Kino CinéMayence - Programm
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Folgemonat | Download: Programmflyer Mai 2017 (PDF) | Link: CinéMayence bei facebook
CinéMayence Live: Filmemacher zu Gast

Kultursommer-Programm »Transitions – Wendepunkte«
1. Juni bis 4. Juli 2017

In Anlehnung an das Kultursommer-Motto Epochen und Episoden laden wir zu einem abwechslungsreichen Programm über epochale soziale und politische Veränderungen ein, die eine persönliche oder historische Neuorientierung erfordern. Für das kuratierte Programm wurden Filme ausgewählt, die inhaltlich oder in ihrer ästhetischen Form von Wendepunkten erzählen

In der Filmpraxis gibt es den Begriff Plot Point. Ein solcher Wendepunkt ist dadurch gekennzeichnet, dass er das Geschehen unerwartet in eine andere Richtung lenkt. Wie im wirklichen Leben können Wendepunkte verschiedene Wirkungen erzielen: Überraschung, Neugier, Einblick oder eine neue Richtung, die zum Handeln anregt. Hierum soll es in dem Programm gehen.



Bild aus Maidan Fr, 23. und Di, 27. Juni, 20:30 Uhr
Historischer Wandel / Ukraine
Maidan
Filmessay von Sergej Loznitsa, Ukraine/NL 2014, 130 Min., OmU
Der zivile Aufstand auf dem Maidan-Platz in Kiew führte im Winter 2013/14 zu einem tiefgreifenden Wandel in der Ukraine, der auch die Beziehungen zwischen dem Westen und dem Osten veränderte.
Der Film ist eine Chronik dieses Aufruhrs von friedlichen Kundgebungen von einer halben Million Menschen am Maidan-Platz bis zu den Straßenschlachten zwischen den Aufständischen und der Polizei.

Der ukrainische Regisseur Sergei Loznitsa blickt auf die Natur des Aufstands als ein soziales, kulturelles, und philosophisches Phänomen - eine kraftvolle Mischung aus Begeisterung, heroischem Kampf, Zivilcourage, Hoffnung und Solidarität. Aber statt sich vom Strom der Ereignisse mitreißen zu lassen, behält Loznitsa mit seiner Kamera den Überblick und fasst die Dynamik der Masse in fast schon ornamentale Bilder. Mit kühler Distanziertheit und in der Totale fasst er die explosive Dynamik einer Revolution in zeitlose Bilder für die große Leinwand und den konzentrierten Blick.

Durch den Widerspruch zwischen der ‘sachlichen' Form und den aufgepeitschten Emotionen in den Bildern entsteht die besondere Spannung von MAÏDAN. Er nimmt »noch im Moment der Auseinandersetzung eine historische Position« ein, wie es der Filmkritiker Bert Rebhandl formuliert. Dadurch unterscheidet sich MAÏDAN kategorisch von Augenzeugenvideos auf Youtube und von tagesaktuellen Fernsehreportagen.

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Do, 29. Juni – Sa, 1. Juli, 20:30 Uhr
Realität in Transition / Was ist, was war und was möglich ist
Continuity
Regie: Omer Fast, D 2016, 85 min
Mit André M. Hennicke, Iris Böhm, Constantin von Jascheroff, Bruno Alexander, Josef Mattes, Lukas Steltner, Niklas Kohrt, Milton Welsh, Ketel Weber, Anne Ratte-Polle, Jakob Bieber, Arnel Taci
Premiere: Berlinale – Forum Expanded 2016
Ein Mann und eine Frau fahren zu einem Bahnhof in der tiefsten deutschen Provinz, um ihren Sohn - ein Soldat auf Heimaturlaub aus Afghanistan - abzuholen. Der Film beginnt als herkömmliche, lineare Geschichte über eine emotionale Rückkehr in die Heimat. Schnell jedoch kippt die Stimmung ins Unheimliche. Denn, das verheiratete Paar mittleren Alters holt wiederholt junge Männer in ihr Haus ein, um ein undurchschaubares Ritual durchzuführen.
Jede erzählerische Wendung eröffnet eine andere, überraschende Interpretation. Was im Film ist reale Fiktion und was fiktionale Realität? Der Zuschauer darf seine eigene Antworten suchen und finden ..

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Bild aus Film Heart of a Dof So, 2. – Di, 4. Juli, 20:30 Uhr
Geschichte(n) - persönlich / New York
Heart of a Dog
Video-Essay von Laurie Anderson, USA 2015, 75 Min., OmU
mit Archie, Jason Berg, Gordon Matta Clark, Heung-Heung Chin, Julian Schnabel u.a. Musik: Laurie Anderson, Lou Reed, Kronos Quartet u.a.
Laurie Anderson, weltberühmte multimediale Künstlerin, reflektiert in ihrem sehr persönlichen Essay über den Tod ihres Ehemannes Lou Reed, ihrer Mutter, ihres heißgeliebten Hundes . Sie verwebt dabei Kindheitserinnerungen, Videotagebücher und philosophische Gedanken über Datensammlungen, Überwachungskultur und die buddhistische Konzeption des Leben. Und sie zollt zahlreichen Künstler, Autoren, Musikern und Philosophen Tribut, die sie zutiefst berührt und inspiriert haben..

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+++ anschließend Sommerpause +++