Kino CinéMayence - Programm

Bild aus Film Was hat uns bloss so ruiniert Do, 20. – Mi, 26. April 20:30 Uhr
Lifestyle / Komödie / Bobos
Was hat uns bloß so ruiniert
Spielfilm von Marie Kreutzer, A 2016, 96 Min; D: Vicky Krieps, Pheline Roggan, Pia Hierzegger, Manuel Ruby u.a.
Mitte 30, erfolgreich, cool – drei befreundete Paare haben es sich in einem Szeneviertel Wiens gemütlich gemacht und leben selbstvergessen den Traum der bourgeoisen Boheme, kurz Bobo¨ und sind der Überzeugung: Man muss nicht notgedrungen zum Spießer verkommen, nur weil man Eltern wird. Gleichermaßen idealistisch wie materialistisch züchten sie Tomaten auf dem Balkon, trinken lokal gerösteten Kaffee, teure Cocktails und würden sich nie ein elektronisches Gerät zulegen, auf dem nicht ein angebissener Apfel abgebildet ist.
Mit den neuesten Erkenntnissen zu frühkindlicher Förderung im Mutterleib, weichenstellenden Tipps aus Kinder- und Ernährungsratgebern und dem Smartphone in Griffnähe stellen sich die Paare ihrer neuen Lebensaufgabe, die natürlich zum bisherigen, lässigen und reflektierten Lebensstil passen soll. In der Realität jedoch ist das hippe, unbeschwerte Leben bald schlagartig vorbei...

Regisseurin Marie Kreutzer stürzt drei unkonventionelle und zugleich angepasste Pärchen amüsiert in die Welt der Kindererziehung und der Tücken des Eltern-Werdens. "Was hat uns bloß so ruiniert" ist ein witziges und berührendes Porträt einer neuen Generation und eines Milieus, das so typisch ist für die Großstädte unserer Zeit .

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Bild aus Film ZAPPA Do, 27. – So, 30. April 20:30 Uhr
Die anderen USA / Musik-Dok
Frank Zappa – Eat the Question
Dokumentarfilm von Thorsten Schütte, D/F 2016, 90 Min., englOmU; mit der Zappa Family
FRANK ZAPPA – EAT THE QUESTION - ist die Geschichte des Musikers und Gitarristen Frank Zappa, dessen radikaler Wille zur freien Entfaltung seines musikalischen Ausdrucks massiv kollidiert mit den Wert- und Moralvorstellungen des Nachkriegs-Amerika; und der, trotz erheblicher Zensur durch Kirche, Politik und Musikindustrie, nicht nur zu einem der einflussreichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts wurde, sondern gleichermaßen zu einem brillanten Chronisten und Gesellschaftskritiker seiner Zeit.

Seltene historische Aufnahmen, unvergessene Interviews und Auftritte wurden von Regisseur Thorsten Schütte in mühevoller Arbeit aus Archiven der ganzen Welt zusammengesucht wurden, um daraus diesen einzigartigen Dokumentarfilm zu machen. Der Fokus liegt auf Zappas hemmungslosem und unterhaltsamem Umgang mit den Medien. Während er höflich über eine Tour oder ein Album plauderte, wusste er besser als alle seine Zeitgenossen, wie man unerwartet verbale Sprengladungen zündet. Seine ätzenden Kommentare zu Staat und Religion, zur Musikindustrie und zur Jugendkultur hinterlassen einen aufrüttelnden musikalischen und gesellschaftspolitischen Kommentar zu seiner Zeit.

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Bild aus Film The Happy Film Mo, 1. – Mi, 3. Mai 20:30 Uhr
Lifestyle / Design / Suche nach dem Glück
The Happy Film
Dokumentarfilm von Stefan Sagmeister und Ben Nabors, USA 2016, 95 Min.
mit Stefan Sagmeister, Pak Merta Ada, Dr. Sheenah Hankin, Dr. Tony Campo, Jessica Walsh u.a.
Kann man sein eigenes Glück beeinflussen? Die meisten von uns haben sich mit Karriere-Zielen, Beziehungen und auch mit dem eigenen Glück auseinandergesetzt. Aber wie viele von uns haben sich die Zeit genommen, wirklich zu erforschen, was uns glücklich machen kann?

Der österreichische Designer und zweifache Grammy Gewinner Stefan Sagmeister hat es gut. Er lebt in seiner Traumstadt New York und gestaltet Album-Cover für die Rolling Stones, Jay-Z und die Talking Heads. Aber in seinem Kopf geistert die Frage herum, ob das wirklich alles ist. Er entschließt sich dazu, ein Design-Projekt aus sich selbst zu machen. Kann er seine Persönlichkeit umgestalten und so ein besserer Mensch werden? Kann er durch Übung lernen, glücklich zu sein?

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Bild aus Film Ich.Du.Inkusion Do, 4. 20:00 Uhr
+ Sa, 6. – Di, 9. Mai 20:30 Uhr
Inklusion / Film und Diskussion
Ich.Du.Inkusion
Dokumentarfilm von Thomas Binn, D 2017, 91 Min.
Am Donnerstag anschließend Diskussion mit VertreterInnen von Verband Bildung und Erziehung e. V. Rheinland-Pfalz und "Das bunte Zebra"
Seit Sommer 2014 haben in Deutschland Kinder mit Unterstützungsbedarf einen Rechtsanspruch auf gemeinsamen Unterricht in den Regelschulen. Viele Förderschulen wurden daraufhin geschlossen. Der 90-minütige Dokumentarfilm „Ich. Du. Inklusion.“ begleitet zweieinhalb Jahre 5 Grundschüler mit und ohne Unterstützungsbedarf. Sie sind Teil des ersten offiziellen Inklusionsjahrgangs an der Geschwister-Devries-Schule in Uedem.

