Studiokino der AG Stadtkino e.V. im Schönborner Hof (Institut français)

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Februar

Abendland Do 2. – Mi 8. Feb.
Dokumentarfilm / Europa bei Nacht
Abendland
Regie: Nikolaus Geyrhalter, Schnitt: Wolfgang Widerhofer, A 2011, 35mm, 90 Min, Originalsprachen mit Untertiteln

Europa – ein Kontinent bei Nacht, eine verdämmernde und gleichzeitig hochangespannte Kultur, ein „Abendland“, das sich als Gipfelpunkt der menschlichen Zivilisation sieht und gleichzeitig als Dienstleistungsgesellschaft sehr pragmatisch vor sich hin wuchert: Pulsierende Dienstleistungs- und Wohlstandsgesellschaft, Bollwerk der Sicherheit und Ausgrenzung, urbane Zivilisation, hedonistischer Vergnügungstempel, beflügelt und belastet zugleich von Geschichte, Tradition, Hochkultur.

Nikolaus Geyrhalter sieht sich um: Nachtarbeit gegen selbstvergessene abendliche Ablenkung, Geburt und Tod, Feiern und Tanzen, Hoffen und Bangen, Fragen, die im Halbdunkel einer Antwort harren, Sprachengewirr, Nachrichtenroutine und politische Verhandlungen – dies alles in Bilder gefasst, deren Detail-Reichtum vielfältig und doch präzise ist. Abendland

Manche Dinge sieht man in der Nacht klarer
(Nikolaus Geyrhalter)

Europa in einem Film zu fassen, ist kein leichtes Vorhaben. Geyrhalter ist mit seinen nächtlichen Momentaufnahmen eine besonders schöne der möglichen filmischen Antworten gelungen.
(Wenke Husmann, Die Zeit)

Was mich an Abendland verblüfft, ist, dass es weniger die Montage in ihrer direkten Verknüpfung ist, die dem Film seine Qualität verleiht, sondern das Material an sich und die Versammlung der Episoden in einem fast sensorisch fühlbaren Miteinander, das das Kurzzeitgedächtnis überwindet und zeitlich weit auseinander liegende Szenen zu einander in Beziehung setzt. Ohne Voice-over oder sonstigen Kommentar, nur mit filmischen Mitteln, wie der Art und Weise, durch die in einer Totalen relevante Informationen sich nach und nach entfalten (...)
(Christine Gaigg, Stadtkino Wien) Abendland

»Abendland« beruht auf nächtlichen Drehabeiten an 75 über ganz Europa verstreuten Drehorten, von denen schließlich 20 ausgewählt wurden.
Frühere Filme von Nikolaus Geyrhalter: »Pripyat« (1999), »Elsewhere« (2001), »Unser täglich Brot« (2005)

Festivals und Auszeichnungen: Millennium Award, Planet Doc Film Festival Warschau; Grand Prix Special Mention, Split Film Festival; Preis für Beste künstlerische Montage, Diagonale Graz; Nominierung bester österreichischer Dokumentarfilm 2012.

Offizielle Filmseite mit Trailer: http://www.abendland-film.at/
Produktion: http://www.geyrhalterfilm.com/



Herz des Himmels - Herz der Erde Do 9. – Mi 15. Feb.
Dokumentarfilm / Mythen der Maya
Herz des Himmels, Herz der Erde
Regie: Frauke Sandig & Eric Black, D 2011, 35mm, 98 Min., OmU
Protagonisten: Maya in Chiapas und Guatemala

HERZ DES HIMMELS, HERZ DER ERDE reist ins mexikanische Chiapas und nach Guatemala, die Heimat der etwa neun Millionen heutigen Maya. Sechs junge Maya lassen uns teilhaben an ihrem Leben, ihrem Alltag, ihren Zeremonien und ihrem Widerstand gegen die Bedrohung ihrer Kultur und Umwelt. Dem westlichen Objektdenken, das Globalisierung, genmanipulierte Nahrung und Umweltzerstörung als Normalität hinnimmt, begegnen sie mit einer Kosmovision, die das Andere, Mensch, Tier, Natur, nicht als losgelöstes Gegenüber, sondern als Teil des eigenen Seins begreift.

Herz des Himmels - Herz der Erde Der Film verknüpft die politische und soziale Gegenwart der Protagonisten in musikalischen und traumartigen Sequenzen mit Bildern der Natur und der mythologischen Vergangenheit. Der Film schlägt den Bogen vom Popol Vuh, dem Schöpfungsmythos der Maya, zu den Herausforderungen von heute; von den majestätischen Ruinen der klassischen Periode zu den lebendigen Zeremonien und Traditionen der heutigen Maya, zu ihrer Spiritualität und ihrem Widerstandsgeist.

Am vielbeschworenen Ende des mehr als 5000jährigen Maya-Kalenders steht 2012 die Möglichkeit eines Neuanfangs: „Die Zeit ist wie ein Kreis“.

