer Deutschen ein Ding der Unmöglichkeit. Obwohl auch sie mit dem Palästinenser Ibrahim ein recht unkonventionelles Liebesglück gefunden hat, das sie im Gegensatz zur lebensfrohen Enkeltochter vor der Familie verheimlicht. Aber wie lange kann das noch so gutgehen?

»Die romantische Komödie demaskiert lässig und pointiert gängige Klischees in der Liebe, Religion und dem deutsch-israelischen Verhältnis. Der Film entstand in vier Sprachen – hauptsächlich in Englisch sowie teilweise in Deutsch, Hebräisch und Arabisch – in und um Tel Aviv und Jerusalem.

Genüsslich wird hier versucht, mit allen nur erdenklichen Stereotypen zwischen Gender- und Geopolitik zu spielen, inklusive der traumatischen Vergangenheit. Die beiden Protagonistinnen können sich das leisten. Schließlich ständen sie ja ganz oben auf einer Liste, wenn es „mal wieder so weit käme“, hat Peleg provokant ins Drehbuch geschrieben, und zwar in einen Dialog ausgerechnet im Holocaust-Museum. (...)
Shirel Peleg beherrscht die Klaviatur der kulturellen Missverständnisse und spielt gekonnt mit den Klischees, ohne auf sie hereinzufallen. Die Regisseurin hat zuerst am Sapir College in Israel studiert, unmittelbar am Gazastreifen gelegen, danach an der Filmakademie Baden-Württemberg und setzte sich sowohl mit der NS-Vergangenheit Deutschlands auseinander als auch mit der gegenwärtigen Siedlungspolitik in Israel und dem Kampf der Palästinenser um Freiheit und Grundrechte. Daraus eine Screwball-Komödie zu machen, erfordert nicht nur viel Mut, sondern auch eine gewisse emotionale Distanz.« (Ulrich Sonnenschein, epdFilm)


Filmbild Sa, 27. + So, 28. November 20.30
Filme aus Israel / Israel im Film
Die Wurzeln des Glücks (Holy Lands)
Spielfilm von Amanda Sthers, F/B/IL 2017, 90 Min., OmU
Darsteller: James Caan, Tom Hollander, Rosanna Arquette, Jonathan Rhys Meyers, Efrat Dor Produktion: Laurent Bacri
In einer Sackgasse des Lebens angekommen, beschließt Harry Rosenmerck, sein New Yorker Leben hinter sich zu lassen, um eine Schweinefarm in Nazareth zu betreiben. Schweine auf geweihtem Boden! Das verursacht erstmal gehörigen Ärger mit dem ansässigen Rabbi Moshe Cattan. Doch nach ersten Schwierigkeiten entwickelt sich zwischen den beiden Männern eine tiefe Freundschaft, die Harry auch dazu bringt, sein bisheriges Leben und seine Beziehungen zu seiner Ex-Frau und seinen Kindern zu überdenken. Mit der Tragikomödie „Die Wurzeln des Glücks“ bringt die französische Autorin und Regisseurin Amanda Sthers („Madame“) ihren hoch gelobten Roman „Schweine züchten in Nazareth“ ins Kino. Einfühlsam, schräg, amüsant und traurig zugleich, zeichnet sie ein sensibles Familienporträt und lässt vor der eindrucksvollen Kulisse Israels eine universelle Geschichte über Liebe, Verlust und Toleranz entstehen. Für ihre dritte Regiearbeit vereint die erfolgreiche Schriftstellerin ein Star-Ensemble.