Hört man die Stimmen derer, die am Prozess der Inklusion beteiligt sind, bekommt man den Eindruck, dass auch nach zwei Jahren noch viele Fragen offen, noch viele Probleme ungelöst sind.

Und wer ist schuld? Sind es die Lehrer*innen, die den Inklusionsprozess blockieren, weil sie sich überfordert fühlen, wie manche meinen? Oder fehlt es schlicht an Budget oder an anderen Ressourcen? Viele werfen der Politik vor, die Schulen mit der Umsetzung allein zu lassen und nicht genug Unterstützung anzubieten. Auch fehlte es an ausreichend qualifizierten Kräften.

Der Film ICH. DU. INKLUSION. möchte auf das Thema Inklusion schauen und den Diskurs für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich machen. Er möchte Kindern und Lehrer*innen Gehör verschaffen und mit einer öffentlicheren Debatte auch die Politik zum Gespräch einladen. Die Diskussion darüber, wie eine gute Inklusion in der Schule gelingen kann, darf nicht weiter im gesellschaftlichen Abseits stattfinden. Denn letztendlich betrifft die Frage, wie wir Menschen mit Unterstützungsbedarf in die Gesellschaft integrieren, uns alle.

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Bild aus Film Nackt unter Woelfen Fr. 5. Mai 20:00 Uhr
Film zur Ausstellung "Gewerkschafter in Konzentrationslagern"
Nackt unter Wölfen
Spielfilm von Frank Beyer, DDR 1962, 124 Min.
mit Bruno Apitz, Fred Delmare, Erwin Geschoneck, Armin Mueller-Stahl u.a.
anschließend Diskussion mit VertreterInnen von Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes- Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA)
Wenige Wochen vor der Befreiung kommt der Pole Jankowski mit einem Transport ins KZ Buchenwald. Er trägt einen Koffer bei sich, in dem er ein Kind versteckt hat. Das Kind im Lager zu verbergen, ist nicht nur äußerst schwierig, sondern auch gefährlich. Schützt man den in das Lager eingeschmuggelten dreijährigen Jungen und riskiert dadurch den mühsam aufgebauten Widerstand? Oder schickt man das Kind in den sicheren Tod, um die Möglichkeit des Aufstandes gegen die KZ-Wächter nicht zu gefährden?

Der Film beruht auf dem gleichnamigen Roman von Bruno Apitz, der selbst an dem Film mitwirkte. Verlage und die DEFA lehnten zuerst das Buch- dann auch das Filmprojekt zunächst ab. Später, nach Änderungen auf Druck der DDR-Zensur, entwickelte sich der Roman "Nackt unter Wölfen" zum Bestseller und wurde für die antifaschistische Deutung der SED propagandistisch ausgenutzt. So endet auch Beyers Kinoadaption mit dem aktiven Aufstand überwiegend kommunistischer Kämpfer gegen das KZ-Personal und nicht - wie es authentischer gewesen wäre - mit einer Befreiung durch US-Truppen.

»Ansonsten ist Beyers Film auch heute noch ein großartig in Szene gesetztes Werk, das mit vielen differenziert gezeichneten Charakteren (und ausgezeichneten Schauspielerleistungen) aufwartet - sowohl auf Seiten der Gefangenen als auch auf der der Faschisten.« (Deutsche Welle, 2.5.2015)

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Bild aus Film Wir sind Juden aus Breslau Mi, 10. Mai 20:30 Uhr
Überlebende Jugendliche und ihre Schicksale nach 1933 / Film und Diskussion
Wir sind Juden aus Breslau
Dokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies, D 2016, 108 Min.
mit Esther Adler, Gerda Bikales, Anita Lasker-Wallfisch, Renate Lasker-Harpprecht, Walter Laqueur, Fritz Stern, Guenter Lewy, David Toren, Abraham Ascher, Wolfgang Nossen, Eli Heyman, Mordechai Rotenberg, Max Rosenberg, Pinchas Rosenberg sowie eine deutsch-polnische Jugendgruppe aus Bremen und Wrocław.
Begrüßung: Julia Röttjer (Deutsches Polen-Institut). Im Anschluss: Regisseur Dirk Szuszies im Gespräch mit Jan Kusber (Arbeitsbereich Osteuropäische Geschichte der JGU Mainz, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO e.V.) in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Mainz-Wiesbaden e.V.
Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat endgültig beraubt, entkamen sie in alle rettenden Himmelsrichtungen und bauten sich in den USA, England, Frankreich, und auch in Deutschland ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt.

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Vorschau:
11. - 17. Mai: Der Hund begraben, Spielfilm von Sebastian Stern
18. Mai: Life Saaraba Illegal, Dokumentarfilm von Peter Heller (anwesend)
19. Mai Psychoanalytiker stellen Filme vor: Saiten des Lebens, Spielfilm von Yaron Zilberman