Offizielle Filmseite
Trailer
Online-Portal für Filmbildung: http://www.kinofenster.de/filme/neuimkino/archiv_neuimkino/herz-des-himmels-herz-der-erde-film/

+++ 16. bis 22. Februar wegen Fastnacht geschlossen +++

Empire Me Do, 23.02. – Mi, 29.02., 20:30 h
Dokumentarfilm / Mikronationen
Empire Me – Der Staat bin ich!
Dokumentarfilm von Peter Poet, A/D/Lux 2011, 35mm, 100 Min, OmU
Musik: Alexander Hacke
Protagonisten: Bewohner von Sealand (Fürstentum in intern. Gewässer vor Suffolk), Hutt River (aufständische Bauern in Australien), Damanhur (Ökodorf in Italien), ZeGG (Kommune in Belzig bei Berlin), Christiania (DK) und den Schwimmenden Städten von Serenissima (Adria).

„Im 21. Jahrhundert kämpfen über 500 selbsterklärte Länder am Rande der Globalisierung um das Recht auf ein eigenes Territorium und eigene Lebensregeln. Könige, Piraten, Träumer. Dies ist die Geschichte von sechs solcher Gegenwelten. Sechs Geschichten von der Suche nach Unabhängigkeit“ (Paul Poet, Regisseur)

Inhalt
Empire Me Der Traum von Utopia, vom besseren Leben im irdischen Paradies wird vom Menschen schon lange und in immer neuen Versionen geträumt. Doch die engmaschigen Lebensprinzipien der globalisierten Weltordnung lassen kaum Alternativen und Visionen zu. Ein Phänomen macht damit Schluss: Das Gründen von Gegengesellschaften. Auf der Suche nach einer idealen Lebenskultur bauen sich hunderte Do-It-Yourself-Staaten ihre eigenen kleinen Welten. Mikronationen, Eco-Villages und Sezessionisten beschreiten mit realen Territorien und Gemeinschaften alternative Wege des Zusammenlebens.

In seinem dokumentarischen Abenteuerfilm EMPIRE ME unternimmt Paul Poet, selbst Veteran alternativer Netzwerke und sozialer Experimente, eine Reise zu sechs dieser Gegenwelten, die unterschiedliche Strömungen dieser Bewegung aussagekräftig repräsentieren. Was auf den ersten Blick bunt, charmant, skurril wirkt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als sympathisch exzentrische Kampfansage – wenn dir deine Welt nicht passt, bau dir deine eigene!

Empire Me Pressestimmen:
»Dieser Streifen kommt, wie jede instinktiv treffsichere Dokumentation, zum richtigen Zeitpunkt. Eine höhere Metapherndichte für die Enge, zeitgleiche Weite und die dauerhaften Sehnsüchte unserer Gesellschaft wird im aktuellen Filmschaffen schwerlich zu finden sein. Rund um den Globus. Paul Poet wird seinem Namen gerecht: EMPIRE ME ist eine kühne Reise ins Licht, das Gegenteil einer Erkundungsreise ins Herz der Finsternis, wie sie Joseph Conrad und Francis Ford Coppola beschreiben haben. Entstanden in fünf Jahren, mit der fixen Idee der mehr als ansatzweisen Auslotung gesellschaftlicher Anti-Pole und Gegenentwürfe im Hinterkopf und Ezzesgebern wie Robert Jelinek („State of Sabotage“) im Talon, beweist EMPIRE ME, dass die wahren Abenteuer eben nicht nur im Kopf sind« (Walter Gröbchen)

Hintergrund:
Mikronationen sind real gelebte Utopien in der Welt des beginnenden 21. Jahrhunderts. Staaten, die offiziell eigentlich nicht existieren dürften, für die im „globalen Dorf“ scheinbar kein Platz ist. Dazu zählen auch neue Kommunenarten wie „Intentional Communities“ und „Eco-Villages“, Sezessionsbewegungen, Enklaven, Sekten, Squatter, Neo-Pagans sowie wandernde nomadische Stämme im urbanen Raum.

Verleihseite: www.realfictionfilme.de/filme/empire-me/
Trailer zum Film (Pop-up-Fenster)


MÄRZ

Do, 1.03. – Mo, 5.3., 20:30 h
Hommage an Annie Girardot
La Pianiste (Die Klavierspielerin)
Spielfilm von Michael Haneke, A/F 2001, 35mm 1:85, 130 Min., frz. OmU
Darsteller: Annie Girardot, Isabelle Huppert, Benoît Magimel u.a


Di, 06.03. + Mi, 07.03., 20:30 h
Hommage an Annie Girardot
Caché
Regie: Michael Haneke, F/A/D/I 2005, 35mm 1:1,85, 115 Min, frz. OmU
Darsteller: Annie Girardot, Daniel Auteuil, Juliette Binoche


Do, 08.03. – Mi, 14.03., 20:30 h
Lateinamerika / Neues chilenisches Kino
Turistas
Spielfilm von Alicia Scherson, Chile 2009, 35mm, 105 Min, spanOmU
Musik: Philippe Boisier, Icalma
Darsteller: Aline Kuppenheim, Marcelo Alonso, Diego Noguera
Offizielle Filmseite (spanisch): http://www.laventura.cl/turistas/


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