Es ist also einiges los in diesem Film. Die französische Regisseurin und Schriftstellerin Amanda Sthers hat ihren eigenen Roman „Schweine züchten in Nazareth“ verfilmt und dabei viele Steine ins Rollen gebracht. Unbekümmert springt sie zwischen den Handlungssträngen hin und her, von New York nach Brüssel, von dort nach Nazareth und wieder zurück. Die lose Szenenfolge wird durch ein Voiceover zusammengehalten, bei dem die unterschiedlichen Familienmitglieder aus den Briefen vorlesen, die sie sich gegenseitig geschrieben haben. (Michael Ranze, film-dienst)


Filmbild Mo, 29. November 20.30
Filme aus Israel / Israel im Film
Back to the Fatherland
Dokumentarfilm von Kat Rohrer und Gil Levanon, A/IL/D/USA 2017, 74 Min. eng/hebr/dtOmU
Gil und Kat, die zwei Filmemacherinnen, sind seit ihren College Zeiten, vor über 10 Jahren, in New York Freunde. Gil ist aus Israel, die Enkelin eines Holocaust Überlebenden, Kat ist aus Österreich die Enkelin eines Nazi Offiziers. Gil überlegt, nach Berlin zu ziehen, doch ihr Großvater traut den Deutschen immer noch nicht und quittiert ihren Wunsch mit nur einem Satz: "Auf keinen Fall!".

Die Auswanderung vieler junger Israelis bringen Gil und Kat zu dem Entschluss Enkel von Holocaust Überlebenden, die nach Deutschland und Österreich gezogen sind, zu finden. Die beiden wollen erfahren, wie deren Großeltern auf ihren Schritt reagieren. Sie treffen auf Dan und Guy, die in Österreich und Deutschland zu leben. Die israelischen Freunde der Beiden können ihre Entscheidung nur schwer akzeptieren; ihre Eltern sind ablehnend; die Großeltern zwiespältig.

Die Großeltern haben nach ihrer Flucht Israel aufgebaut, die junge liberal-säkulare Generation fühlt sich dort heute immer mehr an den Rand gedrängt. Aber ist es richtig nach Europa zu gehen, in Länder aus denen die Großelterngeneration flüchten mussten. Und welches Risiko geht man, angesichts eines zunehmenden Antisemitismus, dort ein. Der Film gibt dieser ungehörten Generation eine Stimme und spricht ein Generationen-Problem an, das sonst medial keine große Aufmerksamkeit erhält.


Filmbild Di, 30. November 20.30
Filme aus Israel / Israel im Film
Swimmingpool am Golan
Dokumentarfilm von Esther Zimmering, D 2018, 88 Min. dt/eng/hebrOmU
Der Film spannt den Bogen zwischen drei Generationen deutsch-jüdischen Lebens in Deutschland, der DDR und Israel. Anhand von Archivmaterial und Gesprächen mit Familienangehörigen deckt Esther die Geheimnisse und Ungereimtheiten der Zimmerings auf. Nur zwei ihrer Vorfahren haben den Holocaust überlebt: Esthers Grossmutter Lizzi und deren Cousine, Grosstante Lore.
Lizzi entkam 1939 nach England, wo sie dem FDJ-Mitbegründer Josef Zimmering begegnete und heiratete. 1945 kehrten sie zurück nach Ostdeutschland und nahmen am Aufbau der DDR teil. Großvater Zimmering wird erster ständiger Vertreter der DDR bei der UN in Genf und liefert israelkritische Berichte ans ZK der SED. Lizzis Cousine Lore gelang die Flucht nach Palästina. Dort heiratete sie den Zionisten Max Zimels, der als Gesandter für die Jewish Agency in Berlin noch Tausende von Juden nach Palästina retten konnte. Sie lebten im Kibbuz Kfar Szold, nahe dem Golan. Zimels gehört zu den zionistischen Gründervätern des Staates Israel. In beiden Familienzweigen werden die Großväter wie Helden verehrt, von der Richtigkeit der jeweils anderen, eigenen Lebenshaltung ist man beiderseits überzeugt.

Die Filmemacherin Esther Zimmering begibt sich in Berlin und Israel auf die Suche nach den großen Ideen, denen ihre Vorfahren gefolgt sind, und stößt auf unterschwellige Konflikte und Geheimnisse. Sowohl auf israelischer als auch auf ostdeutscher Seite tauchen merkwürdige und politisch brisante Lücken in den Legenden der Familie auf.

