Studiokino der AG Stadtkino e.V. im Schönborner Hof (Institut français)

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Folgemonat
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Mai


Unter Menschen Do 2. – Mi 8. Mai, 20:30 h
Dokumentarfilm / Mensch Tier
»Unter Menschen«
Dokumentarfilm von Christian Rost und Claus Striegel, D/A 2013, digital, 93 Min. mit 40 Schimpansen, drei Pflegerinnen, Jane Goodall u.a.

Inhalt
Am äußersten Ende Österreichs, direkt an der tschechischen Grenze befindet sich einer der besonderen Orte dieser Welt. Wie unter einem Brennglas treffen hier die moralischen Herausforderungen unserer Zivilisation: Schuld, Verantwortung und der Wille zur Wiedergutmachung aufeinander. In einem verwilderten ehemaligen Safaripark, hermetisch von der übrigen Welt abgeschottet, leben 40 Schimpansen aus dem ehemaligen Versuchslabor des Pharmakonzerns Immuno. Infiziert mit HIV- und Hepatitisviren. Traumatisiert, verstört, hochaggressiv. Sie hassen Menschen und haben allen Grund dazu. Heute leiten die Pflegerinnen ein weltweit einzigartiges Resozialisierungsprojekt für traumatisierte Primaten und begleiten deren mühevollen Weg aus der lebenslänglichen Isolation hin zu einem Leben in artgerechten Gruppen.

Unter Menschen Kritik
»Christian Rost und Claus Strigel bereiten diese für das Verhältnis zwischen Mensch und Natur im modernen Industriezeitalter so bezeichnende Geschichte spannend wie einen Krimi auf. Dabei folgt die äußere dramaturgische Form des Films dem jahrelangen Prozess, mit dem die neue Lebensetappe der gequälten Kreaturen vorbereitet und durchgeführt wird: ihre Übersiedlung in den Safaripark. Zum inneren Kern der Fabel gehört die Beobachtung der Beziehungen zwischen den Affen und ihren ausschließlich weiblichen Betreuerinnen. Diesen Frauen ist in nahezu jedem Moment anzumerken, wie emphatisch sie den seelisch verletzten Tieren begegnen: Da gibt es Momente des Mitleids, der Zuneigung, auch der Empörung.« (Ralf Schenk, filmdienst 6/2013)

Links
Offizielle Filmseite mit Trailer: http://www.unter-menschen.de/


Bestiaire Do 9.– Sa 11. und Di, 14. – Mi, 15. Mai, 20:30 h
Dokumentarischer Autorenfilm aus Québec / Mensch Tier
»Bestiaire (Bestiarium)«
Eine Betrachtung von Denis Côté, Kanada/F 2012, digital, 72 Min., OF (ohne Dialog)

Inhalt
Beobachtungen aus einem Zoo, dem PARC SAFARI in Hemmingford (Québec), einem Tierzeichenkurs für Studenten und aus der Werkstatt eines Tierpräparators. Drei Umgebungen, in denen sich Mensch und Tier begegnen. BESTIAIRE ist kein klassischer Tier- oder Zoofilm. Er ist eine visuell herausragende Studie über die domestizierte Wildnis und unser Verhältnis dazu. Regisseur Denis Côté hält seine Beobachtungen der Tiere und ihrer Umgebung meist von einem festen Kamerastandpunkt aus fest. Er kommentiert und wertet nicht, sondern wirft die Betrachter auf ihre eigenen Wahrnehmungsmuster zurück und ihren Reflex, Narrationen in Handlungen hineinzulesen, wo keine Narrationen sind. Ein Film über die Fremdheit der wilden Kreatur und unsere Strategien dagegen.

Im Mittelalter waren Bestiarien prächtig illustrierte Kataloge mit Beschreibungen tatsächlicher oder legendärer Eigenschaften, in denen exotischen Tieren ein Platz und eine Bedeutung in unserer Welt zugewiesen wurde. Der Film BESTIAIRE stellt sowohl Menschen als auch Tiere ohne diesen bewertenden Kommentar aus. Es bleibt allein dem Zuschauer überlassen, ob er die Tiere vermenschlicht, poetisiert, verniedlicht oder bedauert.

