Kino CinéMayence - Programm



+++ Sommerpause +++
Rückblick
Das war unser Kultursommer-Programm 2016 "Kino ...mit Vergnügen!"
Vorschau
In den Sommermonaten bieten wir einzelne Sonderveranstaltungen an:



Bild aus Film Magengrube Fr 16. September, 20:30 Uhr
Kurzfilme aus Rheinland-Pfalz
Leviathan
2 Kurzfilme und Präsentation der Künstlervereinigung Leviathan
Die Künstlervereinigung Leviathan stellt sich und ihre Projekte vor. Dazu gehören die beiden Kurzfilme "In der Magengrube" und "Saloon Nothingness", sowie ein Vorgeschmack auf zukünftige Projekte der Gruppe.

In der Magengrube
Drehbuch und Idee: Leon Pietsch Regie und Illustrationen: Laurenz Lin Sill Arzt: Maximilian Schmidt Patient: Jacob Gauck Soundtrack: Jan Felix May Ton: Moritz Rosteck
"In der Magengrube", ein surealer Film Noir, erzählt die Geschichte von einem sprechenden Affen, der sich im Keller einer psychiatrischen Klinik einnistet und das starre Weltbild des leitendes Arztes in Frage stellt. Philosophische Gedankenspiele werden begleitet von animierten Tuschezeichnungen und atmosphärischen Klavierklängen, die eine immer dichter werdende Kulisse des Wahnsinns aufbauen und den Fragen des Zuschauers eine verstörende Antwort anbieten. Dieser Kurzfilm ist von Leon Peitsch und Laurenz Lin Sill in Mainz entworfen, gedreht und fertiggestellt.

Bild aus Film Saloon Nothingness
Saloon Nothingness
Drehbuch: Leon Pietsch Idee und Regie: Laurenz Lin Sill Namensloser Wanderer: Mert Ucuncu Alter Mann: Geoffrey Steinherz Freundin: Lea von den Steinen Soundtrack: Leon Pietsch Ton: Moritz Rosteck Schauspieler: Andreas Schlicht, Thorsten Schlicht, Moritz Van Straten, Ruth Hainson, Hannah Günther, Michael Hedderich, Henrik Ditz, Maximilian Schmidt
"Saloon Nothingness", ein bewegtes Ölgemälde, zeigt die verzweifelte Sinnliche eines jungen Menschen mitten in der Wüste, der, umgeben von gescheiterten Existenzen und abgelenkt von lautmalerischen Prahlereien, seine Situation erkennen und seine innere Haltung in der Welt entwickeln muss. Im Anschluss an die Arbeit "In der Magengrube" entstand dieser Kurzfilm, wurde in Mainz gedreht und in China animiert. "Saloon Nothingness" war der Startschuss der Gruppe "Leviathan".

Mit beiden Kurzfilmen war die Gruppe in Cannes vertreten. "Saloon Nothingness" konnte sich darüber hinaus in einem gesonderten Screening der "Creative Mind Group" aus Amerika in der Cannes Short Film Corner 2016 platzieren.

Neben den beiden Kurzfilmen werden die Besucher die Gruppe kennenlernen und mit dieser gemeinsam einen Blick in die Zukunft werfen können.


Vorschau Oktober

Bild aus Film La Isla Minima Do 6. – Mo, 10. Okt. 20:30 Uhr
Spanien / Thriller / Geschichte / Erstaufführung
La Isla Mínima (Mörderland)
Spielfilm von Alberto Rodríguez, ES 2015, 105 Min, OmU
D: Raúl Arévalo, Javier Gutiérrez, Antonio de la Torre, Nerea Barros, Salva Reina u.a.
Andalusien 1980: Tief im spanischen Süden verzweigt sich der Guadalquivir auf seinem Weg ins Meer in unzählige kleine Flussläufe und bildet ein Marschland von bizarrer Schönheit. Die Menschen dort sind eine verschworene Gemeinschaft, bei denen die aus der Hauptstadt entsandten Ermittler Juan, ein älterer Polizist, und Pedro, ein linker Idealist, wenig willkommen sind. Eigentlich sollen die Beiden das rätselhafte Verschwinden zweier junger Mädchen klären. Doch als kurze Zeit später deren gemarterte Leichen am Straßenrand auftauchen, beginnen sich die Polizisten unter der heißen Sonne Andalusiens in ein undurchdringliches Geflecht aus Schweigen, Angst und Lüge zu verstricken.

Mit fast zwei Jahren Verspätung kommt einer der erfolgreichsten spanischen Filme auch in die deutschen Kinos. "La Isla Minima" spielt 1980 und erzählt vom Mord an zwei jungen Mädchen. Der Schatten der Franco-Diktatur ist mächtig, die Polizeigewalt allgegenwärtig. Der »Pakt des Schweigens«, der die spanische Gesellschaft nach den Franco-Jahren oberflächlich vor Konflikten bewahrte, vergiftet gleichzeitig noch Jahre später auch gut gemeinte Taten.