»Mit den über Zeiten und Länder weit verzweigten Strängen skizziert Zimmering unverstellt und mit Mut zur Intimität, wie sich während der Dreharbeiten ihre eigene euphorische Sicht auf Israel verändert hat (...) Vor dem Hintergrund des Holocausts und des in Europa neu aufkommenden Antisemitismus gewinnt diese jugendlich zarte Identitätssuche eine berührende Wärme. Und bietet Stoff für mehr als nur eine Geschichtslektion.å(Alexandra Wach, film-dienst)


Filmbild Mi, 1. Dezember 20.30
Filme aus Israel / Israel im Film
Synonymes
Spielfilm von Nadav Lapid, F/IL/D 2019, 123 Min. frz-hebrOmU
Darsteller: Tom Mercier, Louise Chevillotte, Quentin Dolmaire, Uri Hayik
Yoav hat keinen guten Start in Paris. Dabei ist der junge Israeli mit höchsten Erwartungen hierher gekommen. Die Wohnung, an deren Tür er klopft, ist leer. Als er dort ein Bad nimmt, werden seine Sachen gestohlen. Am nächsten Morgen finden ihn die Nachbarn Caroline und Èmile halb erfroren unter der Dusche. Sie retten ihn in ihre Wohnung und ihr Bett. Doch ihr Interesse an seiner Person scheint nicht ganz selbstlos zu sein.
Das Verhältnis mit Caroline und Émile gerät zwischenzeitlich aus dem Blick. Dafür dominieren fortan Yoavs Begegnungen mit, meist exentrischen, ehemaligen Landsleuten.
Dabei will er so schnell wie möglich seine Nationalität loswerden. Israeli zu sein, ist für ihn eine Belastung. Franzose zu werden hingegen bedeutet für ihn die Erlösung. Um seine Herkunft auszulöschen, versucht Yoav die Sprache zu ersetzen. Kein hebräisches Wort soll mehr über seine Lippen kommen, stattdessen setzt er alles daran, sein Französisch zu vervollkommnen. Das Wörterbuch wird zum ständigen Begleiter auf seinen ziellosen Streifzügen durch Paris.

Basierend auf eigenen Erfahrungen erzählt Nadav Lapid hintergründig und mit trockenem Humor von der Schwierigkeit, neue Wurzeln zu bilden. Der Versuch, zu sich selbst zu finden, weckt die bösen Geister der Vergangenheit und existenzielle Abgründe tun sich auf. Eine tragikomische Hommage an die Nouvelle Vague, ein rauschhafter Trip durch das Paris von heute, eine unsentimentale Geschichte über den Versuch, in einem neuen Leben anzukommen.

»SYNONYMES« ist die Geschichte einer Migration, einer Herkunftsverleumdung, ein Parisfilm inklusive einem der urfranzösischsten Thema, der Ménage-à-trois. Der Film ist vieles, vor allem aber anders. Mit einer Melange aus Sprache und Physis feiert Nadav Lapid die Magie des Kinos und kann das dank seines fantastischen Hauptdarstellers Tom Mercier (in seinem Filmdebüt!) ohne Einbußen tun. Auf der diesjährigen Berlinale wurde Lapids Film sowohl mit dem Goldenen Bären als auch mit dem Preis des internationalen Kritikerverbunds FIPRESCI ausgezeichnet.« (Alexandra Wach, film-dienst)


Filmbild Do, 2. – Mo, 6.12. 20.30
Neuer deutscher Film
Why are we (not) creative?
Essayfilm von Hermann Vaske, D 2021, OmU, 86 Min.
Animation: Valérie Pirson; Musik: Teho Teardo
Der Essayfilm ist die Fortsetzung von Hermann Vaskes einzigartiger unterhaltsamer Dokumentation "Why are we creative?" und der zweite Teil seiner Trilogie auf der Suche nach den Geheimnissen der Kreativität. Während der erste Film (2018) die Stimuli der Kreativität und Spiritualität, Sex, Geld, Angst, Nährstoffe und Ehrgeiz aufspürt und identifiziert, sind hier Hermann Vaske und sein Sidekick, der US-amerikanische Schauspieler Michael Madsen, auf Mission, um Ideenkiller zu entlarven.
Nur mit kreativen Mitteln, so die These des Films, können wir die gegenwärtigen Krisen, von der Ökologie zum Klima und von der Pandemie zu politischen Unterdrückungen überwinden, ohne dass unsere Kreativität bröckelt. Ein Kompass und Mut Macher, der versucht die Kreativität mit neuem Leben zu füllen.