Bestiaire Kritik
»Jedes Bild, egal wie kurz, wie flüchtig sein Moment, weist in Richtung eines ästhetischen Mehrwerts. Manche Bilder sind traumhaft schön, andere einfach nur hinreißend witzig - etwa wenn ein Strauß, der klare Publikumsliebling des Films, mit einem Mal sein Gesicht über den unteren Bildrand hebt und neugierig in die Kamera schaut. Gelegentlich ergibt sich der lakonische Effekt auch erst im Umschnitt, durch einen motivischen Match Cut, der die Bilder miteinander korrespondieren lässt. Großartig auch einige bräsig in die Weltgeschichte jenseits ihres Zauns starrende Lamas.

Wir Menschen können wohl nicht anders: Wir müssen uns ein Bild vom Tier nach unserem eigenen Welt- und Erfahrungshorizont machen. Der Blick ins Gesicht des Tiers ist immer auch der Versuch, darin Spuren des Menschlichen zu finden. In seinem eigenen Sein bleibt das Tier uns zwar erklärbares, aber unzugängliches Gegenüber. Das kann im schlimmsten Fall grauenhafte Anthropomorphisierungen nach sich ziehen - oder auch so wunderbare, kleine große Filme wie BESTIAIRE.«

 (Thomas Groh, Perlentaucher Berlinale-Blog)

Statement des Regisseurs
»Kann man Tiere auf andere Art filmen als zu Unterhaltungszwecken, wie auf YouTube zu sehen? Mit einem anderen Ziel als zu Lehrzwecken oder zur Information, wie von National Geographic praktiziert? Da Tiere weder Schauspieler noch Sprecher sind: Können sie als etwas anderes betrachtet und gefilmt werden als das, was sie sind: Tiere? Gleiches gilt für den Zoo: Jenseits seiner ursprünglichen Aufgabe, Menschen zu unterhalten – was bleibt übrig von diesem poetischen Ort? Wer füllt diese Lücke und auf welche Weise? Welche verspielte oder lyrische Rolle spielt die Natur dort?«
»Ich wollte weder einen Dokumentar- noch einen Spielfilm drehen, sondern etwas, worauf sich der Zuschauer entweder einlässt oder worein er etwas projiziert. Hätte ich mich selbst durch einen Kontext eingebracht, Gespräche geführt oder einen Kommentar abgegeben, wäre dieser persönliche Zugang des Zuschauers verloren gegangen.« (taz)

Hintergrund
Denis Côté wurde 1973 in New Brunswick, Kanada, geboren. Als Produzent und Regisseur realisierte er zunächst rund 15 LowBudget-Kurzfilme. Daneben war er als Rundfunkmoderator und Filmkritiker für die Wochenzeitung Ici tätig. Von 2001 bis 2006 war Côté Vizepräsident der Association québécoise des critiques de cinéma. 2005 drehte er seinen ersten langen Spielfilm (Les états nordiques), der einen Goldenen Leoparden auf dem Locarno Film Festival gewann. Er gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Filmemacher aus Französisch-Kanada. BESTIAIRE wurde u.a. auf der Berlinale und beim Sundance Festival gezeigt.

Links
Filmseite der Berlinale Forum: http://www.arsenal-berlin.de/berlinale-forum/
Trailer: Pop-up-Fenster


Voices of Transition So 12. Mai, 20:30 h
Film und Diskussion / Agrarökologischer Wandel
»Voices of Transition (Cultures en transition)«
Dokumentarfilm von Nils Aguilar, F/D 2011, digital, 65 Min., frz. OmU
mit: Rob Hopkins, Martin Crawford, Claude Bourguignon u.a.
anschließend Diskussion mit dem Regisseur
In Kooperation mit „Mainz im Wandel“ (Transition Town Mainz) und der Heinrich-Böll-Stiftung Rheinland-Pfalz

Inhalt
Der Dokumentarfilm ’Voices of Transition’ (zu deutsch etwa „die Stimmen des Wandels“) lässt die wichtigsten Protagonisten des agrarökologischen Wandels zu Wort kommen: In Frankreich, Großbritannien und Kuba werden innovative Lösungswege vorgestellt, wie man den Herausforderungen von Klimawandel, Ressourcenverknappung und drohenden Hungersnöten begegnen kann – und zwar derart, dass sich ungeahnte Chancen auftun sowohl für die Zukunftsfähigkeit unserer Gemeinden wie auch für eine gesteigerte Lebensqualität.