Der Film gewann 2015 zehn Goyas (die spanischen ‚Oscars’) und wurde in Spanien und Frankreich ein Publikumserfolg.

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Di 11. Oktober, 20:30 Uhr Bild aus Film Private Revolutions
Filmreihe Kino Global (1)
Private Revolutions – jung - weiblich - ägyptisch
Dokumentarfilm von Alexandra Schneider, A 2013, 98 Min, OmU
mit: Sharbat Abdullah, Fatema Abouzeid, Amani Eltunsi, May Gah Allah u.a.
anschl. Gespräch mit Anna-Maria Brandstetter (Institut für Ethnologie und Afrikastudien, Uni Mainz)
Vier junge Ägypterinnen kämpfen um die Verbesserung ihrer Welt: Amani engagiert sich mit ihrer Radiostation und ihrem Verlag für mehr Frauenrechte und stößt als unverheiratete Business-Frau alle vor den Kopf. Fatema versucht ihre politische Karriere bei den Muslimbrüdern mit ihren Verpflichtungen als Mutter zu vereinbaren. Die Nubierin May kündigt ihren Job als Bankerin, um ein Entwicklungsprojekt im konservativen Süden Ägyptens aufzubauen. Sharbat widersetzt sich ihrem Mann sowie ihrem sozialen Umfeld und riskiert alles, indem sie mit ihren Kindern gegen das Regime demonstriert.
»PRIVATE REVOLUTIONS relativiert sämtliche Vorstellungen und Ressentiments, die uns oberflächliche Berichterstattung eingeflößt haben mögen. Seine Protagonistinnen sind Opfer und Heldinnen zugleich, seine Dramen echt, seine Darstellungen unmittelbarer Realismus: informativ, innovativ, mitreißend, die Augen öffnend - ein Film, den den man sich unbedingt ansehen sollte.« (skip Kinomagazin)

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Mi 12. Oktober, 19:30 Uhr
Bild aus Film Tati's Schützenfest
Kino Vino – Weinprobe und Film
Jour de fête (Tati's Schützenfest)
Spielfilm von Jacques Tati, F 1949, 80 Min.
Seit der Briefträger François im Wanderkino einen Film über die amerikanische Post gesehen hat, ist er nicht mehr zu bremsen. Beeindruckt von deren Geschwindigkeit und Effizienz beginnt er, die Post nur noch im Turbo-Tempo auszutragen. Wie eine Rakete saust François' Fahrrad über Wiesen und Wälder. Die anderen Dorfbewohner belächeln ihn anfangs nur, doch bald geht ihnen François' Hektik gehörig auf die Nerven. Ein furioser Film, bei dem die Zeit wie im Flug vergeht.

»In „Tatis Schützenfest” feiert Tati, der den Briefträger François spielt, die französische dörfliche Gemeinschaft – mit kritischer Sympathie, mit Leidenschaft, Liebe, aber ohne in idyllische Fahrwasser zu geraten. Schon hier zeigt sich Tatis Distanz zur Stadt, zu modernen Technologien, zu festgefügten Ordnungen, zu vermeintlich planbaren Abläufen.

Kino Vino Tati kehrt hier der Welt der Moderne den Rücken, ignoriert sie allerdings nicht, sondern sieht die Zeichen der Zeit durchaus. Irgendwann werden diese modernen Zeiten auch vor Saint Sévère keinen Halt machen. Ohne die dörfliche Idylle allzu sehr zu idealisieren, bleibt Tati / sein François doch lieber das, was er war.« (Ulrich Behrens, Filmzentrale)
Mit KINO VINO Degustation ab 19.30 Uhr von Weinen aus Rheinhessen mit Fingerfood und einem persönlichen Kino-Vino-Glas.
Musikalisches Rahmenprogramm: Andreas Hertel am Flügel.
Eintritt-Einheitspreis (keine Ermäßigungen): 9 Euro
Reservierung erforderlich - nur auf E-Mail-Reservierung erhalten Sie eine Bestätigung!
Reservierungs-Adresse: kino (at) cinemayence.de
Kino Vino
KINO VINO ist eine Initiative des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Weinbau Rheinland-Pfalz
In Kooperation mit Rheinhessenwein e.V. und dem Verein Mainzer Winzer




Bild aus Film Seit die Welt Do, 13. – Mo, 17. Okt. 20:30 Uhr
Spanien / Kastilien / Preview vor dem Bundesstart
Seit die Welt Welt ist
Dokumentarfilm von Günter Schwaiger, A 2016, 103 Min, OmU

Der Kleinbauer Gonzalo lebt mit seiner Familie in einem Dorf im Hochland von Kastilien. Die alte und weise Tradition der Selbstversorgung - vom Schweineschlachten bis zum eigenen Wein - kommt ihm sehr zu Gute in Zeiten der Krise, die Spanien gerade durchlebt. Denn auch sein Dorf ist von Firmenschließungen und Arbeitslosigkeit betroffen, während die Kleinbauern unter ständigem Druck der Lebensmittelindustrie, der Banken und der Großgrundbesitzer stehen.
Gonzalo und seine Familie leben zwischen den Zeiten. Sie behalten vom Alten, was ihnen nützlich ist, und nehmen vom Neuem was sie vorwärts bringt. „Es ist eine Art zu leben, nicht schlechter oder besser als andere“ sinniert der klare Mittfünfziger bescheiden über seine Existenz. Seine Gedanken ergänzen aus dem Off die rauen und zugleich ästhetischen Bilder, die an Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts erinnern und den Jahreskreislauf in Kastilien zeigen.