Filmbild Im Sinne der 'creative diversity' begegnet uns eine große Bandbreite von Interview PartnerInnen aus verschiedenen kreativen Disziplinen: der britische Schauspieler John Cleese zum Beispiel redet enthusiastisch über „Ablenkung“ und darüber, warum Mobiltelefone und das Bombardement von Textmessages für ihn der Hauptgrund seien, warum wir nicht kreativ sind. Die in England lebende nigerianische Schriftstellerin Chibundu Onuzo sieht die Gatekeeper in der englischen Verlagsbranche als Hauptgrund, warum Kreativität behindert wird. Regisseur Wim Wenders vergleicht Filmstudios mit bürokratischen Institutionen, bei denen die Kreativität nicht gut aufgehoben ist. Sobald die Idee einem Filmstudio gehört, sei sie tot. „Game of Thrones“-Autor George R.R. Martin zeigt auf, wie Geld die Kreativität negativ beeinflussen kann und dass oftmals zu viel Geld genau so viel Schaden anrichtet, wie zu wenig.

Mit Marina Abramovic, Bernard-Henri Lévi, Amos Oz, Shirin Neshat, Joshua Wong, Michael Madsen, Björk, David Bowie, Pussy Riot, Rezo, T. C. Boyle, Isabella Rossellini, Willem Dafoe, Andreas Dresen, Ai Weiwei, Diane Kruger, Julian Schnabel, Sean Penn, Jim Jarmusch, Vivienne Westwood, Dennis Hopper, Zaha Hadid u.a..

Statement von Hermann Vaske
»Persönlich glaube ich, dass jeder kreativ ist. Der einzige Unterschied zwischen sogenannten kreativen und sogenannten nicht-kreativen Menschen ist der, dass die sogenannten kreativen Menschen es tun. Alle anderen sprechen darüber, sie denken darüber nach, aber sie tun es nicht.«



Di, 7. Dezember 20.30
Kurzfilmtag
Best of Oberhausen
Internationale Spiel-, Dokumentar- und Künstlerfilme, ca. 100 Min.
Moderation: Reinhard W. Wolf
Die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen haben sich im Verlauf von sechs Jahrzehnten zu einer der angesehensten kulturellen Veranstaltungen der Welt entwickelt. Dies ist eine Auswahl aus den Wettbewerben des Festivals. Zu dem abwechslungsreichen Programm gehören ein CG-Animationsfilm aus China, zwei Spielfilme aus Deutschland, ein Dokumentarfilm aus Nepal, ein poetischer Film aus Ruanda, eine Animation aus Ungarn, ein künstlerischer Dokumentarfilm aus Großbritannien und der letzte experimentelle Spielfilm von Bjørn Melhus.


Filmbild
Animationsfilm
8‘28‘‘
Su Zhong, China 2021, 8:28 Min.
Westliche und östliche Mythen über Macht, Technik und Arbeit. In einer rasanten Kamerafahrt zeigt der Film zukünftige Führer einer turbulenten Welt ohne Menschen, in der es nur industrialisierte, mechanische Abläufe gibt.


Filmbild
Spielfilm
Die klaffende Wunde
Jovana Reisinger, D 2020, 5 Min.
Petra will entspannen, Martha macht sich Sorgen und Maria steht einfach nicht mehr auf.
Die Wellen rauschen und das Schoßhündchen ergibt sich. Es ist heiß und die Wunde klafft. Eine humoristische Entlarvung gesellschaftlicher Rollen.

Filmbild
Dokumentarfilm
Home (nga’i nang)
Ngima Gelu Sherpa, Nepal 2020, 20 Min.
Ein junger Nepalese, der gerade dabei ist, als Filmemacher in Europa durchzustarten, wird plötzlich zurückberufen. Sein Vater, ein Viehzüchter und Sherpa, ist krank. In seinem intimen Porträt erforscht der Filmemacher seine Beziehung zu den Ritualen der Heimat.