Teil I – In Frankreich wird die Erdölabhängigkeit der industriellen Landwirtschaft am Beispiel der Düngerproduktion und der globalen Handelsketten rund um den Lebensmittelgroßmarkt in Rungis veranschaulicht. Als Auswege werden Konzepte der Agroforstwirtschaft und der Permakultur vorgestellt, die statt der Monokulturen der industriellen Landwirtschaft auf Biodiversität setzen.

Teil II – Ein zweiter Strang zeigt britische Transition-Town-Initiativen, in denen sich lokale Akteure für eine lebenswertere Zukunft engagieren. Sie bauen Strukturen auf, die resilient gegenüber Peak Oil, Klimawandel oder Wirtschaftskrisen sind. Zentraler Interviewpartner ist Rob Hopkins, der diese Bewegung mitbegründete.

Teil III – Der dritte Teil des Films beschreibt Kuba, dessen Landwirtschaft Anfang der 1990er Jahre durch den Zusammenbruch der Sowjetunion vom Erdöl abgeschnitten wurde. Aus der Not wurde eine Tugend: Kuba ist heute Vorreiter für Agrarökologie und städtische Biolandwirtschaft. Die 2-Millionen-Hauptstadt La Havanna etwa produziert heute 70% des konsumierten Gemüses und Obstes selbst, und zwar in Bioqualität.

Hintergrund
„Voices of Transition“ ist ein unabhängiges, partizipatives Dokumentarfilmprojekt des deutsch-französischen Filmemachers und Soziologen Nils Aguilar. Zwei Stipendien, die Hilfe vieler Freiwilliger um den Globus sowie ein Unterstützer-Appell im Netz (Crowdfunding) haben es ihm erlaubt, dieses Projekt fertig zu stellen. Seine derzeitigen Themenschwerpunkte sind gesellschaftliche Transformationsprozesse, Transition Towns und Agrarökologie.

Links
Filmseite der Produktion: http://www.milpafilms.org/


Jardim Mo 13. Mai 20:30 h
Cinemanegro / 125 Jahre Abschaffung der Sklaverei in Brasilien
»Jardim das Folhas Sagradas (Der Garten der heiligen Blätter)«
Spielfilm von Pola Ribeiro, BR 2011, digital, 90 Min., portug. OmU
D: Antônio Godi, Érico Brás, Evelin Buchegger u.a.
Mit einer Einführung von Ana Graça Correia Wittkowski

Inhalt
Bonfim – erfolgreicher Banker, schwarz und bisexuell – ist mit einer weißen, evangelischen Frau verheiratet. Er wohnt im heutigen Salvador, der Hauptstadt der afrobrasilianischen Religionen, wo er den Auftrag erhält , einen Candomblé – Tempel in der Stadt aufzubauen. Durch diesen Auftrag wird Bonfim mit der Immobilienspekulation einer rasant wachsenden Großstadt, mit Rassismus und religiöser Intolleranz konfrontiert. Obwohl Bomfim so auch die Traditionen seiner eigenen Religion hinterfragt, lässt er die Mission, ein heiliges Umfeld zu schaffen, das die Natur schützt und die Widersprüche und Konflikte der modernen Stadt überwindet, nicht aus den Augen.


Jardim Hintergrund
13.Mai 2013 – 125 Jahre Abschaffung der Sklaverei und welche Auswirkungen hatte sie tatsächlich?
Am 13. Mai des Jahres 1888 wurde in Brasilien die Sklaverei abgeschafft. Das Goldene Gesetz „Lei Áurea“ wurde von Prinzessin Isabel unterzeichnet. Während sie damit als die Befreierin in die Geschichte einging, wird die Rolle der Afrobrasilianer und der Quilombos erst viele Jahre später erwähnt. Das Gesetz „Lei Áurea“ war nichts Weiteres als ein pragmatischer Akt und brachte kaum Verbesserung für das Leben als gleichberechtigte Bürger für die Ex-Sklaven.
Ein wichtiger Bestandteil für die afrobrasilianische Identität ist der Candomblé, eine Religion mit afrikanischen Wurzeln. Die Verehrung von Orixás und die Ausübung des Kultes wurden verteufelt und waren verboten. Blocos-Afro wie z.B. Ilê Aiyê setzen sich mit dieser Problematik im heutigen Karneval auseinander und reflektieren diese Identität.
Somit ist der 13. Mai nicht etwa ein Tag zum Feiern, sondern zum Nachdenken. All diesen Themen werden wir im Film begegnen. (Ana Graça Correia Wittkowski M.A.)

