Ailo Do 21. – Mi 27. März 20:30 Uhr
Lappland / Tier- und Naturfilm
Aïlo: Une odyssée en Laponie (Ailos Reise)
Dokumentarfilm von Guillaume Maidatchevsky, F/FIN/D 2018, 86 Min.
Kommentar: Anke Engelke
"Ailos Reise" zeigt die so noch nie gefilmte Reise eines Rentierjungen und seiner Herde über hunderte Kilometer durch unberührte Landschaften. Der französische Biologe Guillaume Maidatchevsky und sein Filmteam folgten in einem Zeitraum von zwei Jahren mehrere Monate lang der „Finse“-Herde, einer der letzten vier verbliebenen wilden Rentierherden Lapplands, meist unter extremen Bedingungen.

Jeder neue Tag bringt für Ailo Überraschungen, aber auch Gefahren: Er trifft auf Polarfüchse, Lemminge, Adler, Wölfe, Eichhörnchen und Hermeline – harmlose Tiere und solche, vor denen sich ein kleines Rentier in Acht nehmen sollte, wie Wolf, Steinadler oder Vielfraß. An der Seite seiner Mutter lernt Ailo zu überleben und wächst auf der Wanderung seiner Herde durchs wilde Lappland zu einem großen Rentier heran.
»Der Film führt uns in eine Welt, die verschwinden könnte, wenn nicht dringend etwas getan wird«, sagt Regisseur Maidatchevsky.
Der Verleih des Films trägt dazu bei, indem er 10 Cent von jeder verkauften Eintrittskarte an den World Wide Fund for Nature (WWF Deutschland) gibt, der Spenden für Rentier-Projekte sammelt.

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Fair Traders Do 28. März – Mi 3. April 20:30 Uhr
Konsum und Nachhaltigkeit
Fair Traders
Dokumentarfilm von Nino Jacusso, CH 2018, 90 Min, OF
Drei Akteure der freien Marktwirtschaft übernehmen Verantwortung für die Gesellschaft und nachfolgende Generationen: Sie wirtschaften nachhaltig. Der Film blickt auf Karrieren von erfolgreichen Unternehmerinnen und Unternehmern in unterschiedlichen Stadien, die lokal, national und international agieren und Markt und Moral vereinbaren.
Es muss doch einen anderen Weg geben! Dieser Gedanke war Ausgangspunkt für eine radikale Neuorientierung von zwei Unternehmerinnen und einem Unternehmer: Sina Trinkwalder, früher Besitzerin einer Marketing-Agentur, fertigt heute Zero-Waste-Kleider mit Angestellten, die auf dem Arbeitsmarkt kaum eine Chance hätten. Der Textilingenieur und ehemalige Garnhändler Patrick Hohmann hat in Indien und Tansania zwei Grossprojekte für die Herstellung von Biobaumwolle aufgebaut. Und die aus dem pädagogischen Bereich kommende Claudia Zimmermann betreibt jetzt mit ihrem Partner einen Biohof mit angeschlossenem Dorfladen und engagiert sich gegen Food Waste. Faire Arbeitsbedingungen und biologische Herstellung mit dem Kostendruck der freien Marktwirtschaft zu vereinbaren ist für die drei ein ständiger Balanceakt – doch sie beweisen, dass es wirtschaftlich möglich ist, sozial, ökologisch und gleichzeitig erfolgreich zu produzieren.
In Kooperation mit Unterwegs für eine gerechte Welt e.V. - Weltladen Unterwegs. Am Do, 28. mit einer Vorstellung des Weltladen Mainz.

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Lokführer Do, 4. – Mi, 10. April 20:30 Uhr
Neues deutsches Kino / Komödie
Vom Lokführer, der die Liebe suchte...
Spielfilm von Veit Helmer, D/Aserbeidschan 2018, 90 Min., o. Dialog
Darsteller: Miki Manojlović, Denis Lavant, Chulpan Khamatova, Paz Vega u.a
Der Lokführer Nurlan lebt in den Bergen Aserbaidschans. Tagein, tagaus lenkt er einen Güterzug aus der weiten Graslandschaft in einen dicht besiedelten, Shanghai genannten, Vorort Bakus. Die Schienen führen quasi durch die Vorzimmer und Gärten der Bewohner. Dabei bleibt auch das eine oder andere Wäschestück am Zug hängen, das der gewissenhafte Lokführer auf seinem Rückweg persönlich zurückbringt.