Filmbild
Spielfilm
Proll!
Adrian Figueroa, D 2021, 30 Min.
Cornelia, Juri und Murat gehören zu den ≠working poor¨. Doch außer dem niedrigen Lohn verbindet sie auf den ersten Blick scheinbar nichts. Jeder kämpft für sich allein. Egal, ob als Klick-Arbeiterin, Paketzusteller oder Arbeiter in der insolventen Kartonfabrik.

Filmbild
Experimenteller Spielfilm
Sensory Overload
Ganza Moise, Ruanda 2020, 7 Min.
Nach einem langen Tag im Bus sitzend, überlässt sich eine Mutter ihren existenziellen Gedanken. Zeit, Raum und Form verschwimmen. Ein audiovisuelles Stück, das erkundet, wie die Vorstellungskraft eine Flucht vor den Realitöten um uns herum sein kann. Ein federleichter Film mit einem existenziellen Grundton.

Filmbild
Experimenteller Spielfilm
SUGAR
Bjørn Melhus, D 2019, 20:30 Min.
In einer postapokalyptischen Welt, die sich gar nicht so sehr von der gegenwärtigen unterscheidet, wird SUGAR, ein humanoider Roboter, der fühlen, denken und tanzen kann, entsandt, um der Menschheit etwas Mensch-lichkeit zurückzugeben. Er trifft auf einen Post-Influencer, der in einer unterirdischen Hightech-Zelle für eine Art immer währende Werbesendung posiert.

Filmbild
Computeranimation
Princess Beauty
Eszter Szabó, H 2020, 2:30 Min.
Der Film kombiniert Animation mit physikalisch-basierten Simulationen und schafft so ungewollte Ereignisse und Störeffekte. Es geht um den Konflikt zwischen den eigenen Bewegungen und den zwangsläufigen Einschränkungen derselben. Inspiriert von einer Kurzgeschichte von Alíz Mosonyi.

Filmbild
Experimenteller Dokumentarfilm
TRIFORIUM
Jayne Parker, UK 2021, 7:30 Min.
Das Triforium der Londoner Westminster Abbey war 700 Jahre eine vor den Blicken verborgenen Galerie im Kirchenschiff. Begleitet von der Musik von Laurence Crane hält der Film in präzis poetischen Bildern die Stille und Ruhe des Triforiums fest, das seit Jahrhunderten die emporsteigenden Gebete auffängt.

Printsource: Internationale Kurzfilmtage Oberhausen




Online-Empfehlung:

Bild Zombies
Vorgestellt: Baloji – Film, Musik, Poesie, Tanz aus Afrika
Essay / Online-Videos
Text und 6 Kurzfilme 2009-2020
Baloji machte zuerst als Rapper und Hip-Hop-Musiker in Belgien Karriere. Auf der Suche nach seiner Mutter begann er sich für die Kultur seines Herkunftslandes Kongo zu interessieren. Erste filmische Erfahrungen machte er mit eigenen, in Kinshasa gedrehten, Musikvideos. Bald folgten Kurzfilme, die erstmals 2019 auf internationalen Filmfestivals Erfolg hatten.

Balojis Filme sind bezüglich Themen, Stil und Bildstrategien so polymorph wie seine Musik, die verschiedene afrikanische Afrobeat-Stile und traditionelle Tanzmusik mit westlicher Elektrotanzmusik verbindet. Visuell sind seine Filme schillernd und farbenprächtig. Die meist handgemachte Ausstattung und die Kostüme seiner Protagonisten aus upgecycelten Materialien verbinden traditionelle ethnische Elemente mit urbaner Streetfashion. Thematisch handeln seine Filme – von pointierten Liedtexten begleitet – vom Kolonialismus, digitalen Social Media und urbaner afrikanische Kultur.

Hintergrund: Der Film ZOMBIES von Baloji wurde von der Publikumsjury unserer letzten Langen Nacht des politischen Kurzfilms auf Platz 3 gewählt