Kritik
»O JARDIM DAS FOLHAS SAGRADAS, primeiro longa metragem de Pola Ribeiro, é uma produção genuinamente baiana (um filme da Bahia e não um filme na Bahia, como se costuma muito confundir), que procura um tratamento temático em plural: a questão ambiental (as folhas e, principalmente, o verde, muito mais que um símbolo assume a dimensão de uma proposição), a intolerância religiosa (o candomblé como manifestação autêntica da cultura negra), o preconceito racial (a posição do negro na sociedade brasileira), e um brado retumbante contra a matança de animais em liturgias religiosas e, ainda, a questão da identidade do homem negro e sua necessidade de uma adequação num meio social que ainda revela preconceitos e animosidades.« (André Setaro, Setaros Blogspot)

Links
Offizielle Filmseite mit Trailer (portug): http://jardimdasfolhassagradas.com/
Internetseite des Verleihs: http://www.cinemanegro.de/


12. Mainzer Kurzfilmwoche Best-of-Festival „Shorts & Videos“
im CinéMayence 16. bis 22. Mai 2013 (außer Pfingstsamstag/-Sonntag)

Kurzfilme sind aufregend, innovativ, unterhaltsam und immer wieder für eine Überraschung gut. Allein in Deutschland entstehen jährlich mehr als 1.000 Kurzfilme. Die wenigsten erreichen jedoch jemals eine Kinoleinwand. Um die besten von ihnen zu sehen, muss man auf Festivals im In- und Ausland fahren. Das CinéMayence dreht dieses Verhältnis einfach um und holt die besten Filme der andernorts gezeigten Filme einfach nach Mainz. Außerdem werden wieder Filme aus der Region gezeigt.

Insgesamt sind mehr als 20 zum großen Teil mehrfach preisgekrönte Kurzfilme im Programm. So kann man in nur einer Woche ein Kondensat der besten Filme aus einem ganzen Festivaljahr sehen!

Zur Kurzfilmwoche gibt es hier detaillierte Programminformationen mit Filmsynopsen:
http://www.cinemayence.de/best-of-festival/


Centrifuge Do, 16.05., 20:30 h
Best-of-Festival – Shorts & Videos
Deutscher Kurzfilmpreis (Teil 1)
5 Nominierungen und Filmpreise in Gold, digital, ca. 90 Min.

Ein Highlight des Programms sind die Nominierungen und Gewinner des Deutschen Kurzfilmpreises, die Ende 2012 von Kulturstaatsminister Bernd Neumann verliehen wurden. Der Deutsche Kurzfilmpreis ist die höchste Auszeichnung für Kurzfilm in Deutschland. Wir zeigen die Filmpreise in Gold und die Nominierungen (Silber) aller Kategorien (Animations-, Dokumentar- und Spielfilm) in zwei abendfüllenden Programmen.

Filme im ersten Programm:
Die Schaukel des Sargmachers
Elmar Imanov (Nominierung für Spielfilme von mehr als 7 bis 30 Minuten)
Erntefaktor Null
Helena Hufnagel (Nominierung Dokumentarfilme bis 30 Minuten)
House
Ahmad Seleh (Nominierung „Animationsfilme bis 30 Minuten“)
Ich fahre mit dem Fahrrad in einer halben Stunde an den Rand der Atmosphäre
Michel Klöfkorn (Deutscher Kurzfilmpreis in Gold, Kategorie „Experimentalfilme mit einer Laufzeit bis 30 Minuten“)
The Centrifuge Brain Project
Till Nowak (Gold, „Spielfilme bis 7 Minuten“)

Filminfo siehe: Best-of-Programm am 16. Mai
Anwesender Regisseur: Michel Klöfkorn


A man's got to do Fr, 17.05., 20:30 h
Best-of-Festival – Shorts & Videos
Found-Footage-Kurzfilme von Harald Schleicher
5 Kurzfilme, D 2005 - 2013, ca. 80 Min.