SEIT DIE WELT WELT IST ist sowohl Porträt des anderen, eher unbekannten Spanien, das eingezwängt zwischen Traditionen und Wirtschaftskrise in den kleinen Dörfern ums Überleben kämpft, als auch eine Hommage an die einfachen Dinge, an die Natürlichkeit und die erfrischende Rebellion von Lebensweisheit.

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Bild aus Film Mali Blues Di, 18. Okt. 20:30 Uhr
Kino Global / Film und Gespräch / Musik in Westafrika
Mali Blues
Dokumentarfilm von von Lutz Gregor, D 2016, 90 Min, OmU
Musiker: Fatoumata Diawara, Bassekou Kouyaté, Ahmed Ag Kaedi, Master Soumy u.a.
anschl. Gespräch mit Dr. Hauke Dorsch (AMA African Music Archives, Uni Mainz)
Traditionelle Musik hält schon seit Jahrhunderten die Gesellschaft Malis zusammen. Doch Malis Musik ist in Gefahr. Radikale Islamisten fü hren im Norden des Landes die Scharia ein, verbieten Tanz und weltliche Musik, zerstören Instrumente und bedrohen die Musiker. Viele Musiker fürchten um ihr Leben und fliehen aus der Region um Timbuktu und Kidal. Doch der Islamistische Terror hat sich mittlerweile auch auf andere Teile Malis ausgeweitet. Die UNO-Kriegseinsätze werden weiter verstärkt, auch die deutsche Bundeswehr ist seit drei Jahren im Einsatz.

Der Kinofilm MALI BLUES erzählt die Geschichten von vier Musikern, die Hass, Misstrauen und Gewalt in ihrem Land und eine radikale Auslegung des Islam nicht akzeptieren wollen. Ein Film über die vereinende Kraft der Musik, der in Zeiten der Schreckensmeldungen ein positives Bild von Afrika und seinen Menschen zeichnet

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Mi 19. Oktober 20:30 Uhr
Bild aus Film Die Mitte
Europa und seine Ränder
… und die Suche nach Glück (Arbeitstitel: Als Paul über das Meer kam)
Filmprojektvorstellung von Jakob Preuss, D 2016
Gezeigt werden Ausschnitte aus dem neuen Filmprojekt des preisgekrönten deutschen Dokumentarfilmers Jakob Preuss, der den Kameruner Migranten Paul auf seiner Flucht nach Deutschland begleitet hat. Der Film erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft und behandelt drängende Fragen unserer Zeit aus unterschiedlichen Perspektiven.
Jakob Preuss gibt Einblick in sein Filmprojekt, spricht über den Entstehungsprozess und konfrontiert die Zuschauer mit der Frage, wie wir mit der wachsenden Ungleichheit in der Welt umgehen.
Einführung und Diskussion: Leibniz-Institut für Europäische Geschichte


Bild aus Film Seefeuers Mi 26. Oktober, 20:30 Uhr
Europa und seine Ränder
Fuocoammare / Seefeuer
Dokumentarfilm von Gianfranco Rosi, I/F 2015, OmU
Samuele ist zwölf und lebt auf einer Insel im Mittelmeer. Die Insel heißt Lampedusa und gilt als Metapher für die Fluchtbewegung nach Europa, die Hoffnungen und Nöte, das Schicksal hunderttausender Emigranten. Gianfranco Rosi nähert sich durch Alltagsbeobachtungen einem ebenso realen wie symbolischen Ort und der Gefühlswelt einiger seiner Bewohner, die einem permanenten Ausnahmezustand ausgesetzt sind. Ausgezeichnet mit dem Goldenen Bären 2016.
Einführung und Diskussion: Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Offizielle Filmseite: www.seefeuer.weltkino.de


Mi 2. November 20:30 Uhr
Bild aus Film Die Mitte
Europa und seine Ränder
Die Mitte
Dokumentarfilm von Stanislaw Mucha, D 2004
Wo befindet sich die geographische Mitte Europas? Gleich ein Dutzend Orte im Umkreis von zweitausend Kilometern erhebt Anspruch darauf, das »Zentrum« Europas zu sein.
Der polnische Regisseur Stanisław Mucha begibt sich mit seiner Crew auf eine kurzweilige, manchmal burleske, manchmal tragikomische Odyssee kreuz und quer durch den Kontinent auf der Suche nach der einzigen, der »wahren Mitte« in dem mit Mitten übersäten Erdteil.

Einführung und Diskussion: Leibniz-Institut für Europäische Geschichte