Am letzten Arbeitstag vor der Pensionierung verheddert sich ein traumhaft schöner Spitzen-BH an Nurlans Lok. Er erinnert sich, wie er bei einer nächtlichen Fahrt einen kurzen Blick auf ihn und die Besitzerin erhaschen konnte. Ein schöner Moment, der ihm aber nur die eigene Einsamkeit vor Augen führt.
Wie ein Prinz im Märchen macht Nurlan sich auf die Suche nach der Besitzerin und bittet wildfremde Frauen den BH anzuprobieren. Manchen kommt der Besuch und die Abwechslung ganz Recht, andere unterstellen unlautere Absichten und er bekommt Probleme. Doch Nurlan ist sehr erfinderisch, um seine Suche fortsetzen zu können.

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VORSCHAU
On the way home 11. April 2019 20:30 Uhr
Kurzfilmtag
Best of Oberhausen
Sieben Kurzfilme, D, CN, FIN, J, ZA 2018, ca. 100 Min. mit Moderation (Reinhard W. Wolf, Programmkommission IKF Oberhausen)

Die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen haben sich im Verlauf von sechs Jahrzehnten zu einer der angesehensten kulturellen Veranstaltungen der Welt entwickelt – ein Ort, an dem große Namen wie Agnès Varda, Martin Scorsese, Alexander Kluge oder Werner Herzog zum ersten Mal ihre Filme präsentiert haben.

„Best of Oberhausen“ ist eine Auswahl der Neuankäufe 2018 aus den Wettbewerben des Festivals. Zu dem abwechslungsreichen Programm gehören ein Spielfilm aus Deutschland, eine trashige Komödie aus Finnland, ein Zeichentrickfilm aus Japan, eine Animation aus Südafrika, zwei künstlerische Musikvideos aus Deutschland und ein epischer CG-Animationsfilm aus China.




Wdh. Programm vom 18. Jan wegen grosser Nachfrage:
Das Schweigen Fr 12. April 20:30 Uhr
Psychoanalytiker stellen Filme vor
Das Schweigen
Ingmar Bergman S 1963, 94 Min, DF
Referent: PD Dr. Alf Gerlach
Als Ingmar Bergmans Film Das Schweigen 1962 erstmals gezeigt wurde, löste er einen Skandal aus: Die unverhüllte Konfrontation mit weiblichem Begehren konnten viele Zuschauer damals nicht ertragen.

Alf Gerlachs Vortrag zentriert auf eine andere, bisher wenig beleuchtete Perspektive. Er betrachtet die im Zuschauer unbewusst auftretende Identifikation mit dem 9-jährigen Jungen, der neben den beiden Schwestern der dritte Protagonist des Filmes ist. Warum guckst Du mich immer an?¨ fragt ihn seine Mutter – hier wird sein Blick explizit zum Gegenstand gemacht, seine Neugier, die Rätsel, die er zu entschlüsseln versucht. Sind es die Rätsel der kindlichen Sexualität, genauer: Die kindlichen Sexualphantasien? Es ist das Schweigen zwischen den Erwachsenen und zwischen Erwachsenem und Kind, das von Sprachlosigkeit zeugt, von der Unfähigkeit, vielleicht auch Unmöglichkeit, etwas in Sprache zu übersetzen, fassbar und begreiflich zu machen, was im Unbewussten der Protagonisten des Films und in uns angesiedelt ist.
In Kooperation mit dem Mainzer Psychoanalytischen Institut (mpi)
Eintritt: 6,50 (normal), 4,50 (ermäßigt)
mpi Mainz: mpi-mainz.de