Zwei Filme aus dem Hypnosia Project über Träume als innere Leinwand: HypnosiaA Dreamlike Movie (2013) und You Freud – Me Jane (2013).
Ein Film aus der Addiction Trilogy zum Thema Sucht im Spielfilm: Smoke gets in Your Eyes (2010).
Zwei Filme aus der Reihe Gender Tapes über Geschlechter-Stereotypen auf der Leinwand: Celluloidiva (2007/2008) und A Man's got to do what a Man's got to do (2005/2006).

Harald Schleicher ist seit 1993 Professor für Film/ Video an der Kunsthochschule Mainz der Johannes Gutenberg-Universität. Er und sein Filmmusiker Richard Kristen sind zur Vorstellung anwesend
Filminfo siehe: Best-of-Programm am 17. Mai


A man's got to do Mo, 20.05., 20:30 h
Best-of-Festival – Shorts & Videos
Deutscher Kurzfilmpreis (Teil 2)
5 Nominierungen und Filmpreise in Gold, digital, ca. 100 Min.

Feiertage
Christin Freitag & Hanna Mayser (Deutscher Kurzfilmpreis in Gold, Kategorie „Dokumentarfilme mit einer Laufzeit bis 30 Minuten");
Heimkommen
Micah Magee (Gold, „Spielfilme von 7 bis 30 Minuten");
Die Prinzessin, der Prinz und der Drache mit den grünen Augen
Jakob Schuh & Bin-Han To (Gold, „Animationsfilme bis 30 Minuten");
Olgastrasse 18
Liv Scharbatke & Jörg Rambaum (Nominierung „Experimentalfilme bis 30 Minuten").

Filminfo siehe: Best-of-Programm am 20. Mai


Malody Di, 21.05., 20:30 h
Best-of-Festival – Shorts & Videos
Best of Oberhausen
6 Filme aus dem Programm der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, digital, OmU, ca. 100 Min. mit Moderation

Auch beim diesjährigen Best-of-Festival stellen wir wieder eine Auswahl von Filmen des weltweit renommiertesten deutschen Kurzfilmfestivals – die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen – vor. Die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen sind seit 50 Jahren Katalysator und Schaufenster aktueller Entwicklungen, Forum oft kontroverser Diskussionen und Entdecker neuer Trends und Talente.

Gezeigt werden: Eine Hand voll Rupien – die Dokumentation eines Wagenrennens mit Bullen in Indien von Hannes Gieseler; das amerikanische Musikvideo Black Up von Kahlil Joseph für Shabazz Palaces; der kanadische Spielfilm Malody von Phillip Barker – eine surrealistische, visuell überraschende Geschichte aus einem Diner; der halluzinatorische Spielfilm Odete über eine Mutter-Tochter-Beziehung von Clarissa Camponilla aus Brasilien; der niederländische Dokumentarfilm Reframing the Artist von Sascha Pohle über Maler als Filmstereotypen und die Massenproduktion von Ölgemälden in China; Split Ends, I feel wonderful – ein nostalgischer Re-Mix über Afro-Haarstile von Akosua Adoma Owusu (USA/Ghana).
Aus dem Archiv der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen

Filminfo siehe: Best-of-Programm am 21. Mai


Jardim Mi, 22.05., 20:30 h
Best-of-Festival – Shorts & Videos
Deutsch-französisches Kurzfilmprojekt
Premiere eines Films zum Thema deutsche-französische Klischees und ein weiterer Kurzfilm über deutsch-französische Jugendbegegnungen.

Dieser Kurzfilm entstand im Rahmen der 50 Aktionstage, die das Deutsch-Französische Jugendwerk anlässlich des Geburtstags der deutsch-französischen Freundschaft veranstaltet. Er ist das Ergebnis eines kreativen Prozesses, an dem sich Laien, Abenteurer, Studenten, Spaßvögel, Verliebte, Franzosen und Deutsche beteiligten.

Eintritt frei!
Info: http://50jahre.dfjw.org/aktionstage


Passion Do 23. – Mi 29. Mai, 20:30 h
Kultregisseur Brian De Palma / Ungewöhnliche Begegnungen
»Passion«
Spielfilm von Brian De Palma, F/D 2012, digital, engl. OmU, 97 Min mit Rachel McAdams, Noomi Rapace, Karoline Herfurth, Paul Anderson u.a. basierend auf Alain Corneaus Crime d’amour

Inhalt
Christine (Rachel McAdams) besitzt die Eleganz und Lässigkeit einer erfolgreichen Businessfrau, die sich im Laufe ihrer Karriere an Geld, Macht und Erfolg gewöhnt hat. Sie scheut keine Minute davor zurück, ihre unschuldig wirkende Mitarbeiterin Isabelle (Noomi Rapace) auszubeuten und deren bahnbrechende Ideen für den eigenen geschäftlichen Erfolg zu stehlen. Warum auch? Christine sieht sich und Isabelle als ein starkes Team und führt die junge, ergebene Frau immer tiefer hinein in ein fatales Spiel aus Verführung und Manipulation, aus Dominanz und Erniedrigung. Doch als Isabelle eine Affäre mit Christines früherem Liebhaber beginnt, bricht zwischen den Frauen ein Kampf um Leben und Tod aus. Während Isabelle eine Ballettaufführung besucht, nimmt Christine die Einladung zu einem Blind Date an. Sie liebt Überraschungen über alles und ist schon gespannt, wer im Schlafzimmer auf sie wartet. Das Schicksal nimmt seinen Lauf...

Passion Kritik
»Nun kommt dazu auch noch ein Werk des Filmemachers in die Kinos, der vielen schon seit den 70er Jahren als deutlichster und unermüdlichster Hitchcock-Epigone überhaupt gilt: Brian De Palma. Sein erotisch aufgeladener Psycho-Thriller „Passion" steckt tatsächlich wieder einmal voller Anklänge an den großen Meister, vor allem ist er aber ein typischer De Palma. Die genüsslich-virtuose Gratwanderung zwischen doppelbödiger Genre-Variation und fast schon autoparodistischer Fingerübung, zwischen Komplexität und Klischee ist daher vor allem ein Fest für die Fans des Regisseurs von „Schwarzer Engel", „Dressed to Kill" oder „Mein Bruder Kain"..« (Andreas Staben, Filmstarts.de)

Hintergrund
Brian De Palma gehört zur Generation des New American Cinema. Sein Markenzeichen sind stilisierte Plansequenzen und Splitscreens in Psycho- und Erotik-Thrillern thematisch in Anlehnung an sein großes Vorbild Alfred Hitchcock. Anders als viele seiner Kollegen, die in den 70er Jahren das amerikanische Kino neu erfanden, hat De Palma nicht nur eine subversive, sondern auch eine populistische Ader. Dies polarisiert regelmäßig die Kritik.
Filme wie FEMME FATALE, an die auch PASSION anknüpft, sind erotische Thriller mit schönen, oft gewalttätigen Frauen, die auch als schlichte Krimis gesehen werden können. Fans und Filmfreaks goutieren in den Filmen De Palmas aber nicht nur seinen Filmstil, sondern vor allem die vielen Zitate aus anderen Filmen. Da Filme wie CARRIE, SCARFACE oder DRESSED TO KILL bereits Klassiker geworden sind, erlaubt es sich der Altmeister inzwischen sogar sich selbst zu zitieren. Als Remake von Alain Corneaus CRIME D’AMOUR ist das Zitieren in Passion ja ohnehin von Anfang an angelegt ...

Passion ist deutsch-französisch finanziert und das erste in Deutschland gedrehte Remake eines europäischen Films eines Hollywood-Regisseurs. Gedreht wurde in Berlin und in Babelsberg. Die Drehorte wurden mit Set-Bauteilen und Möbeln aus dem Studio Babelsberg umgestaltet, so etwa das Londoner Büro einer Werbeagentur im Rathaus Schöneberg und im Bode-Museum wurde ein Empfang gedreht.

Trailer: YouTube


Waldeck Do 30. + Fr 31. Mai, 20:30 h
Rheinland-Pfalz im Dokumentarfilm / Mainzer Premiere
»Die Waldeck«
Dokumentarfilm von Gabi Heleen Bollinger, D 2013, digital, 120 Min.
u.a. mit Hannes Wader, Franz-Josef Degenhardt, Hein & Oss, Colin Wilkie & Shirley Hart, Hai & Topsy, Johanna Zeul, Schlagsaite, Tschaika, und viele Sängerinnen und Sänger aus den bündischen Gruppen

Am Donnerstag ist die Regisseurin Gabi Heleen Bollinger zu einem Gespräch nach dem Film anwesend!
Eine Veranstaltung mit Unterstützung der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur

Inhalt
Lieder, Lieder, nichts als Lieder. Das ist die Waldeck. Und weil mich Lieder schon mein Leben lang bewegen, ist dieser Film entstanden. Seit 1922 ist die Burg im Hunsrück das Zentrum des Nerother Wandervogel, bündischer Vaganten und großer Sänger. Verbot und Verfolgung in der Nazizeit führen nach dem Kriege dazu, dass es dort oben auch die Arbeitsgemeinschaft Burg Waldeck gibt, die in den 1960er Jahren das „Chanson Folklore International“ veranstaltet hat. Auf der Waldeck entsteht damals die neue deutsche Liedbewegung mit Künstlern wie Franz Josef Degenhardt, Hannes Wader, Reinhard Mey, Hein & Oss und vielen andern. Seit nahezu hundert Jahren ist die Waldeck Jugendbewegung und Protest, sie ist Mythos und Legende. Auf der Waldeck klingt das Lied, auf der Waldeck ist das Vaganteske zu Hause. (Gabi Heleen Bollinger)

Waldeck Kritik
»Der Film der Journalistin Gabi Heleen Bollinger ist nicht nur eine Zeitdokumentation, er ist auch ein sehr lebendiges Beispiel dafür, wie sich über Verbindendes und Trennendes, manchmal auch Skurriles berichten lässt, ohne dabei in eine moralisierende oder gar ironisierende Sprache abzugleiten. Die innere Nähe zum Gegenstand ihrer Betrachtungen und zu den Menschen, die den Mythos und die Legende Burg Waldeck verkörpern und davon erzählen, macht diesen Film zu einem persönlichen Statement, das mit "Gute Unterhaltung" nur unzureichend beschrieben ist.« (Michael Mentzel, Themen der Zeit, 20.01.13).

Hintergrund
Der Film wurde gefördert von der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur und Saarland Medien GmbH. Das umfangreiche Archivmaterial stammt vom SWR und SR.
Gabi Heleen Bollinger wurde 1953 im pfälzischen Zweibrücken geboren. Sie studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Erziehungswissenschaft in Saarbrücken und gab nebenbei Konzerte. Sie ist Gründungsmitglied der Gruppe "espe", die in Israel und ganz Europa mit jiddischen und deutschen Liedern unterwegs war, 19 Platten eingespielt hat und im Fernsehen bei ARD und ZDF aufgetreten ist. Mit dem Schriftsteller Ludwig Harig schrieb sie 1988 das WDR-Hörspiel „Jankele“. Seit 1993 ist sie hauptberufliche Autorin für Funk und Fernsehen und arbeitet als Regisseurin. Im CinéMayence zeigten wir zuletzt von ihr FALADO – HEIN & OSS – DIE VOLKSSÄNGER (2008).

Links
Offizielle Filmseite: http://www.die-waldeck-der-film.de/
Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=cFtYXlTt7Qk


Vorschau


Im Juni Kultursommer-Programm »Vision Europa – Kulturelle Werte zwischen Peripherie und Mitte«

Sa 1. Juni, 20:30 h
Kultursommer Rheinland-Pfalz
»Crossing Borders«
Kurzfilmprogramm zur Eröffnung des Kultursommer-Programms


ab 3. Mai, 20:30 h
Kultursommer Rheinland-Pfalz
»Rendezvous in Belgrad«
Spielfilm von Bojan Vuletic
Offizielle Filmseite: www.rendezvous-in-belgrad.de


HINWEIS:

  • Online-Reservierungs-Formular
  • Reservierung ist auch ohne Formal einfach per E-Mail an kino at cinemayence.de möglich
  • Online-Aufnahme in den Programmversand
  • Neuigkeiten und Programmverhaben veröffentlichen wir unter CinéMayence-Neuigkeiten.

    CinéMayence
    Grafik Schoenborner Hof Fassade Studiokino der AG Stadtkino e.V.
    im Schönborner Hof (Institut français)
    Schillerstraße 11
    55116 Mainz
    Kartenreservierungen: Tel. 06131/22 83 68 | E-Mail

    Film-Links: Kommunale Kinos | Kurzfilm-Magazin Shortfilm.de
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